Artikel-Informationen
erstellt am:
23.09.2026
zuletzt aktualisiert am:
25.09.2026
PI 083/2026
Die Energieminister aus Niedersachsen (Christian Meyer) und Schleswig-Holstein (Tobias Goldschmidt) haben am (heutigen) Freitag in Berlin mit wichtigen Stakeholdern aus der Branche und dem zuständigen Bundesenergieministerium erneut zur Zukunft der Offshore-Windenergie diskutiert. „Die Offshore-Windenergie ist eine tragende Säule der Energiewende und von zentraler Bedeutung für die Versorgungssicherheit, den Klimaschutz sowie die industrielle Wertschöpfung in Deutschland“, so Niedersachsens Energie- und Klimaschutzminister Christian Meyer. „Aktuell stockt der Ausbau aber, nachdem Ausschreibungen ohne Angebote blieben und bisherige Zuschläge für den Ausbau oder gar ganze Projekte in Frage gestellt – wie zuletzt Anfang der Woche vom Energiekonzern BP. Das darf nicht passieren, darum fordern wir vom Bund verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für ein Kümmern um die wichtige Offshore-Energie, die die Strompreise in ganz Deutschland senkt.“
Und er warnte vor einem Scheitern: „Werden die Ausbauziele nicht erreicht, müssen mehr teure fossile Importe – insbesondere von klimaschädlichem Gas – zur Sicherung des wachsenden Strombedarfs erfolgen. Das verteuert den Strom- und den Gaspreis, während wir mit heimischer Offshore-Windenergie die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Wirtschaft um Milliarden entlasten könnten und Zehntausende heimische Arbeitsplätze schaffen oder sichern könnten.“ Auch viele Zulieferer seien von der Flaute im Offshore-Windenergieausbau betroffen. So hatte erst die Meyer-Werft in Rostock einen Milliarden-Auftrag für Offshore-Wind-Konverterplattformen erhalten. „Frau Reiches fossiles Nichtstun gefährdet auch diese Arbeitsplätze und Verträge“, so Meyer.
Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Goldschmidt unterstreicht die Bedeutung eines engen Austauschs zwischen den beteiligten Akteuren gerade in der aktuellen Situation: „Unser Bestreben sollte sein, dass alle ausgeschriebenen Flächen auch für den Offshore-Ausbau genutzt werden. Wir haben ambitionierte Ziele, Brachland können wir uns schlicht nicht leisten. Wir müssen vielmehr verhindern, dass Offshore-Flächen über Jahre blockiert werden, ohne dass ein Projektfortschritt erfolgt. Das lässt sich nur mit einem klar geregelten Rückgabemechanismus erreichen. Dieser muss so ausgestaltet sein, dass er einerseits eine schnelle Fortsetzung des Ausbaus ermöglicht, gleichzeitig aber auch die Verbindlichkeit von Geboten insgesamt nicht gefährdet. Nur so können Flächen schnell wieder in den Ausbaupfad zurückgeführt und weitere Verzögerungen beim Offshore-Ausbau vermieden werden. Gerade mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen ist ein Format wie der Runde Tisch Offshore so wichtig. Es braucht einen Resonanzraum, um gemeinsam über die aktuellen Herausforderungen zu diskutieren und mögliche Lösungen zu entwickeln.“
Vor dem Hintergrund der derzeit laufenden energiepolitischen Reformen auf Bundesebene betonten beide Küstenländer die zentrale Bedeutung der Offshore-Windenergie für eine sichere, unabhängige und bezahlbare Energieversorgung in Deutschland. „Deutschland befindet sich derzeit in einer entscheidenden Phase der energiepolitischen Neuaufstellung“, so der niedersächsische Minister Meyer. „Wir brauchen dringend Reformen im Energiebereich, um unser Land unabhängiger von Energieimporten zu machen, eine resiliente Infrastruktur aufzubauen und die Energiekosten langfristig zu senken. Die erneuerbaren Energien sind hierfür der Schlüssel.“ Der Ausbau der Offshore-Windenergie dürfe deshalb nicht weiter erschwert oder blockiert, sondern müsse jetzt konsequent vorangebracht werden. Die von der Bundesregierung vorgelegte Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes werde den bestehenden Herausforderungen nicht ausreichend gerecht. „Kritisch sehen wir insbesondere das vorgesehene zweistufige Ausschreibungsverfahren“, so Meyer.
Mit Blick auf die gescheiterten Ausschreibungen des vergangenen Jahres verweist der Minister auf einen erheblichen Reformbedarf im Offshore-Bereich. Meyer: „Mehr als 16 Gigawatt bereits bezuschlagter Offshore-Leistung verfügen bislang über keine endgültige Investitionsentscheidung. Das zeigt doch ganz deutlich: Es fehlen ausreichende Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen.“ Zwischen Zuschlagserteilung und endgültiger Investitionsentscheidung können mehrere Jahre vergehen. Verändern sich in diesem Zeitraum die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erheblich, besteht derzeit keine Möglichkeit, Flächen geordnet zurückzugeben und zügig erneut auszuschreiben. Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Tobias Goldschmidt ergänzt: „Wenn Unternehmen von einer Realisierung Abstand nehmen, könnte ein anderer Projektierer ohne Flächen vielleicht schon in den Startlöchern stehen. Deshalb sind die aktuellen Meldungen zu ungenutzten Flächen so alarmierend und ein geordneter Rückgabemechanismus so entscheidend. Unser gemeinsames Ziel bleibt ein beschleunigter und verlässlicher Ausbau der Offshore-Windenergie als zentrale Säule der Energiewende.“
Die Ergebnisse des Austauschs werden von Niedersachsen und Schleswig-Holstein in die weiteren Beratungen zur Windenergie-auf-See-Gesetz-Novelle sowie in Gespräche mit dem Bund eingebracht. Beide Länder bekräftigten ihre gemeinsame Forderung nach investitionsfreundlichen, planungssicheren und praxistauglichen Rahmenbedingungen, damit die Ausbauziele für die Offshore-Windenergie erreicht werden und die Energiewende gelingt.
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erstellt am:
23.09.2026
zuletzt aktualisiert am:
25.09.2026
