Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Natura 2000

Das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 soll einen flächendeckenden und qualitativ hochwertigen Naturschutz gewährleisten. Für die niedersächsischen Natura-2000-Gebiete sind die europäischen Vorgaben schnellstmöglich umzusetzen. Denn die EU hat gegen Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren wegen unzureichender Sicherung der FFH-Gebiete eröffnet. Niedersachsen hat hierzu - über die Bundesregierung - gegenüber der EU-Kommission versichert, dass die Sicherungsverfahren für die niedersächsischen FFH-Gebiete bis spätestens Ende 2018 abgeschlossen werden.

Derzeit sind von den insgesamt rund 610.000 Hektar FFH-Gebietsfläche etwa 87 Prozent durch Schutzgebiete nach Naturschutzrecht überlagert. Aber nur zirka 60 Prozent der gesamten FFH-Gebietskulisse sind durch einen den Natura-2000-Anforderungen inhaltlich auch angepassten hoheitlichen Flächenschutz im Sinne der EU-Vorgaben gesichert. Hinzu kommen zwei Prozent der FFH-Gebietsfläche (in sechs FFH-Gebieten), die durch eine Vereinbarung mit dem Bund über militärisch genutzte Flächen gesichert sind. Bei Betrachtung dieser beiden Sicherungsinstrumente sind damit aktuell knapp zwei Drittel der FFH-Gebietsfläche in Niedersachsen EU-konform gesichert. Rund 13 Prozent der FFH-Gebiete sind bisher gar nicht durch einen hoheitlichen Flächenschutz gesichert.

Die Defizite bei der Sicherung der Gebiete müssen dringend beseitigt werden. Dies gilt auch für die Festlegung der erforderlichen Erhaltungsmaßnahmen. Zuständig sind die unteren Naturschutzbehörden. Das Land hat höchstes Interesse daran, dass die im Rahmen des Vertragsverletzungsverfahrens angemahnten Defizite möglichst rasch beseitigt werden. Mit dem Niedersächsischen Landkreistag wurde daher eine „Politische Zielvereinbarung zum zeitnahen Abschluss der Ausweisung der Natura-2000-Schutzgebietskulisse in Niedersachsen" geschlossen. Weiter wurde eine Arbeitsgruppe „Gebietsbetreuung" eingerichtet, die ein Konzept zur Pflege und Entwicklung erarbeiten soll, weil zusätzlich zur hoheitlichen Sicherung der Natura-2000-Gebiete die Vor-Ort-Betreuung einen zentralen Beitrag zur Qualitätsverbesserung der Flächen leisten kann.

Artikel-Informationen

16.02.2016

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln