Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Seen

Niedersachsen besitzt 28 stehende Gewässer mit einer Größe von mehr als 50 Hektar, die nach den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zu bewirtschaften sind. Darüber hinaus gibt es in Niedersachsen zahlreiche weitere stehende Gewässer, deren Gesamtanzahl allerdings bisher nicht genau erfasst ist.

Bei den großen Seen handelt es sich zum Teil um Seen natürlichen Ursprungs, in der Mehrzahl aber um künstlich geschaffene Seen wie Talsperren, Speicherbecken oder Abgrabungsgewässer (Baggerseen). Die größten natürlichen Seen in Niedersachsen sind das Steinhuder Meer, der Dümmer, das Zwischenahner Meer, der Bederkesaer See und das Ewige Meer. In den eiszeitlich geprägten Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg liegt die Anzahl an natürlichen Seen deutlich höher als in Niedersachsen. Auf Grund der wenigen großen Seen in Niedersachsen haben diese als wertvolle und bereichernde Elemente der Kulturlandschaft eine hohe Bedeutung für die Freizeit- und Erholungsnutzung.

Bis auf das Ewige Meer, das als größter Hochmoorsee Deutschlands einen Sondertyp darstellt, gehören die meisten natürlichen großen Seen in Niedersachsen dem Typ Tiefland an. Sie sind flach und ungeschichtet und haben ein relativ großes Einzugsgebiet. Mit dem Steinhuder Meer liegt in Niedersachsen der größte Flachsee Deutschlands.


Umweltbericht 2015  

Aufgrund dieser natürlichen Gegebenheiten sind die niedersächsischen Seen besonders empfindlich für Nährstoffeinträge aus den Einzugsgebieten. Diese können insbesondere in den Sommermonaten zu Algenblüten führen und die Freizeit- und Erholungsnutzung erheblich beeinträchtigen. Diese Effekte werden an einigen großen natürlichen Seen seit einigen Jahren beobachtet. Eine besonders große Herausforderung stellt der Dümmer im Landkreis Diepholz dar. Um den See in den geforderten guten ökologischen Zustand zu bringen, wird an einem Dümmersanierungskonzept gearbeitet. Der besondere Fokus liegt dabei auf Maßnahmen zur Begrenzung der Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft im Einzugsgebiet des Sees und der Durchführung weiterer technischer Maßnahmen zur Nährstoffelimination.

Umweltbericht 2015  
Abbildung 12: Luftbild Dümmer (Quelle: NLWKN)

Maßnahmen sollen auch an weiteren niedersächsischen Stillgewässern durchgeführt werden. Dafür hat die Landesregierung Fördermöglichkeiten im Rahmen des Programms zur Entwicklung des ländlichen Raumes („PFEIL") vorgesehen.


Artikel-Informationen

16.02.2016

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