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Luftschadstoffberechnungen und Luftreinhaltepläne

In den größeren Städten sind die Menschen hohen Belastungen durch Luftschadstoffe ausgesetzt, die direkt auf den Verkehr zurückzuführen sind. Dazu gehören neben dem Feinstaub die Schadgase Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid und Benzol. Besonders in verkehrsreichen Straßenschluchten mit hoher Bebauung und wenig Luftbewegung können Feinstäube und Stickstoffdioxid in gesundheitsschädlichen Konzentrationen auftreten. Wenn Immissionsgrenzwerte nach der Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen (39. BImSchV) überschritten werden, müssen die zuständigen Behörden einen Luftreinhalteplan erstellen. In diesem müssen sie Maßnahmen benennen, die zu einer dauerhaften Minderung der Schadstoffkonzentrationen führen und die Einhaltung der Grenzwerte sicherstellen.

Rechnergestützte Abschätzungen der Luftqualität für das Gebiet einer Kommune (Modellrechnung) ergänzen die messtechnische Bewertung durch das LÜN. Im Hinblick auf die Ermittlung möglicher Grenzwertüberschreitungen wird eine Modellierung zur Verteilung der Luftschadstoffbelastung durchgeführt. In einer ersten Stufe wird unter Berücksichtigung der Bebauungsstruktur das gesamte relevante Straßennetz beurteilt. In die Berechnung der Immissionssituation fließen außer den verkehrlichen Emissionen auch die Emissionen aus dem großräumigen Hintergrund sowie dem städtischen Anteil inklusive Industrie und Gewerbe ein. In einer zweiten Stufe, dem Detailgebietsszenario, erfolgt eine genauere, detaillierte Betrachtung der Immissionssituation. Dazu wird eine kleinräumige Modellierung und Berechnung der Gebäude­einflüsse mit einem dreidimensionalen Strömungs- und Ausbreitungsmodell durchgeführt. Für die in der Abbildung aufgeführten Kommunen wurden Luftschadstoffberechnungen vorgenommen und auch überwiegend als Basis zur Erstellung oder Fortschreibung von Luftreinhalteplänen genutzt.


Umweltbericht 2015  
Artikel-Informationen

17.10.2017

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