Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Meeresschutz (MSRL)

Mit der EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) wurde ein Rahmen geschaffen, innerhalb dessen die Mitgliedstaaten die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um spätestens bis zum Jahr 2020 einen guten Zustand der Meeresumwelt zu erreichen oder zu erhalten.

Im Rahmen der Meeresstrategien wird ein Ökosystem-Ansatz für die Steuerung menschlichen Handelns angewandt, der gewährleistet, dass die Gesamtbelastung durch diese Tätigkeiten auf ein Maß beschränkt bleibt, das mit der Erreichung eines guten Umweltzustands vereinbar ist. Gleichzeitig soll die nachhaltige Nutzung von Gütern und Dienstleistungen des Meeres heute und durch die künftigen Generationen ermöglicht werden.

Küstengewässer einschließlich ihres Meeresgrundes und Untergrundes sind ein wesentlicher Bestandteil der Meeresumwelt und fallen daher in den Anwendungsbereich dieser Richtlinie. Die Länder sind für das Küstenmeer (bis zur 12 Seemeilen-Linie) zuständig während die Meeresschutzaufgaben in der sich anschließenden „Ausschließlichen Wirtschaftszone" dem Bund obliegen. Unnötige Überscheidungen mit der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sollen vermieden werden.

Vorbild für den "Guten Umweltzustand" nach MSRL ist der Umweltzustand, den gesunde Meeresgewässer aufweisen. Sie sind ökologisch vielfältige und dynamische Ozeane und Meere, die im Rahmen ihrer jeweiligen Besonderheiten sauber, gesund und produktiv sind und deren Meeresumwelt auf nachhaltigem Niveau genutzt wird. Die Nutzungs- und Betätigungsmöglichkeiten der gegenwärtigen und der zukünftigen Generationen bleiben erhalten.

Die EU-Mitgliedstaaten sind aufgefordert, Meeresstrategien zu entwickeln, die als Aktionspläne für die Anwendung eines am Ökosystem ausgerichteten Ansatzes zur Steuerung des menschlichen Handelns dienen. Der zu erreichende gute Umweltzustand muss auf der Grundlage von festgelegten qualitativen Deskriptoren der Meeresumwelt auf Ebene der sogenannten Meeresregionen bestimmt werden. Für Niedersachsen ist das der Nordost-Atlantik mit der Unterregion Nordsee. Die regionale Zusammenarbeit soll hier über das regionale Meeresschutzübereinkommen für den Nordost-Atlantik (OSPAR) sichergestellt werden.

Die Berichte zur Anfangsbewertung, zur Beschreibung des Guten Umweltzustands und zur Festlegung der Umweltziele von Nord- und Ostsee sind gemeinsam von Bund und Küstenländern erarbeitet und zum 15. Juli 2012 fristgerecht an die Europäische Kommission übermittelt worden.

Die Küstenländer einschließlich Niedersachsens und der Bund haben im Rahmen der Umsetzung der MSRL ein Maßnahmenprogramm zur Erreichung oder Aufrechterhaltung eines guten Umweltzustands aufgestellt, das sich nach einer Öffentlichkeitsbeteiligung zurzeit bei den beteiligten Partnern in Ressortbeteiligungen befindet. Dieses Maßnahmenprogramm wurde fristgerecht zum 31.03.2016 an die EU-Kommission übermittelt. Ein erheblicher Teil der Maßnahmen wird im Rahmen der Umsetzung anderer EU-Richtlinien, besonders der Wasserrahmenrichtlinie, durchgeführt, weil der Haupteintrag vieler Last- und Schadstoffe in die Meere über die großen Flüsse erfolgt. Speziell für die Erreichung der sieben Umweltziele zum Meeresschutz wurden allerdings 31 neue Maßnahmen unter Beteiligung der Öffentlichkeit erarbeitet. Das Maßnahmenprogramm kann ebenso wie die Berichte an die EU unter www.meeresschutz.info abgerufen werden.

Umweltbericht 2015  
Abb. 9: Postkartenaktion in Niedersachsen: Kein Müll ins Meer (Foto: Ferdi Rizkiyanto)
Artikel-Informationen

17.10.2017

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