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Nutztierhaltung und Wölfe

Das Verhalten des Wolfs

Wölfe sind Beutegreifer und unterscheiden nicht zwischen Wildtieren und Nutztieren - sie nehmen die Beute, die am einfachsten zu erreichen ist. Die heimischen Wildtiere sind über Jahrmillionen an die Anwesenheit der Wölfe angepasst und haben entsprechende Strategien entwickelt, die unseren Haustieren teilweise fehlen. Insbesondere Schafe, Ziegen und Kälber, für die der Mensch keine entsprechenden Präventionsmaßnahmen umgesetzt hat, können für Wölfe eine leichte Beute darstellen. Zudem sind Wölfe in der Lage, Schwachstellen an den vom Menschen installierten Präventionsmaßnahmen zu finden und dort zu überwinden. Durch wiederholten Erfolg an nicht oder unzureichend geschützten Herden können Wölfe lernen, gezielt Schutzmaßnahmen zu überwinden und sich auf die Erbeutung von Nutztieren zu spezialisieren.

Einzelne aktive Vergrämungsmaßnahmen (z. B. durch Vergrämungsteams) sind hier nicht erfolgversprechend. Wölfe können negativ wirkende Einzelmaßnahmen nicht generell mit der Erbeutung von Nutztieren verknüpfen. Dies ist nur möglich, wenn der negative Reiz bei jedem Übergriffsversuch auf sie einwirkt, wie es z. B. durch einen elektrischen Schlag an einem entsprechenden Zaun erreicht werden kann.

Das Land Niedersachsen unterstützt daher nach Kräften den flächendeckenden Herdenschutz, damit Wölfe gar nicht erst erlernen, dass Nutztiere wie Schafe oder Gehegewild einfach zu erbeuten sind. Sollte es trotz richtlininenkonformen Herdenschutzes zu Nutztierrissen kommen, so zahlt das Land eine so gennannte Billigkeitsleistung für die verlorenen Tiere. Ist kein Herdenschutz vorhanden, werden allerdings keine Billigkeitsleistungen ausgezahlt

Die entsprechenden Formulare und weitere Unterstützung erhalten Sie bei der Landwirtschaftskammer (LWK).

Entnahme von Wölfenaus der Natur unterliegt strengen Voraussetzungen

Lässt sich ein Wolf nachweislich auch durch zumutbare Präventionsmaßnahmen nicht von deren Überwindung abhalten und hat sich auf den Erwerb von ausreichend geschützten Nutztieren als Beute spezialisiert, stellt die Entnahme dieses Einzeltiers die letzte Handlungsoption dar. Eine genaue Analyse der Gesamtsituation (diese umfasst u. a. den Zustand der Herdenschutzmaßnahmen, den drohenden Schaden für die Weidetierhaltung und die Entwicklung des Erhaltungszustandes der Population) ist vorab unerlässlich.

Schafe am Deich   Bildrechte: algria

Wolfsfreie Zonen?

Das Umweltministerium ist mit seiner Forderung nach wolfsfreien Zonen zum Schutz der Deichschäfereien bei der Kommission bisher nur begrenzt auf Verständnis gestoßen. Die EU-Kommission befürchtet Präzedenzfälle, wenn verschiedene Regionen in Europa für sich pauschal das Recht auf wolfsfreie Gebiete reklamieren. Die Kommission gesteht jedoch zu, dass die Deichsicherheit höchste Priorität hat und den Schäfern keine unzumutbaren Herdenschutzmaßnahmen abverlangt werden dürfen. Nicht alles, was im Regelfall an Herdenschutz geleistet werden kann, ist unter den besonderen Bedingungen an der Küste und an Flussdeichen praktikabel. Die Details der zumutbaren Schutzmaßnahmen wurden daher ebenfalls in der Wolfsverordnung definiert.

Herdenschutz Niedersachsen   Bildrechte: Herdenschutz Niedersachsen
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