Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Kurzzeit- und Langzeit-Luftqualitätsindex (LQI und L-LQI)

Der Kurzzeit-Luftqualitätsindex (LQI) ist ein aggregierter Indikator, der auf der Basis von Einzelschadstoffmessungen für die Luftschadstoffe Stickstoffdioxid (NO2), Schwefeldioxid (SO2), Kohlenmonoxid (CO), Ozon (O3) sowie der Schwebstaubfraktion (PM10) stündlich gebildet und im Internet auf der Homepage des Umweltministeriums dargestellt wird.

Zur Charakterisierung und Darstellung der langfristigen Auswirkungen der Luftqualität wird in Niedersachsen ein Konzept zur Ermittlung eines Langzeit-Luftqualitätsindexes angewendet, wie es z. T. auch in anderen Bundesländern eingesetzt wird. Der Langzeit-Luftqualitätsindex (L-LQI) charakterisiert die durchschnittliche Luftqualität eines Jahres. Er berücksichtigt dabei die wesentlichen Komponenten Stickstoffdioxid, Feinstaub (PM10), Ozon, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und Benzol und deren kurzfristige und/oder langfristige gesundheitliche Wirkungen. Der L-LQI berücksichtigt sowohl Erkenntnisse über die Langzeitwirkungen der Luftschadstoffe auf die menschliche Gesundheit, die aus epidemiologischen Studien abgeleitet wurden, als auch die Grenzwerte der 39. BImSchV. Die Bewertung erfolgt im Schulnotensystem von 1 ("sehr gut") bis 6 ("sehr schlecht"). Der L-LQI dient als zusammenfassende Kenngröße der übersichtlichen Darstellung der langfristigen Luftqualität. Damit ist er für die Beschreibung der längerfristigen Luftqualität, für Planungszwecke und für die Dokumentation der zeitlichen Entwicklung geeignet. Bei der Realisierung eines Langzeit-Luftqualitätsindexes sind vielfältige Aspekte zu berücksichtigen wie beispielsweise Dosis-Wirkungs-Beziehungen, Grenzwerte, kurzfristige und langfristige Wirkungen, die Auswahl der zu berücksichtigenden Schadstoffe sowie die Forderung nach möglichst einfacher und verständlicher Information. Die Berechnung eines solchen Indexes führt zwangsläufig zu einem Informationsverlust zugunsten einer allgemeinverständlichen Darstellung. Er ersetzt nicht die grenzwertbezogenen Bewertungen für die einzelnen Luftschadstoffe.


Umweltbericht 2015  

Abbildung 9 zeigt die Entwicklung der durchschnittlichen Langzeitluftqualitätsindexes für den ländlichen, vorstädtischen und städtischen Hintergrund in den Jahren 1985 - 2014. Nach der heutigen Berechnungsmethode für den L-LQI ist die Luftqualität Niedersachsens um 1985 im Allgemeinen als „schlecht" bis „sehr schlecht" zu bewerten und es gab deutliche Unterschiede im ländlichen, vorstädtischen und städtischen Hintergrund. Im dargestellten Zeitraum verbesserte sich die Luftqualität bis zum heutigen Zeitpunkt aufgrund zahlreicher Maßnahmen zur Minderung der Luftschadstoffemissionen erheblich. Dabei wurden auch die Unterschiede zwischen dem ländlichen, vorstädtischen und städtischen Hintergrund immer geringer. Aus der Darstellung folgt einerseits, dass im Hinblick auf die Verbesserung der Luftqualität in den letzten Jahrzehnten viel erreicht wurde. Andererseits zeigen die heute „befriedigenden" Langzeit- Indexwerte, dass auch für die nächsten Jahre weiterhin Verbesserungsbedarf besteht.

Artikel-Informationen

16.02.2016

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