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Wolfsmanagement in Niedersachsen

Der Wolf unterliegt in Niedersachsen dem Naturschutzrecht. Die naturschutzrechtliche Zuständigkeit für den Wolfsschutz in Niedersachsen liegt daher im Geschäftsbereich des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU) als oberster Naturschutzbehörde. Es steuert die landesweiten Schutzbemühungen, legt die Grundsätze zum finanziellen Ausgleich von Schäden und zur finanziellen Unterstützung von schadensvorbeugenden Maßnahmen fest und entscheidet über die Verwendung der dafür zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel. Das MU beruft außerdem die ehrenamtlichen Wolfsberaterinnen und Wolfsberater und hat die Geschäftsführung des Arbeitskreises Wolf (AK Wolf) inne.

Wolfsmanagement in Niedersachsen   Bildrechte: MU
Struktur des niedersächsischen Wolfsmanagements

Zuständigkeiten und Strukturen

Der Wolf unterliegt in Niedersachsen dem Naturschutzrecht. Die naturschutzrechtliche Zuständigkeit für den Wolfsschutz in Niedersachsen liegt daher im Geschäftsbereich des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU) als oberster Naturschutzbehörde. Es steuert die landesweiten Schutzbemühungen, legt die Grundsätze zum finanziellen Ausgleich von Schäden und zur finanziellen Unterstützung von schadensvorbeugenden Maßnahmen fest und entscheidet über die Verwendung der dafür zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel. Das MU beruft außerdem die ehrenamtlichen Wolfsberaterinnen und Wolfsberater und hat die Geschäftsführung des Arbeitskreises Wolf (AK Wolf) inne.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in seiner Funktion als Fachbehörde für Naturschutz informiert durch das bei ihm eingerichtete Wolfsbüro die Bevölkerung über wildlebende Wölfe in Niedersachsen und berät beteiligte Behörden, sonstige Stellen, Verbände und Personen in allen Fragen zum Wolf. Die erhobenen Daten über Wolfsvorkommen und Wolfsverhalten werden beim NLWKN zentral für das gesamte Land Niedersachsen gesammelt, amtlich bewertet und dokumentiert und den zuständigen Behörden und ggf. anderen Stellen zur Verfügung gestellt. Sie dienen auch der Erfüllung der FFH-Berichtspflichten.

Das NLWKN-Wolfsbüro koordiniert und veranlasst weiterführende, für das Wolfsmonitoring und ggf. die Verursacher-Feststellung erforderliche Untersuchungen wie DNA-Analysen. Es informiert die Öffentlichkeit über Wolfsverhalten. Das Wolfsbüro ist bei Bedarf zuständig für die Beauftragung/Durchführung eines intensivierten Wolfsmonitorings sowie für die Konzeption, Planung, Beauftragung und Durchführung von Managementmaßnahmen einschließlich der Erteilung der dafür ggf. notwendigen artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigungen. Das Wolfsbüro wirkt bei der Fortschreibung des niedersächsischen Wolfskonzeptes mit und unterstützt den Arbeitskreis Wolf fachlich. Weiterhin nimmt das NLWKN-Wolfsbüro auf der Grundlage der Richtlinie Wolf die amtliche Feststellung der Verursacherschaft von Nutztierschäden vor.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) führt die Wertermittlung für getötete und verletzte Tiere durch und prüft gemeinsam mit dem NLWKN auf der Grundlage der Richtlinie Wolf Anträge auf Gewährung von Ausgleichszahlungen (Billigkeitsleistungen) bei Tierverlusten und -schäden. Sie prüft und bewilligt außerdem Anträge auf Zuwendungen für Präventionsmaßnahmen zum Herdenschutz gemäß der Richtlinie Wolf.

Das Ministerium, das Wolfsbüro und die LJN schlagen in gegenseitiger Abstimmung geeignete Personen als Wolfsberaterinnen und Wolfsberater vor. Die LJN koordiniert deren Tätigkeit, schult sie u. a. in Zusammenarbeit mit dem Wolfsbüro für ihre Aufgaben und unterstützt ihren Erfahrungs- und Informationsaustausch.

Die unteren Naturschutzbehörden (UNB) sind zuständig für die gemäß Naturschutzrecht (siehe u. A. NAGBNatSchG, ZustVO-Naturschutz) zugewiesenen Aufgaben. Sie sind Ansprechpartner für die Öffentlichkeit.

Für den Tierschutz, ebenso wie (unter anderem) für Jagd und Forsten liegt die Zuständigkeit beim Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML). Das ML kann u. a. Handlungsanweisungen zum Umgang mit verletzten Wölfen, zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere, zum Einsatz von Herdenschutztieren und zum Schutz von Tieren im Rahmen wissenschaftlicher Erhebungen erlassen.

Im Fall wissenschaftlicher Untersuchungen entscheidet das hierfür zuständige Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) über die Erteilung einer neben der artenschutzrechtlich notwendigen Ausnahmegenehmigung erforderlichen Tierversuchsgenehmigung.

Die unteren Veterinärbehörden (Veterinärämter; UNB) überwachen die Einhaltung veterinärrechtlicher Anforderungen und entscheiden z. B. über erforderliche Maßnahmen bei verunfallten Wölfen und im Fall unzureichenden Schutzes von Nutztieren.

Die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) ist im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit dem MU seit dem Jahr 2011 bei den folgenden Punkten in das Wolfsmanagement eingebunden:


  • Unterstützung des Landes bei der Bestandserfassung
  • Erfassung, Begutachtung und Dokumentation von Wildtierrissen durch den Wolf
  • Koordinierung, Betreuung und Schulung von Wolfsberaterinnen und Wolfsberatern
  • Information der Öffentlichkeit über den Wolf und das richtige Verhalten bei Wolfsbegegnungen, um für eine Akzeptanz für den Wolf zu werben
  • Unterstützung des Landes bei der Umsetzung und Planung praktischer Artenschutzmaßnahmen für den Wolf
  • Beteiligung an der Fortentwicklung der konzeptionellen Grundlagen zum Umgang mit dem Wolf in Niedersachsen einschließlich des Wolfsschutzes


Im September 2007 hat das MU einen Arbeitskreis Wolf eingerichtet. Der Arbeitskreis Wolf ist das Forum, in dem relevante Institutionen und Gruppen ihre Erfahrungen und Belange hinsichtlich des Umgangs mit dem Wolf einbringen und erörtern. Es handelt sich um ein das MU beratendes Gremium. Im Arbeitskreis Wolf wird der Umgang mit wildlebenden Wölfen in Niedersachsen in den Grundzügen abgestimmt und Handlungsempfehlungen erarbeitet. Der Arbeitskreis setzt sich aus Vertretern folgender gesellschaftlicher Gruppierungen und Institutionen zusammen:

  • Auffangstationen
  • Bauernverbände
  • BUND
  • Gesellschaft zum Schutz der Wölfe & Freundeskreis freilebender Wölfe
  • Landesforsten, Bundesforsten, Klosterforsten
  • Landesverband für landwirtschaftliche Wildhaltung Niedersachsen e.V.
  • Landkreise, Städte (Forstbehörde, Jagdbehörde, Naturschutzbehörde, Veterinärbehörde)
  • Landesjägerschaft Niedersachsen e. V. (LJN)
  • NABU
  • Pferdehalterverbände
  • Rinderhalterverbände
  • Schaf- und Ziegenhalterverbände
  • Tierschutzverbände
  • Tourismus in Niedersachen
  • Übrige Naturschutzverbände mit Wolfsbezug
  • Übrige niedersächsische Naturschutzverbände mit Wolfsbezug
  • Wissenschaftliche Einrichtungen in Niedersachsen mit Wolfsbezug
  • Wolfsberater/innen
  • Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden e.V. (ZJEN)

Die folgenden Behörden und Institutionen haben eine beratende Funktion im Arbeitskreis Wolf, sind aber nicht stimmberechtigt:

  • Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  • Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz als Landesnaturschutzverwaltung
  • Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als oberste Jagd-, Forst- und Tierschutzbehörde

Wolfsberaterinnen und Wolfsberater werden mit räumlichem Bezug bei Bedarf durch das MU berufen. Ihre Aufgaben sind:

  • Unterstützung des Wolfsmonitorings
  • Ansprechpartner für die Öffentlichkeit in Wolfsfragen
  • Unterstützung des NLWKN-Wolfsbüros bei der amtlichen Nutztierrissdokumentation
  • Unterstützung des NLWKN-Wolfsbüros bei der Beratung von Nutztierhalterinnen und Nutztierhaltern bezüglich des Herdenschutzes
  • Vernetzung mit örtlichen Institutionen (UNB, Jägerschaften, Veterinärämter, etc.)
  • Regelmäßige Teilnahme an den Fortbildungsveranstaltungen


Die Aufgaben, Rechte und Pflichten der Wolfsberaterinnen und Wolfsberater werden in vom MU verfassten Leitlinien niedergelegt. Um einen einheitlichen hohen Standard ihrer ehrenamtlichen Arbeit zu gewährleisten, wird zunächst eine Basisschulung angeboten, in der das notwendige Wissen vermittelt wird. Außerdem werden die Wolfsberaterinnen und Wolfsberater jährlich in weiterführenden Schulungen in der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz fortgebildet. Der Inhalt der Schulungen wird mit der LJN und dem NLWKN-Wolfsbüro abgestimmt und schließt die jeweils neuesten Erkenntnisse und Erfordernisse ein. Die räumliche Zuordnung der Wolfsberaterinnen und Wolfsberater hat das Ziel, eine gute Präsenz in der Fläche zu schaffen und soll eine Orientierung für die Öffentlichkeit sein, den räumlich am nächsten verfügbaren Ansprechpartner zu finden. Die Zuordnung bedeutet jedoch keine absolute Beschränkung auf diese Gebiete.


Derzeitige und zukünftige Projekte

  • Förderung NABU-Projekt Herdenschutz
  • Förderung Projekt „Deich und Wolf“
  • Förderung Schulung / Beratung für angehende Tier- und Landwirte (Kompetenzzentrum Echem) durch Errichtung einer Ausstellungsfläche mit wolfsabweisenden Zäunen
  • Pilotprojekt FÖJ im Herdenschutz angesiedelt an dem Kompetenzzentrum Echem


Wolf   Bildrechte: Jürgen Borris
Wolsfährte   Bildrechte: LJN

Wolsfährte

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