Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Zusammenfassende Beurteilung der Luftqualität

Im Jahr 2015 wurde für Feinstaub (PM10) landesweit keine Grenzwertüberschreitung beobachtet. Die Belastung durch Feinstaub ist gegenüber der des Vorjahres an den meisten Stationen leicht gesunken. Überschreitungen des nach Bundes-Immissionsschutzgesetz gültigen Grenzwertes für den PM10-Tagesmittelwert wurden in Niedersachsen zuletzt im Jahr 2006 registriert. Der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Hinblick auf die mittlere tägliche Feinstaubbelastung von max. 3 Tagen mit > 50 µg/m³ wurde 2015 allerdings nur an 21 Prozent aller niedersächsischen Messstationen entsprochen, in Bezug auf die WHO-Empfehlung zur mittleren jährlichen PM10-Belastung waren es 83 Prozent. Im Hinblick auf Stickstoffdioxid (NO2) wurden Überschreitungen der maximal zulässigen mittleren jährlichen Belastung von 40 μg/m³ im Jahr 2014 nur an verkehrsnahen NO2-Messstandorten registriert (ca. 31 Prozent der NO2-Messorte). Im Vergleich zum Vorjahr wurde an 28 Prozent der Messorte ein leichter Anstieg der Stickstoffdioxid-Konzentration verzeichnet. Der Grenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit vor einer kurzzeitigen Belastung durch Stickstoffdioxid von max. 18 h mit Stundenmittelwerten > 200 μg/m³ wurde an allen automatischen Messstationen eingehalten. Die vergleichbare WHO-Empfehlung (kein Stundenmittelwert > 200 μg/m³) wurde dagegen an einer dieser Stationen überschritten. Bei der Belastung durch Ozon (O3) kann festgestellt werden, dass die mittlere Jahresbelastung 2015 landesweit geringfügig gestiegen ist. In der langjährigen Entwicklung ist die mittlere Belastung jedoch relativ gleichbleibend. Im Jahr 2015 wurde die Alarmschwelle von 240 μg/m³ an keiner Station überschritten. Die Informationsschwelle von 180 μg/m³ wurde an 33 Prozent aller Stationen überschritten. Der Ozon-Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit von max. 25 Tagen mit gleit. 8h-MW >120 μg/m³ gemittelt über 3 Jahre wurde an 95 Prozent der Messstationen eingehalten. Das langfristige Ziel zum Schutz der menschlichen Gesundheit gemäß Bundes-Immissionsschutz-gesetz von 120 µg/m³ sowie die Empfehlung der WHO wurden hingegen an allen Ozonmessstationen überschritten. Während der Zielwert zum Schutz der Vegetation an allen Messstationen eingehalten wurde, gelang dies im Jahr 2014 in Bezug auf das langfristige Ziel zum Schutz der Vegetation lediglich an 5 Prozent der Messstationen.

Die vorläufige Auswertung des Umweltbundesamtes zur Luftqualität 2015 für Deutschland ist als Vergleich den Daten des Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen in Abbildung 8 gegenübergestellt. Während der rechtsgültige Grenzwert für den Feinstaub (PM10) -Tagesmittelwert deutschlandweit an 99 Prozent aller Messstationen eingehalten wurde, war das in Niedersachsen 2015 an allen Messstationen der Fall. Der Grenzwert für den PM10-Jahresmittelwert wurde an allen deutschen Messstationen eingehalten. Die Belastung durch Stickstoffdioxid (NO2) an verkehrsreichen Messstandorten in Niedersachsen unterschreitet an 29 Prozent aller Standorte den Grenzwert, während bundesweit nach Schätzung des Umweltbundesamtes 2015 rund 43 Prozent aller verkehrsnahen Messorte den Grenzwert einhielten. Der NO2-Grenzwert für den Stundenmittelwert wird in Niedersachsen an allen und bundesweit an 96 Prozent der Verkehrsmessstationen eingehalten. Auch die Belastung durch den Luftschadstoff Ozon (O3) stellt sich in Niedersachsen etwas günstiger dar als bundesweit. An 33 Prozent der Standorte wurden keine Überschreitungen der Informationsschwelle von 180 µg/m3 beobachtet, bundesweit waren es 21 Prozent. Ein günstigeres Bild zeigt sich auch im Hinblick auf die Einhaltung der O3-Zielwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit bzw. der Vegetation. Während in Niedersachsen 95 Prozent der Ozonmessstationen den Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit einhielten, waren es mit 81 Prozent bundesweit geringfügig weniger. Beim Zielwert zum Schutz der Vegetation beträgt die Grenzwerteinhaltung im Niedersachsen 100 Prozent und bundesweit lediglich 90 Prozent.

Umweltbericht 2015  
Artikel-Informationen

26.04.2017

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