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Grundlagen

Kaum ein anderes Bundesland wartet mit so vielfältigen Natur- und Kulturlandschaften auf wie Niedersachsen: Moor und Heide, Berge und Wälder, Flüsse und Seen, Auen und Wiesen, Wattenmeer und Dünen. Das flächenmäßig zweitgrößte deutsche Bundesland erstreckt sich von den fruchtbaren Marschen an der Gezeitenküste im Norden über die ausgedehnten, eher sandigen, jedoch von Mooren durchzogenen Geestlandschaften bis in die fruchtbaren Bördeniederungen und das Mittelgebirgsland im Süden. Geschützt und in Teilen erlebbar gemacht werden Natur und Landschaft zwischen Ems und Elbe durch zwei Nationalparke (Wattenmeer und Harz), zwei Biosphärenreservate (Elbtalaue und Wattenmeer), rund 780 Naturschutzgebiete und mehr als 1.200 Landschaftsschutzgebiete sowie durch 14 großräumige Naturparke.

Umweltbericht 2015  

In Niedersachsen leben zurzeit rund 40.000 Tier- und Pflanzenarten in den verschiedensten Lebensräumen. Allein von dieser Vielzahl lässt sich jedoch nicht auf die aktuelle Vielfalt schließen. So ist die Hälfte der heimischen Arten hierzulande auf dem Rückzug. Artenreichtum ist jedoch wichtig, damit ein Ökosystem funktioniert. Der Erhalt der Biodiversität ist somit eine der wichtigsten Aufgaben des Naturschutzes: eine Aufgabe, die mehr umfasst als den Schutz einzelner Arten, sondern insbesondere den Schutz von Lebensräumen erfordert und deren Vernetzung. Einer nachhaltigen Landschaftsentwicklung kommt also die zentrale Rolle beim Erhalt der biologischen Vielfalt zu. Artenreichtum spielt eine wichtige Rolle in der Natur, denn er beeinflusst die Art und Weise, wie die Ökosysteme funktionieren, die die Grundlage für unsere Existenz und unser Wohlergehen liefern. Davon profitiert auch der Mensch.

Die größten Flächennutzer in Niedersachsen sind Land- und Forstwirtschaft: Mehr als 80 Prozent der Landesfläche werden derzeit landwirtschaftlich (rund 60 Prozent) oder forstwirtschaftlich (gut 20 Prozent) genutzt. Land- und Forstwirtschaft tragen früher wie heute in entscheidendem Maße zur Entwicklung der niedersächsischen Landschaften bei. Deshalb sind die Land- und Forstwirte als Paten und Partner des Naturschutzes gefragt, wenn es darum geht, die Nutzung der natürlichen Ressourcen unter den heutigen und insbesondere zukünftigen Rahmenbedingungen nachhaltig zu gestalten. Die ökologische Nachhaltigkeit ist eine zwingende Voraussetzung für ein langfristig stabiles ökonomisches System in Land- und Forstwirtschaft. Bei den zukünftigen Anforderungen an die Nutzung der Natur wird der Klimawandel eine wichtige Rolle spielen. Messbar sind seine Auswirkungen in Niedersachsen bereits heute.

In erheblichem Umfang trägt der Schutz der Moore zum Klimaschutz bei, weil nicht entwässerte Moore natürliche Kohlenstoffspeicher sind. Moore sind ein wesentlicher Bestandteil der niedersächsischen Landschaft: Mit etwa 390.000 Hektar nehmen Hoch- und Niedermoore etwa acht Prozent der Landesfläche ein. In keinem anderen Bundesland gibt es mehr Moorflächen. In Niedersachsen liegen zirka 70 Prozent der Hochmoore und 17 Prozent der Niedermoore Deutschlands. Niedersachsen kommt deshalb beim Klimaschutz durch Moorentwicklung eine besondere Bedeutung zu.

Mit der Niedersächsischen Naturschutzstrategie liegt seit 2017 erstmalig ein umfassendes Konzept der strategischen Planung für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und für die Förderung der biologischen Vielfalt in Niedersachsen vor. Die Naturschutzstrategie nennt – ausgehend vom heutigen Zustand von Natur und Landschaft sowie unter Würdigung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen – Leitziele, Schwerpunktziele und prioritäre Aufgaben zur Umsetzung des Naturschutzes. Sie ist damit nicht nur eine Strategie zum Erhalt der Biodiversität. Die Niedersächsische Naturschutzstrategie soll auch Antworten geben auf besondere Herausforderungen für den Naturschutz. Neben dem Klimawandel sind dies insbesondere die fortschreibende Inanspruchnahme von Flächen durch Siedlungen, Industrie und Verkehrswege, die Intensivierung der Landbewirtschaftung sowie Stoffeinträge in Ökosysteme.

Die Naturschutzstrategie umfasst die Aufgaben und Arbeitsschwerpunkte des Landes, die für die Qualität und den Erfolg der Aufgabenwahrnehmung im Naturschutz zentral sind. Sie stellt damit das Handlungsprogramm dar, um die Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts einerseits sowie Schönheit, Eigenart und Vielfalt von Natur und Landschaft andererseits für uns heute, aber insbesondere auch die künftigen Generationen zu erhalten.

Artikel-Informationen

12.12.2018

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