Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Gewässerallianz

Aktuell erreichen bei den Fließgewässern lediglich 2 Prozent der Wasserkörper in Niedersachsen die Bewirtschaftungsziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Wesentliche Ursachen hierfür sind Defizite in der Gewässerstruktur und der ökologischen Durchgängigkeit. Hydromorphologische Maßnahmen stellen daher weiterhin einen Schwerpunkt der diesbezüglichen Aktivitäten dar.

Um künftig stärker ergebnisorientiert agieren zu können, werden die bisherigen Strategien und methodischen Ansätze zur Maßnahmenumsetzung systematisch weiterentwickelt und modifiziert. Beim bisherigen Umsetzungsprozess hatte sich gezeigt, dass Maßnahmen noch zielgerichteter an den fachlichen Erfordernissen hinsichtlich der vorhandenen chemischen und biologischen Defizite ausgerichtet werden müssen. Wo die Ziele mit hoher Wahrscheinlichkeit zeitnah erreichbar sind, wollen wir zuerst ansetzen.

Vor diesem Hintergrund wurden in einem ersten Schritt zunächst die hydromorphologisch besonders entwicklungsfähigen Gewässer ermittelt. Dabei wurden nach landesweit einheitlichen Kriterien sogenannte Schwerpunktgewässer ausgewählt, die aktuell einen zumindest mäßigen Zustand aufweisen, noch über ein relativ intaktes Arteninventar verfügen und damit von Natur aus ein hohes ökologisches Regenerationsvermögen besitzen. Überregional bedeutsame Gewässer können damit im Sinne eines effizienten Gewässerschutzes künftig gezielter und konsequenter entwickelt werden.

Aufbauend auf der Kulisse der Schwerpunktgewässer wurde in einem zweiten Schritt in freiwilliger Kooperation mit regionalen Akteuren die Gewässerallianz Niedersachsen gebildet. Dazu wurden Vereinbarungen mit Unterhaltungsverbänden als Kooperationspartner geschlossen, um die generell sehr personalintensiven Umsetzungsaktivitäten an Fließgewässern zu intensivieren (Abb 6). Ziel der Allianz ist es, an den Schwerpunktgewässern in kurz- bis mittelfristigen Zeiträumen in hinreichendem Umfang wirksame Maßnahmen zu realisieren.

Es ist vorgesehen, die zunächst als Pilotprojekt angelaufenen Aktivitäten im Rahmen der Gewässerallianz künftig weiter auszubauen.


Umweltbericht 2015  
Artikel-Informationen

08.12.2015

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