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Qualität in Fließgewässern und im Grundwasser

Niedersachsen ist ein wasserreiches Land. Das niedersächsische Oberflächengewässernetz ist mehr als 180.000 km lang. Diese werden zu rund 75 Prozent über das Grundwasser gespeist. Es ist eine Aufgabe der Landesregierung, die Qualität dieser Gewässer zu schützen und zu verbessern. Darüber hinaus ist Niedersachsen ein Küstenland und auch dem Meeresschutz verpflichtet.

Um den Schutz der Gewässer zu verbessern, werden sie fortlaufend durch den Gewässerkundlichen Landesdienst beobachtet. Auf Basis der hier erhobenen Daten werden Maßnahmen geplant und umgesetzt. Eine wichtige Grundlage dafür bilden die Anforderungen der europäischen Gesetzgebung, insbesondere der EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie. Nach den europäischen Vorgaben sollen alle Oberflächen-Wasserkörper spätestens bis 2027 einen guten ökologischen und chemischen Zustand aufweisen, das Grundwasser soll einen guten mengenmäßigen und chemischen Zustand erreichen.

Besondere Herausforderungen für den Schutz der Gewässer in Niedersachsen sind Belastungen durch Nährstoffe, die in der vorhandenen intensiven Landbewirtschaftung und einem hohen Aufkommen an Wirtschaftsdünger in Niedersachsen begründet sind. Die Landesregierung arbeitet daran, die Nährstoffbelastung weiter zu reduzieren, damit die Umweltziele für die Oberflächengewässer und das Grundwasser erreicht werden. Dazu ist es erforderlich, die Aufgaben von Wirtschaftsdünger auf die Fläche intelligenter als bisher zu managen und auf ein verträgliches Maß zurückzuführen. Die novellierten düngerechtlichen Vorgaben im Düngegesetz und der Düngeverordnung bilden hierfür die Grundlage, die über eine Gewässerschutzberatung und freiwillige Maßnahme unterstützt wird.

Eine weitere Herausforderung ist der aktuelle Zustand der Fließgewässer als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Durch Gewässerausbaumaßnahmen in der Vergangenheit bieten zahlreiche Wasserkörper dafür keine optimalen Voraussetzungen mehr. Es sind daher weitere Renaturierungsmaßnahmen erforderlich, um in den Wasserkörpern wieder bessere Lebensgrundlagen für die aquatischen Organismen zu schaffen. Die Landesregierung unterstützt solche Maßnahmen weiterhin durch die Bewilligung von Fördermitteln, aber auch durch eigene Renaturierungsmaßnahmen an Landesgewässern. Um mehr Renaturierungsmaßnahmen an den prioritären Fließgewässern in Niedersachsen zu generieren, hat die Landesregierung in bestimmten Schwerpunktgebieten zusammen mit interessierten Wasserverbänden eine "Gewässerallianz Niedersachsen" eingerichtet und die Landesfördermöglichkeiten der Wasserwirtschaft und des Naturschutzes in einem Programm "Fließgewässerlandschaften" enger miteinander verknüpft.

Im Flussgebiet der Weser ist die Belastung durch Salzeinleitungen aus der Kaliindustrie ein drängendes Problem, das gelöst werden muss. Niedersachsen setzt sich in der Flussgebietsgemeinschaft Weser dafür ein, dass auch die Wasserkörper der Weser durch geeignete Maßnahmen der Kaliindustrie spätestens bis 2027 wieder einen guten ökologischen Zustand aufweisen. Auf Beschluss der Flussgemeinschaft Weser wurde hierfür eine Arbeitsgruppe Salzreduzierung eingerichtet, in der die Umsetzung des von der FGG Weser beschlossenen Masterplans Salz eng begleitet wird.

Auch für eine uneingeschränkte Nutzbarkeit des Grundwassers ist es von hoher Bedeutung, dass der Eintrag von Salz begrenzt wird. An der Küste gibt es naturgemäß eine Versalzung des Grundwassers, die sich mit erhöhten Meereswasserständen, z.B. infolge einer Klimaveränderung, ausweiten könnte. Weiterhin geht von den im Untergrund vorhandenen Salzstöcken eine Versalzung des Grundwassers aus. Schließlich gibt es vereinzelte Punktquellen wie z.B. Kalihalden. In all diesen Fällen geht es zunächst um eine präzise Ermittlung der Salzgehalte und deren Veränderungen. Allgemein dürfen Entnahmen von Grundwasser nicht dazu führen, dass Salzfronten weiter vordringen. Punktuelle Einleitungen von salzbelasteten Abwässern sollten weitestgehend vermieden werden.

Der gute chemische Zustand der Oberflächengewässer bemisst sich nach dem Vorkommen bestimmter prioritärer oder prioritärer gefährlicher Stoffe. Auch dem wird weiter nachgegangen. Eine besondere Herausforderung für die Zukunft ist die Belastung mit sogenannten Spurenschadstoffen wie Arzneimitteln und Hormonen. Darüber hinaus werden in unseren Oberflächengewässern vermehrt Mikroplastikartikel festgestellt. Es ist eine Aufgabe für die Zukunft, dem Eintrag von Plastikreststoffen in die Umwelt durch neue Konzepte zu begegnen. Diesem Ziel dient u.a. der von der Landesregierung eingerichtete Runde Tisch Meeresmüll.


Artikel-Informationen

17.10.2017

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