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Nitrat im Grundwasser

Nitrat gelangt vor allem durch eine landwirtschaftliche Bodennutzung und insbesondere die damit verbundenen Stickstoffüberschüsse aus Wirtschaftsdünger und Mineraldünger ins Grundwasser. Regionen mit Intensivtierhaltung und Ackerbau in Kombination mit sehr leicht durchlässigen Böden sind hiervon besonders stark betroffen.

Die Qualitätsnorm für das Grundwasser in Bezug auf den Nitratgehalt beträgt nach den Vorgaben der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) 50 Milligramm pro Liter (mg/l). Bei steigenden Trends muss ab einer Nitratkonzentration von 37,5 mg/l über entsprechende Maßnahmen eine Trendumkehr eingeleitet werden. Die Trinkwasserverordnung legt als Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser ebenfalls 50 mg/l fest.

Hohe Nitratgehalte beeinträchtigen die Nutzung des Grundwassers als Trinkwasser. In den Trinkwassergewinnungsgebieten Niedersachsens wiesen 2014 rund 59 Prozent der 1.314 Rohwassermessstellen Nitratgehalte von unter 5 mg/l, 28% zwischen 5 und 25 mg/l und lediglich 13 Prozent über 25 mg/l auf, da Rohwasser für gewöhnlich aus tiefen Horizonten mit ausreichenden Deckschichten gefördert wird. Bei den zum Teil flacher ausgebauten Erfolgskontrollmessstellen wiesen jedoch 33% der 1.415 beprobten Messstellen Nitratgehalte von über 50 mg/l auf, in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta sogar mehr als jede zweite Erfolgskontrollmessstelle (NLWKN 2016).

Der chemische Zustand der Grundwasserkörper (GWK) in Niedersachsen wurde gemäß WRRL im Zuge des ersten Bewirtschaftungszyklus 2009 bewertet. Hiernach konnten 40 Prozent der 123 GWK in Niedersachsen das Ziel eines guten chemischen Zustands - bezogen auf den Parameter Nitrat - nicht erreichen. Eine neuerliche Bewertung im Zuge des zweiten Bewirtschaftungszyklus 2015 hat ergeben, dass sich dieser Anteil auf nunmehr 41 Prozent noch leicht erhöht hat. Für vier GWK konnte im Vergleich zu 2009 eine verbesserte, für sechs GWK eine verschlechterte Perspektive zur Zielerreichung festgestellt werden. Somit sind in Bezug auf Nitrat für 59 Prozent der niedersächsischen Landesfläche die GWK als im schlechten Zustand gemeldet worden (siehe Abb.7).

Bereits seit Anfang der 90er Jahre werden in den niedersächsischen Trinkwasserschutzkooperationen grundwasserschutzorientierte Maßnahmen und eine Zusatzberatung angeboten. Seit 2010 gibt es ein ähnliches Angebot in den oben genannten GWK, die gemäß Bewertung nach WRRL hinsichtlich Nitrat in einem schlechten chemischen Zustand sind. Bei der Analyse der Erfolge dieser Programme ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich die positiven Effekte der Gewässerschutzmaßnahmen aufgrund langer Grundwasserfließzeiten häufig erst mit großer zeitlicher Verzögerung nachweisen lassen. Nichtsdestotrotz müssen Bemühungen zur Verringerung diffuser Nitrateinträge in weiten Teilen Niedersachsens weiter intensiviert werden. Eine wesentliche Grundlage dafür ist die Ertüchtigung der ordnungsrechtlichen Randbedingungen im Düngegesetz und in der Düngeverordnung, die beide im Jahr 2017 novelliert wurden, und deren Vollzug.

Umweltbericht 2015  
Artikel-Informationen

17.10.2017

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