Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz

Innovation für Energie und Klimaschutz in Ostfriesland

Windenergie und Elektro-LKW – Minister Meyer besucht Werk von Enercon und die Spedition Nanno Janssen, den aktuellen Klimainnovationspreisträger


PI 071/2026


Energie- und Klimaschutzminister Christian Meyer hat Anfang dieser Woche zwei ostfriesische Unternehmen besucht, die für Innovation und Klimaschutz in Niedersachsen stehen. Während die Firma Enercon in Aurich als einer der führenden Hersteller von Onshore-Anlagen seit über 30 Jahren für Energiegewinnung durch Windkraft steht, geht es bei der Spedition Nanno Janssen um die Nutzung von nachhaltiger Energie, indem die innovative Flotte von bisher 60 Elektro-LKW mit eigenem Ökostrom versorgt wird.

Enercon – eines der wichtigsten Energie-Unternehmen in Niedersachsen

Am Montag ließ sich Meyer bei einer Betriebsführung zunächst das Werk von Enercon zeigen. Das 1984 in Aurich gegründete Unternehmen zählt zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region. Das Geschäft des Windanlagen-Pioniers reicht von der Entwicklung und dem Bau von Windrädern über die Planung der Anlagen für seine Kunden, den Bau und die Installation bis hin zum langfristigen Betrieb und dem Service bei den Windenergieprojekten. Besonders bekannt ist Enercon für seine getriebelose Anlagentechnik, die auf hohe Zuverlässigkeit und geringen Wartungsaufwand ausgelegt ist.

„Enercon ist eines der wichtigsten Unternehmen in Niedersachsen im Energiesektor. Ich freue mich sehr, dass Enercon von den seit längerer Zeit wieder stetig steigenden Ausbauzahlen bei der Windkraft profitiert. Somit sorgen das Unternehmen und die erneuerbaren Energien für sichere Arbeitsplätze im Nordwesten. Gemeinsam werden wir den Ausbau der Windenergie in Niedersachsen weiter forcieren, um günstigen, nachhaltigen Strom zu produzieren und die Energiewende zu stärken“, sagte Energieminister Meyer bei seinem Besuch in Aurich.

Im ersten Halbjahr 2026 wurden bundesweit 423 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 2,36 Gigawatt Leistung neu in Betrieb genommen. Dies entspricht einem Anstieg von rund 7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein in Niedersachsen werden aktuell mehr als 1.200 Anlagen mit fast 8 Gigawatt Leistung geplant, die zum großen Teil bereits genehmigt sind.

„Wir begrüßen das Interesse und die Unterstützung der Niedersächsischen Landesregierung für die Energiewende“, sagte Benjamin Seifert, Enercon Vice President Business Unit Regions. „Klare politische Rahmenbedingungen und ambitionierte Ausbauziele für die Windenergie schaffen die notwendige Planungssicherheit für Investitionen, mehr Produktion und Beschäftigung. Gemeinsam können wir Niedersachsen als Energiewendeland Nr. 1 weiter stärken.“

In den Gesprächen mit der Unternehmensleitung ging es nicht nur um diese aktuell positive Entwicklung der Onshore-Windenergie in Niedersachsen, die für Arbeitsplätze und Wertschöpfung sorgt. Ebenso im Fokus standen die Herausforderungen für die gesamte Energiebranche durch die Gesetzesentwürfe des Bundes – zum EEG wie zum Netzanschlusspaket – und deren möglichen negativen Auswirkungen auf den Windenergieausbau und auf milliardenschwere Investitionen in ganz Niedersachsen.

Spedition Nanno Janssen – Vorbild bei der Umrüstung auf Elektro-LKW

Am (heutigen) Dienstag besuchte Minister Meyer dann die Spedition Nanno Janssen in Leer. Zentrales Thema war hier, wie es gelingt, die Elektromobilität auch im Logistiksektor in Niedersachsen voranzutreiben und welche Erfahrungen die Spedition mit ihrem Umstieg auf E-LKW bisher gemacht hat. Die traditionsreiche Spedition erhielt 2025 den niedersächsischen Klimainnovationspreis für die Elektrifizierung ihrer LKW-Flotte. Die mittlerweile 60 voll elektrisch betriebenen Lastwagen des Unternehmens machen schon rund zwei Drittel der gesamten Flotte aus. Bis 2030 plant Janssen, seinen gesamte LKW-Fuhrpark und darüber hinaus weitere Nutzmaschinen zu elektrifizieren.

„Das Unternehmen Nanno Jassen zeigt, dass ein Umstieg auf E-Mobilität auch im Logistiksektor funktioniert und wirtschaftlich sein kann. Mit ihrem konsequenten Weg in Richtung E-LKW wurde die Spedition zum Vorreiter und Vorbild für klimafreundliche Logistik im Fernverkehr“, sagte Umweltminister Meyer. „Wir müssen weg von den herkömmlichen Verbrenner-Motoren auch bei den Nutzfahrzeugen. Hier setzt die Spedition Maßstäbe und zeigt, was mit innovativer Technik und grünem Strom alles möglich ist. Mit der Nutzung von E-LKW verringert die Spedition den Ausstoß von Treibhausgasen und leistet so einen Beitrag zur Umsetzung der Klimaschutzziele.“

Mit der elektrischen LKW-Flotte spart die Spedition jährlich rund 4.800 Tonnen CO₂ ein. Das entspricht einer Reduktion bei Klimagasen von etwa 80 Tonnen CO₂ pro Fahrzeug und Jahr. Mit einer eigenen Photovoltaikanlage und einer vorbildlichen Ladeinfrastruktur schafft das Unternehmen zudem die Voraussetzungen für einen insgesamt nachhaltigen Wirtschaftsbetrieb. Mit dem 2025 eröffneten Ladepark in Leer verfügt die Spedition über eine der leistungsfähigsten Ladeinfrastrukturen für E-LKW in Deutschland. Die Anlage umfasst einen 4-Megawatt-Netzanschluss, einen Batteriespeicher sowie 20 Ladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge. „Mit dieser umfassenden Transformation zeigt Nanno Janssen beispielhaft, wie Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz Hand in Hand gehen können“, so Meyer.


Artikel-Informationen

erstellt am:
11.08.2026

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