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Die Niedersächsische Wolfsverordnung

Die schnell zunehmende Wolfspopulation und damit einhergehend die steigenden Nutztierrisszahlen haben die Naturschutzbehörden des Landes Niedersachsen ebenso wie die anderer betroffener Länder vor eine Reihe neuer Herausforderungen gestellt, in deren Folge ein effizientes Wolfsmanagement zu entwickeln ist. Da insbesondere der Vollzug von artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigungen hinsichtlich einer Entnahme von schadensverursachenden Wölfen in der Praxis von erheblichen Schwierigkeiten begleitet war, bedurfte es einer Gesetzesänderung auf Bundesebene, um einen rechtssicheren Rahmen für Wolfsentnahmen zu schaffen und um auf Nutztierrisse konsequent reagieren zu können.

Im Interesse der Akzeptanz für den Artenschutz, eines verbesserten Managements und der Rechtssicherheit hat sich Niedersachsen auf Bundesebene daher erfolgreich für Anpassungen des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) eingesetzt.

Die Neuregelung im Rahmen eines neu eingefügten § 45a BNatSchG besagt u. a., dass Wölfe auch dann entnommen werden können, wenn ein Wolf nicht landwirtschaftlich (ausschließlich zur Freizeitbetätigung) gehaltene Weidetiere reißt, soweit diese durch zumutbare Herdenschutzmaßnahmen geschützt waren. Diese Regelung wurde vor dem Hintergrund getroffen, dass die Überwindung von zumutbaren Herdenschutzmaßnahmen bei nichterwerblichen Tierhaltenden den Rückschluss zulässt, dass gleichermaßen Nutztierrisse bei landwirtschaftlichen Tierhaltungen in dem betroffenen Gebiet und damit ernste landwirtschaftliche Schäden drohen können. Die Änderung trägt außerdem der Tatsache Rechnung, dass ein Schäden verursachendes Tier im Rudel nicht immer identifiziert werden kann und Wölfe oft gemeinschaftlich jagen. Insbesondere wenn es zu einer artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung kommt, erfolgt die Individualisierung "im Felde" gemäß § 45a Abs. 2 BNatSchG über den engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhang, wenn mangels äußerlicher Merkmale keine Unterscheidung möglich ist. Dann können innerhalb des Territoriums in den festgelegten Gebieten der Entnahmegenehmigung Tiere entnommen werden - so lange, bis die Risse an geschützten Nutztieren ausbleiben.

Wölfe   Bildrechte: Three-shots

In Ergänzung zum BNatSchG ist in Niedersachsen im November 2020 die Niedersächsische Wolfsverordnung (NWolfVO) in Kraft getreten. Ziel der Verordnung ist, innerhalb des gültigen bundesgesetzlichen Rahmens die in Niedersachsen zumutbaren Herdenschutzmaßnahmen zu definieren. So sorgen wir für mehr Transparenz und Rechtssicherheit im Umgang mit Wölfen. Die Einbindung der jagdausübungsberechtigten Personen auf freiwilliger Basis in die erforderlichen Entnahmemaßnahmen wurde ebenso geregelt, wie Sanktionsmöglichkeiten gegen Störer der Vollzugsmaßnahmen.

Verordnungsblatt   Bildrechte: MU
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