Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz

Land Niedersachsen stärkt Prüfkapazitäten für effiziente Wärmepumpen am ISFH mit 1,5 Millionen Euro

Wichtiger Schritt für kostengünstiges, klimaschonendes Heizen


  • Geplante neue Prüfumgebung wird Genauigkeit, Geschwindigkeit und Energieeffizienz von Wärmepumpentests erhöhen
  • Wichtiger Beitrag zur Wärmewende und zur Weiterentwicklung klimarelevanter Technologien in Niedersachsen
  • Niedersachsen führendes Land beim Einbau von geförderten Wärmepumpen

Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz sowie das Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördern das Forschungsprojekt „CHAWAEL“ am Institut für Solarenergieforschung Hameln/Emmerthal (ISFH) mit rund 1,5 Millionen Euro. Das Vorhaben steht für den Aufbau einer hochdynamischen und energieeffizienten Versuchsumgebung zur Prüfung von Wärmepum­pensystemen mit dem Wärmeträger Luft.

„Niedersachsen ist Wärmepumpenland Nr. 1. Der Einsatz von Wärmepumpen verringert die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und sichert stabile Wärmepreise durch Erneuerbare Energien. 2025 wurden in Deutschland erstmals mehr Wärmepumpen eingebaut als fossile Öl- und Gasheizungen“, sagt Umwelt- und Energieminister Christian Meyer. „Mit 35.700 Förderzusagen für Wärmepumpen und 600 Millionen Euro Investitionen ist Niedersachsen bundesweit Spitzenreiter bei der Förderung pro Einwohner*in. Wärmepumpen sind das Rückgrat der Wärmewende, tragen wesentlich zum Erreichen der Klimaziele bei und schaffen Tausende Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk. Das Land fördert und unterstützt daher die Wärmewende intensiv.

Zugleich kann und muss auch eine gute Technik immer weiterentwickelt werden, damit die nächste Generation der Wärmepumpen noch besser und energieeffizienter ist. Dazu gehört, dass die Geräte umfassend untersucht und geprüft werden können. Damit das ISFH mit seiner Expertise hier noch besser aufgestellt ist, fördern wir das Projekt CHAWAEL gerne mit Mitteln des Energieministeriums aus dem ökologischen Bereich des Wirtschaftsförderfonds.“

Falko Mohrs, Minister für Wissenschaft und Kultur, sagt: „Als Land verfolgen wir das Ziel, den Menschen eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung zu gewährleisten. Mit dem Projekt CHAWAEL stärken wir gezielt die anwendungsnahe Energieforschung in Niedersachsen. Die neue Versuchsinfrastruktur am ISFH eröffnet völlig neue experimentelle Möglichkeiten, Wärmepumpen unter realitätsnahen Bedingungen präziser und effizienter zu erforschen und weiterzuentwickeln. Damit beschleunigen wir den Transfer von der Wissenschaft in die praktische Anwendung und schaffen eine wichtige Grundlage für die nächste Generation klimafreundlicher Heizsysteme.“

Mit insgesamt 299.000 verkauften Heizungs-Wärmepumpen sind sie im Jahr 2025 erstmals das meistverkaufte Wärmeerzeugungssystem in Deutschland und erreichten damit knapp 50 Prozent Marktanteil an allen neu installierten Wärmeerzeugern. Mit den ca. 35.700 Förderzusagen für Wärmepumpen im Jahr 2025 konnte Niedersachsen seine Vorjahreszahl von rund 18.000 Zusagen fast verdoppeln.

Wärmepumpen leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Versorgungssicherheit, da sie auf lokal verfügbare, erneuerbare Energiequellen zurückgreifen. Sie stellen eine Schlüsseltechnologie für die Wärmewende dar und spielen eine zentrale Rolle für die klimaneutrale Wärmeversorgung. Denn der Wärmesektor verursacht rund 40 Prozent der CO₂-Emissionen in Deutschland und steht für etwa 56 Prozent des Energieverbrauchs. Die bestehenden Prüfverfahren für Luft-Wasser-Wärmepumpen bilden reale Betriebsbedingungen bisher nur eingeschränkt ab.

Hier setzt das Projekt CHAWAEL des Instituts für Solarenergieforschung Hameln/Emmerthal (ISFH) an. Ziel ist es, die Prüfmethodik durch dynamische Testbedingungen und eine präzisere Regelung der Umgebungsparameter zu verbessern. Die erwarteten Forschungsergebnisse sind von hoher Relevanz für die Transformation des Energiesystems.

„Dieses Projekt ermöglicht es uns mit der zu entwickelnden Infrastruktur das Verhalten und die Effizienz von Wärmepumpen unter realen Bedingungen detaillierter zu bestimmen. Ein großer Dank gilt dem Land Niedersachsen für die Förderung dieses Projekts. Effiziente Wärmepumpen sind ein wichtiger Baustein der Wärmewende: Sie entlasten den privaten Geldbeutel und benötigen geringere Investitionen in das Stromnetz“, sagt Maximilian Loth, Projekt- und Gruppenleiter im Bereich Wärmepumpen am ISFH.

Die Versuchsumgebung wird Prüfling und Teststand direkt koppeln und Temperatur sowie Luftfeuchte in kurzen Zeitintervallen regeln. Statt großvolumiger Klimakammern wird der Luftstrom gezielt konditioniert werden. Eine modellprädiktive Regelung wird dann die Prüfbedingungen kontinuierlich an den Betrieb der Wärmepumpe anpassen. Dadurch lassen sich Leistungsdaten schneller erfassen und gezielt auswerten.

Mit dem Projekt CHAWAEL werden die Prüfkapazitäten am ISFH gestärkt und gleichzeitig wichtige Impulse für die Weiterentwicklung von Prüfnormen gesetzt. Bis zum Ende der dreijährigen Förderperiode soll eine intelligente und ressourcenschonende Prüfumgebung für Haushaltswärmepumpen vorliegen, die eine präzisere Bestimmung des Effizienzkennfelds ermöglicht.

Über CHAWAEL

CHAWAEL („Hochdynamische und energieeffiziente Versuchsumgebung für die Charakterisierung von Wärmepumpensystemen mit dem Wärmeträger Luft“) schafft eine neue Infrastruktur für die Prüfung von Luft-Wärmepumpen unter realitätsnahen Bedingungen. Das Ziel ist es, mit dieser neuen Versuchsumgebung eine höhere Genauigkeit der Messdaten bei gleichzeitig reduziertem Energie- und Zeitaufwand zu erreichen. Angewandte Forschungsarbeiten zu Themen der Energieeffizienz an Serien- und Prototypen-Entwicklungen können damit umfassender und zielgerichteter durchgeführt werden. Damit wird eine verbesserte Vergleichbarkeit verschiedener Wärmepumpen und Wärmepumpensystemen ermöglicht und eine weitere Effizienzsteigerung der Modelle angestrebt.

Über das Institut für Solarenergieforschung (ISFH)

Das ISFH entwickelt innovative Technologien für eine nachhaltige Energieversorgung und steht für eine industrienahe Forschung. Mit rund 165 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern forscht es in zwei Abteilungen an effizienten Lösungen für die Nutzung von Solarenergie und regenerativer Energieversorgung von Gebäuden und Quartieren. Die Abteilung Photovoltaik konzentriert sich auf die Entwicklung von neuen industrienahen Solarzellentechnologien, hocheffizienten industrialisierbaren Photovoltaikmodulen und forscht an der Integration von PV in innovativen Systemen. Die Abteilung Solare Systemtechnik entwickelt Lösungen für die Integration von Solarenergie, Wärmepumpen und Wasserstoff in unser zukünftiges nachhaltiges Energiesystem. Das ISFH ist Mitglied im Forschungsverbund Erneuerbare Energien (FVEE) und der Zuse-Gemeinschaft sowie An-Institut der Leibniz Universität Hannover.

S. auch https://isfh.de/

Artikel-Informationen

erstellt am:
02.06.2026

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