Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Perspektiven und Ziele zur Verbesserung der Luftqualität

Die Immissionsgrenzwerte für Partikel werden in Niedersachsen eingehalten. Probleme verursachen hingegen die kraftfahrzeugspezifischen Luftschadstoffe vor allem Stickstoffoxide und flüchtige organische Verbindungen, welche Vorläuferstoffe des bodennahen Ozons sind. Die Reduzierung der Hintergrundbelastung von Ammoniak ist von großer Relevanz für die Verbesserung der Luftqualität, da Ammoniak neben seinen direkten Wirkungen einen großen Beitrag zum Stickstoffeintrag in Ökosysteme liefert und als Vorläufer für die ebenfalls sehr relevanten Luftschadstoffe Feinstaub und Ozon sowie von Klimagasen gilt. Darüber hinaus besteht besonderer Handlungsbedarf zur Minderung der NO2-Belastung an den innerstädtischen Belastungsschwerpunkten (Hotspots). Als Nachweis der Einhaltung der NO2-Vorgaben gilt die Feststellung der Unterschreitung des NO2-Jahresgrenzwertes im Jahre 2015 im Frühjahr des Jahres 2016. Für die Kommunen, die den NO2-Jahresgrenzwert wahrscheinlich nicht einhalten werden, ist es zwingend erforderlich, weitere Minderungsmaßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zu veranlassen. Davon betroffen sind in erster Linie die Städte Hannover, Oldenburg, Osnabrück und Hildesheim und möglicherweise auch Braunschweig, Göttingen und Hameln. Das zuständige Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim wird für die Abschätzung der Wirkung weiterer Maßnahmen zur Erhöhung der Luftqualität eine Fortschreibung der bisher für diese Städte erstellten Modellrechnungen durchführen. Da im März 2016 die Luftqualitätsdaten des LÜN für das Jahr 2015 vorliegen werden, wird dann auf der Basis dieser Erkenntnisse für die Kommunen mit Überschreitungen des NO2-Jahresgrenzwertes die bisherige Modellrechnung aktualisiert. Sie soll als Grundlage für die notwendige Verschärfung bestehender und die Einrichtung neuer Umweltzonen durch die Fortschreibung der Luftreinhaltepläne der betroffenen Kommunen dienen.

Insgesamt zeigt sich, dass die nach Bundes-Immissionsschutzgesetz gültigen Immissionsgrenzwerte in Niedersachsen nur noch punktuell überschritten werden und im Hinblick auf die Verbesserung der Luftqualität in den letzten Jahrzehnten viel erreicht wurde. Um zu einer nachhaltigen Entwicklung zu kommen, besteht gemessen an den langfristigen Zielen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes für Ozon und den teilweise wesentlich strengeren Empfehlungen der WHO als Ziel der Luftqualität in Niedersachsen jedoch auch für die nächsten Jahre weiterhin Handlungsbedarf. Dies betrifft insbesondere Ammoniak, PM2,5, PM10, Stickstoffdioxid und Ozon. Auch die Langzeit-Indexwerte zeigen mit dem Ergebnis „befriedigend", dass für die nächsten Jahre weiterhin Verbesserungsbedarf besteht. Das Ziel ist die Note „gut" und „sehr gut" des Langzeit-Luftqualitätsindex zur Beschreibung der Luftqualität.


Artikel-Informationen

16.02.2016

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