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PI 66/2019 UNESCO-Biosphärenreservat an Niedersachsens Nordseeküste: Umweltminister Lies betont Chancen für die Region

Pressemitteilung Nr. 66/2019

Die Weiterentwicklung des UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer tritt in seine nächste Phase. Mit der „Konsultationsphase“ hat ein Prozess begonnen, in dem Grundlagen für Entscheidungen zu einem freiwilligen Beitritt von Städten und Gemeinden an der Küste geschaffen werden. „Ich unterstütze diese modellhafte Herangehensweise, über die starke Einbindung der Gemeinden und der dort aktiven Interessensvertreter das UNESCO-Biosphärenreservat gemeinsam zu gestalten“, sagte Umweltminister Olaf Lies. „Die immer wieder geäußerten Bedenken habe ich mir sehr intensiv angehört. Sie sind aber unbegründet und werden leider zum Teil auch ohne sachliche Grundlage immer wieder genutzt.“. Immer wieder betont der Minister dabei, dass es sich eben nicht um eine Biosphärenreservat nach Bundesnaturschutzgesetz handelt, bei dem auch die vorgebrachten Bedenken greifen würden.

„Die international begehrte Auszeichnung der UNESCO ist eine riesen Chance, gerade auch für städtisch oder industriell geprägte Standorte“, sagte Lies. „Das UNESCO-Biosphärenreservat unterstützt nahe des Nationalparks Wattenmeer ein lebenswertes Umfeld, in dem auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte eine bedeutende Rolle spielen. Es kann eine wertvolle Grundlage für eine nachhaltige Wirtschafts- und Hafenpolitik sein. Wir sollten es als Impuls für innovative und nachhaltige Ideen begreifen und uns zukunftsgerecht aufstellen. Dabei können auch Fördergelder eingeworben werden.“

Lies reagiert damit auf die Kritik der Landwirtschaft und seit kurzem Teilen der Hafenwirtschaft. „Ich stehe selbstverständlich auch weiterhin für Gespräche zur Verfügung, aber dann sollten sich alle Beteiligten dabei auf die rechtlichen Grundlagen festlegen. Der Beitritt der Städte und Gemeinden geht eben nicht mit weiteren Einschränkungen einher. Wir können aber gerne zusätzlich mit dem Beitritt diese rechtlich eigentlich klare Situation noch einmal beschreiben und auch vertraglich festhalten“, schlägt der Minister vor. Allerdings merkt er an, dass es vor allem auch der schwierige Begriff sei, der die Vermittlung so kompliziert macht. „Die Bezeichnung Reservat hat für viele leider eher etwas Bewahrendes als die Gestaltung im Mittelpunkt. Der Begriff Biosphäre - also Lebensraum - wäre sicherlich der glücklichere und würde auch die Unterscheidung zum Biosphärenreservat nach Bundesnaturschutzgesetz deutlich machen.“

In einer Auftaktveranstaltung im Februar 2019 hatten die Küstenkommunen gemeinsam die Themen Klima/ Energie/ Mobilität, Biodiversität/ Landwirtschaft, Nachhaltige Kommunen/ Bildung/ Fachkräfte und Tourismus/ Kulturelle Identität/ Konsum als künftige Schwerpunktthemen identifiziert.

Neben dem bestehenden Nationalpark bedarf es für die Wattenmeer-Region keiner zusätzlichen rechtlichen Sicherung von Naturschutzflächen. Vielmehr sollen gerade in den vom Menschen geprägten Bereichen nachhaltige Lösungswege für Zukunftsfragen modellhaft erprobt werden. Ein UNESCO-Biosphärenreservat bietet hierfür ein großes Entwicklungspotenzial. Nachhaltigkeitsziele zum Beispiel des Jade-Weser-Ports oder anderer Industrie-Unternehmen werden so in ihrem Weg gestärkt und nicht in Frage gestellt. „Gerade die Verbindungen zu anderen Klima- und Energiethemen wie die intelligente Nutzung der an der Küste oft im Überschuss anfallenden Windenergie sowie Erprobung von Wasserstofftechnologien oder autonomer Transportprozesse könnten Beispiele für ein zukunftsorientiertes Wirken sein. Da sind große Chancen, die für uns gerade mit dem Biosphärenreservat verbunden sind.“

Die Konsultationsphase als Arbeitsphase zur Vorbereitung eines antragsfähigen Konzepts für ein erweitertes UNESCO-Biosphärenreservat wird begleitet von einer Steuergruppe aus Vertretern von Gemeinden, Landkreisen und dem Land Niedersachsen, die in der kommenden Woche erstmals zusammentreten wird. In verschiedenen Arbeitsgruppen in interessierten Gemeinden und zu wichtigen Themenfeldern werden Interessen der Region einbezogen und bestehende Nachhaltigkeitsansätze gesammelt und gebündelt. Als Ergebnisse sollen daraus Ideen zu Handlungsfeldern und Projekten entstehen, denen man sich zukünftig in der Entwicklungszone widmen möchte. Auf dieser Grundlage entscheiden die einzelnen Gemeinden schließlich, ob sie der Entwicklungszone freiwillig beitreten möchten.


Artikel-Informationen

31.05.2019

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