Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz

„Bach im Fluss 26“: Niedersachsens beste Gewässerprojekte ausgezeichnet

PreisträgerInnen Bach im Fluss 2026   Bildrechte: Blachura
PreisträgerInnen Bach im Fluss 2026

Die Gewinner des 9. Niedersächsischen Gewässerwettbewerbs „Bach im Fluss“ stehen fest. Sie kommen aus der Stadt Osterode sowie aus den Landkreisen Emsland, Celle, Cuxhaven, Holzminden, Rotenburg (Wümme) und Osnabrück. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer, Dr. Jan Arning, Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetags, und Karsten Behr, Geschäftsführer der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, haben am gestrigen Montag in Hannover die diesjährigen Auszeichnungen übergeben.

Stimmen zur Preisverleihung

Umweltminister Christian Meyer gratulierte den Preisträgerinnen und Preisträgern: „Die Wiederherstellung naturnaher Gewässersysteme ist die Grundlage für einen stabilen Wasserhaushalt und unerlässlich zur Verbesserung unserer wassergebundenen Ökosysteme. Die örtlichen Projekte stehen beispielhaft für die Renaturierung unserer Gewässer. Sie sind für die Natur, neue Lebensräume für Fische und andere Arten sowie den natürlichen Hochwasserschutz und klimaangepasstes Wassermanagement unerlässlich. Angesichts häufiger Trockenphasen und extremer Wetterereignisse ist es absolut entscheidend, unsere Gewässer zu stärken und zu entwickeln. Die heute ausgezeichneten Projekte zeigen, dass in Niedersachsen an resilienten, natürlichen Gewässerlandschaften gearbeitet wird. Wir geben unseren Flüssen und Bächen ein Stück Natur zurück.“

Dr. Jan Arning beglückwünschte als Vertreter der kommunalen Spitzenverbände die Siegerinnen und Sieger und hob insbesondere die Zusammenarbeit zwischen dem Unterhaltungsverband Rhume und der Stadt Osterode am Harz hervor: „Für erfolgreiche Renaturierungsmaßnahmen ist eine gute Zusammenarbeit bei Flächengewinnung, Planung und Umsetzung entscheidend.“ Den Kommunen komme dabei eine wichtige Rolle als Projektpartner zu.

Karsten Behr, Geschäftsführer der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, erklärte: „Wir freuen uns besonders, dass der diesjährige Sonderpreis an den Haseauenverein geht. Das freut uns nicht zuletzt deshalb, weil die Bingo-Umweltstiftung bereits auf eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Verein zurückblicken kann. Zudem berücksichtigen die Projekte des Vereins neben der ökologischen Wirksamkeit immer auch die lokale Bevölkerung, was ich sehr begrüße.“ Die Bingo-Umweltstiftung werde auch in Zukunft Projekte an den niedersächsischen Gewässern finanziell unterstützen.

Gewinner der niedersächsischen Bachperlen

In der Kategorie „Hauptamt“ überzeugte der Unterhaltungsverband Rhume mit der „Revitalisierung der Großen Bremke - Petershütte (Stadt Osterode)“ die Wettbewerbsjury und gewann mit der Maßnahme die Bachperle. Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und der Stadt Osterode wurde ein durch Natursteinmauern und eine befestigte Sohle beeinträchtigter Gewässerabschnitt aufgewertet. Die Maßnahme macht das Gewässer innerörtlich wieder erlebbar und verbessert durch die Profilvergrößerung zugleich den vorbeugenden Hochwasserschutz.

In der Kategorie „Ehrenamt“ erhielt der SFV Salzbergen 1929 e.V. die Niedersächsische Bachperle für die „Renaturierung des Elsbachunterlaufs“. Gemeinsam mit dem LFV-A Weser-Ems und dem ULV 94 „Große Aa“ machte der Angelverein den Elsbach kurz vor seiner Mündung in die Ems wieder ökologisch durchgängig. Auf einer Teilstrecke wurde das Gewässer zudem auf die Fläche eines ehemaligen Maisackers verlegt und dort ein neuer Verlauf mit Sekundäraue geschaffen.

Weitere Auszeichnungen

Der Sonderpreis der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung ging an den Verein zur Revitalisierung der Haseauen e.V.. Im Rahmen des Projekts „Strukturverbesserung und Durchgängigkeit an der Wierau“ beteiligten sich 140 Schülerinnen und Schüler aus 15 Schulklassen dreier Schulen an sogenannten „Bachbaustellen“. Sie brachten Kies in die Wierau ein, um die Strukturgüte zu erhöhen und das überbreite Bachbett einzuengen und wurden dabei auch für den Zustand ihrer Umwelt sensibilisiert.

Der Innovationspreis ging an die wilde-natur.org gGmbH und den UHV 20 „Untere Oste“. Bei ihrem gemeinsamen Projekt „Mehr Wasser für die Aue – Zuwässerung und Echtzeitmonitoring kombiniert“ kommt die selbst entwickelte Messboje „NALA“ zum Einsatz. Sie erfasst Wasserparameter in Echtzeit und erkennt mithilfe künstlicher Intelligenz kritische Veränderungen frühzeitig. So können gezielte Schutz- und Managementmaßnahmen für Fließgewässer umgesetzt werden.

Den zweiten Platz im Hauptamt erreichte die NABU-Kreisgruppe Holzminden e.V. mit dem Projekt „Renaturierung der Lenne bei Lenne-Linnenplan“. Den dritten Platz belegte die Deutsche Wildtier Stiftung mit der Maßnahme „Fischotterschutz entlang der Fintau“.

Der Förderkreis -NaturHeimat- Müden (Örtze) e.V. hat im Ehrenamt den zweiten Platz für die "Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Wietze am Aalfang in Müden/Örtze" gewonnen. Den dritten Platz holte der Angelsportverein Geeste e.V. mit dem Projekt „Schaffung von Auenlebensräumen am Fischteichableiter“.

Alle weiteren Informationen zu den ausgezeichneten Projekten finden Sie auf der Projektseite des Wettbewerbs unter: www.uan.de.

Fotos der GewinnerInnen können unter folgendem Link heruntergeladen und für Ihre Berichterstattung verwendet werden: https://mubox.niedersachsen.de/public/download-shares/tqGhShHlMjE42fkX5ZeFWVILxbCvRBEa

Zum Wettbewerb

Der Niedersächsische Gewässerwettbewerb wird gemeinsam vom Niedersächsischen Umweltministerium und den kommunalen Spitzenverbänden Niedersachsens getragen. Die Geschäftsstelle wird von der Kommunalen Umwelt-AktioN UAN geführt. Seit 2010 findet der Wettbewerb alle zwei Jahre statt. Ziel ist es, erfolgreiche Projekte der Fließgewässerentwicklung sichtbar zu machen, die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu unterstützen und das Engagement der Beteiligten zu würdigen. In diesem Jahr wurden 30 Beiträge von Kommunen, Verbänden und Vereinen eingereicht.

Im kommenden Jahr werden ausgewählte Wettbewerbsbeiträge in einer Broschüre veröffentlicht. Diese wird Ihnen nach der Veröffentlichung als PDF-Datei auf der Projektseite des Niedersächsischen Gewässerwettbewerbs zum Download zur Verfügung gestellt.

Artikel-Informationen

erstellt am:
29.09.2026

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