Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Zusammenfassende Beurteilung der Luftqualität

Im Jahr 2014 wurde für Feinstaub (PM10) landesweit keine Grenzwertüberschreitung beobachtet. Die Belastung durch Feinstaub ist gegenüber der des Vorjahres an den meisten Stationen leicht angestiegen. Überschreitungen des nach Bundes-Immissionsschutzgesetz gültigen Grenzwertes für den PM10-Tagesmittelwert wurden in Niedersachsen zuletzt im Jahr 2006 registriert. Der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Hinblick auf die mittlere tägliche Feinstaubbelastung von max. 3 Tagen mit > 50 µg/m³ wurde 2014 allerdings nur an 7 Prozent aller niedersächsischen Messstationen entsprochen, in Bezug auf die WHO-Empfehlung zur mittleren jährlichen PM10-Belastung waren es 72 Prozent. Im Hinblick auf Stickstoffdioxid (NO2) wurden Überschreitungen der maximal zulässigen mittleren jährliche Belastung von 40 μg/m³ im Jahr 2014 nur an verkehrsnahen NO2-Messstandorten registriert (ca. 29 Prozent der NO2-Messorte). Im Vergleich zum Vorjahr wurde an 16 Prozent der Messorte ein leichter Anstieg der Stickstoffdioxid-Konzentration verzeichnet. Der Grenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit vor einer kurzzeitigen Belastung durch Stickstoffdioxid von max. 18 h mit Stundenmittelwerten > 200 μg/m³ wurde an allen automatischen Messstationen eingehalten. Die vergleichbare WHO-Empfehlung (kein Stundenmittelwert > 200 μg/m³) wurde dagegen an einer dieser Stationen überschritten. Bei der Belastung durch Ozon (O3) kann festgestellt werden, dass die mittlere Jahresbelastung 2014 landesweit geringfügig gesunken ist. In der langjährigen Entwicklung ist die mittlere Belastung jedoch relativ gleichbleibend. Im Jahr 2014 wurde die Alarmschwelle von 240 μg/m³ wie auch die Informationsschwelle von 180 μg/m³ an keiner Station überschritten. Der Ozon-Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit von max. 25 Tagen mit gleit. 8h-MW >120 μg/m³ gemittelt über 3 Jahre wurde an allen Messstationen erstmals eingehalten. Das langfristige Ziel zum Schutz der menschlichen Gesundheit gemäß Bundes-Immissionsschutz-gesetz von 120 µg/m³ sowie die Empfehlung der WHO wurden hingegen an allen Ozonmessstationen überschritten. Während der Zielwert zum Schutz der Vegetation an allen Messstationen eingehalten wurde, gelang dies im Jahr 2014 in Bezug auf das langfristige Ziel zum Schutz der Vegetation an keiner der Messstationen.

Die vorläufige Auswertung des Umweltbundesamtes zur Luftqualität 2014 für Deutschland ist als Vergleich den Daten des Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen in Abbildung 8 gegenübergestellt. Während der rechtsgültige Grenzwert für den Feinstaub (PM10) -Tagesmittelwert deutschlandweit an 97 Prozent aller Messstationen eingehalten wurde, war das in Niedersachsen 2014 an allen Messstationen der Fall. Der Grenzwert für den PM10-Jahresmittelwert wurde an allen deutschen Messstationen eingehalten. Die Belastung durch Stickstoffdioxid (NO2) an verkehrsreichen Messstandorten in Niedersachsen spiegelt in etwa die bundesweite Situation wider. Während bundesweit nach Schätzung des Umweltbundesamtes 2014 rund 49 Prozent aller verkehrsnahen Messstationen den Grenzwert für den NO2-Jahresmittelwert einhielten, waren es in Niedersachsen rund 43 Prozent. Der NO2-Grenzwert für den Stundenmittelwert wird in Niedersachsen an allen und bundesweit an 98 Prozent der Verkehrsmessstationen eingehalten. Auch die Belastung durch den Luftschadstoff Ozon (O3) stellt sich in Niedersachsen etwas günstiger dar als bundesweit. Spitzenwerte über der Informationsschwelle von 180 µg/m³ wurden im Jahr 2014 an keiner der Niedersächsischen Ozonmessstationen registriert, bundesweit an rund 14 Prozent. Ein günstigeres Bild zeigt sich auch im Hinblick auf die Einhaltung der O3-Zielwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit bzw. der Vegetation. Während in Niedersachsen erstmals alle Ozonmessstationen den Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit einhielten, waren es mit 94 Prozent bundesweit geringfügig weniger. Beim Zielwert zum Schutz der Vegetation beträgt die Grenzwerteinhaltung im Niedersachsen 100 Prozent und bundesweit lediglich 79 Prozent.


Umweltbericht 2015  
Artikel-Informationen

16.02.2016

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