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erstellt am:
04.05.2026
Niedersachsens Energieminister Christian Meyer hat am (heutigen) Montag den Energiewendebericht 2025 für Niedersachsen vorgestellt. Mit Blick auf die angestrebte Klimaneutralität im Jahr 2040 sieht der Minister Niedersachsen auf einem guten Weg „Unseren Stromverbrauch konnten wir 2025 bilanziell trotz schwachem Windjahr wieder zu rund 100 Prozent aus Erneuerbaren decken. Zudem ist das im Niedersächsischen Klimagesetz verankerte Wind-Zubauziel von 1,5 GW netto pro Jahr dank der im vergangenen Jahr rekordverdächtigen Genehmigungszahlen von 807 Windkraftanlagen inklusive Nachholeffekten erreichbar. Zusammen mit dem enormen Zubau von Energiespeichern und Netzen drückt Niedersachsen als Energiemotor für heimische, günstige Energien bundesweit die Preise“, so Meyer. „In der jüngsten Ausschreibung der Bundesnetzagentur lag Niedersachsen mit den günstigsten Geboten von 5,54 Cent pro Kilowattstunde und 957 Megawatt Zuschlag deutlich vorn. Der günstigste Strom kommt aus Niedersachsen, übernimmt somit Verantwortung für die Energieversorgung in Deutschland und geht weiterhin mit großen Schritten bei der Energiewende voran. Und der Turbo läuft weiter“. 2025 wurden in Niedersachsen 203 Windräder mit 1110 MW ans Netz genommen, gleichzeitig wurde die Genehmigungsdauer für eine neue Anlage auf 10,6 Monate zwischen Antragstellung und Genehmigung verkürzt.
Nach Angaben der Branche stehen aber mehr als 32 Milliarden Euro Investitionen in Erneuerbare Energien in Niedersachsen auf dem Spiel. Mit Sorge blickt der Minister daher auf die Energiepolitik von Bundesenergieministerin Katherina Reiche. Meyer: „Anstatt die Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen in Niedersachsen auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung zu unterstützen, vollzieht das Bundeswirtschaftsministerium mit Plänen für einen Förderstopp für private PV-Dachanlagen sowie für die Einführung eines Redispatchvorbehaltes eine fossile Rolle rückwärts bei der Energiewende. Damit verhindert sie große, geplante Investitionen in Niedersachsen und wird zum größten Verunsicherungsrisiko für die Branche. Zusätzlich will sie den Netzausbau und Batteriespeicher ausbremsen, damit ihre teuren fossilen Gaskraftwerke gebraucht werden. Biogas hebelt sie ganz aus und verhindert ihre Teilnahme bei flexiblen Reservekapazitäten. Finanziert werden sollen sowohl die Grüngaspflicht als auch die Kraftwerksstrategie durch die Verbraucherinnen und Verbraucher, die mit höherem Strom und Gaspreisen belastet werden. Bundesministerin Reiche macht den Strom teuer und treibt die Menschen auch mit dem Gebäudeenergiegesetz in eine fossile Kostenfalle. Eine klimaneutrale Zukunft sieht definitiv anders aus. Die Bundesministerin handelt gegen den großen Willen der Bevölkerung, die mehrheitlich mehr heimische Erneuerbare will – und nicht weniger.“
Auch im Wärmesektor zeichnen sich laut Energiewendebericht landesweit positive Tendenzen ab: Wärmepumpen waren im Jahr 2025 erstmals das meistverkaufte Wärmeerzeugungssystem in Deutschland und erreichten damit knapp 50 Prozent Marktanteil an allen neu installierten Systemen. In Niedersachsen haben sich 2025 mit rund 35.700 Zusagen die Förderzahlen des Vorjahres für Wärmepumpen verdoppelt. „Aber“, so Energieminister Meyer, „auch im Wärmebereich zeigt die Bundesregierung Rückschritte, wenn sie mit ihrem so genannten Gebäudemodernisierungsgesetz wieder den Einbau von teuren Öl- und Gasheizungen zulassen und die Menschen gleichzeitig zu einem teuren Biomethan- und Bioölbezug zwingen will. Mit dem niedersächsischen Klimagesetz machen sich hingegen viele Kommunen auf den Weg in die kommunale, klimaneutrale Wärmeplanung.“
Bei der anstehenden Energieministerkonferenz auf Norderney wird es daher nicht weniger darum gehen, Deutschland endlich unabhängiger und freier von fossilen Energien zu machen. „Die Länder wollen die Energiewende hin zu Wasserstoff und den Erneuerbaren. In allen Ländern wurden große Mengen an EE-Anlagen und Batteriespeichern geplant oder genehmigt“, so Meyer. „Wird jetzt beim Netzausbau eine Schippe draufgelegt, damit diese günstigen Anlagen auch ans Netz kommen und Gas, Öl und Kohle verdrängen? Oder erfolgt jetzt beim EEG und Netzpaket der große Stopp und eine Reiche-Delle bei Wind, Solar und auch Biogas? Ich hoffe, dass die Energieministerinnen und Energieminister weiterhin parteiübergreifend für ein Beibehalten der Energiewende und auch der Wasserstoffstrategie sind.“ Auch die Sicherheit der Energieversorgung, der Stromnetze und Speicher steht angesichts zunehmender hybrider Bedrohungen auf der Tagesordnung. „Erdkabel sind nicht nur schneller realisierbar und haben breite Akzeptanz, sondern sind auch resilienter und widerstandsfähiger gegen Angriffe von innen und außen. Sicherheitsfragen müssen beim notwendigen Ausbau der Energienetze ebenso wie Erneuerbare Batteriespeicher eine größere Rolle spielen“, so Meyer mit Blick auf etwas den Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin.
Hintergrund zum Energiewendebericht:
Mit dem Energiewendebericht 2025 legt Niedersachsen den achten Monitoringbericht zur Energiewende vor. Daraus ergeben sich die aktuellen Entwicklungen zum Energieverbrauch, zu Stromerzeugung und -verbrauch sowie zu den energiebedingten Treibhausgasemissionen, die bis zum Jahr 2023 auf der amtlichen Statistik des Landesamts für Statistik und darüber hinaus auf den aktuellen Prognosen durch das Leipziger Institut für Energie basieren. Neben den Kennzahlen zum Fortschritt der Energiewende in Niedersachsen umfasst der Bericht erstmals auch Angaben zur Importabhängigkeit im Energiesektor und gibt einen Überblick über den Status zum Stromnetzausbau sowie zur Entwicklung der Wasserstoff-Infrastruktur in Niedersachsen. Zudem werden die Herausforderungen im Wärmesektor, u. a. bei der Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung, und die Rolle der Klima- und Energieagentur Niedersachsen beschrieben.
Den Energiewendebericht 2025 für Niedersachsen finden Sie hier: https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/themen/energie/energiewendebericht/energiewendeberichte-119325.html
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erstellt am:
04.05.2026

