Artikel-Informationen
erstellt am:
28.08.2026
PI 075/2025
An der Unterelbe geht das Naturschutz-Großprojekt „Krautsand II“ im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) in die Umsetzungsphase. Zusammen mit Bundesumweltminister Carsten Schneider hat Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer den Förderscheck an die Projektträger WWF Deutschland und NABU-Stiftung Nationales Naturerbe übergeben. Der Bund und das Land finanzieren die Renaturierungsmaßnahmen mit insgesamt rund 13,8 Millionen Euro. „Mit dem Naturschutz-Großprojekt Krautsand setzen wir ein starkes Zeichen für die Wiederherstellung unserer natürlichen Lebensgrundlagen“, so der niedersächsische Umweltminister. „Im einzigartigen Elbeästuar, wo Süß- und Salzwasser aufeinandertreffen, entstehen wertvolle Lebensräume und bedrohte Arten bekommen neue Chancen. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass Naturschutz, Küstenschutz und Gewässerunterhaltung gemeinsam gedacht und umgesetzt werden können.“
Im Mündungsbereich der Elbe sollen von Ebbe und Flut geprägte natürliche, artenreiche Lebensräume sowie ein naturnahes Wassermanagement wiederhergestellt werden. Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Der Unterlauf der Elbe ist die größte von den Gezeiten geprägte Flussmündung in Deutschland und eine der größten in Europa. In den letzten Jahrzehnten ist diese Flussmündung vom Menschen stark verändert worden. Durch Deiche sind viele Überflutungsflächen verlorengegangen. Nebenarme der Elbe wurden abgetrennt und die Fahrrinne für die Schifffahrt vertieft. Wenn wir der Natur jetzt wieder mehr Raum geben, hat das viele positive Effekte. Seltene Tier- und Pflanzenarten gewinnen mehr Lebensraum, wiedervernässte und naturnahe Feuchtgebiete binden Kohlenstoff und speichern Wasser. Damit erhöhen wir die Widerstandsfähigkeit unser Naturräume gegenüber Dürre, Hitze und Hochwasser. Das ist genau der richtige Ansatz, den wir angesichts des diesjährigen Hitzesommers auch in anderen Regionen brauchen: das Wasser wieder in der Landschaft halten und damit die Vorsorge vor extremen Folgen des Klimawandels verbessern.“
Krautsand ist eine ehemalige Elbinsel im Landkreis Stade an der Unterelbe. Die Projektkulisse umfasst rund 2.800 Hektar und liegt im Übergangsbereich zwischen Elbe und Nordsee, dem Elbeästuar. Die von Marschengrünland geprägte sowie von Prielen und Gräben durchzogene Landschaft bietet zahlreichen Vogel-, Fisch- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Große Teile des Gebiets gehören daher zum europäischen Schutzgebietsnetzwerk Natura-2000. „Ästuarien sind in Deutschland selten“, so Meyer, „und haben daher eine herausragende Bedeutung für die biologische Vielfalt. Sie befinden sich aufgrund von Fließgewässerausbau, Uferbefestigung, Fahrrinnenvertiefung sowie Schad- und Nährstoffeintrag oft aber in keinem guten Zustand.“ Das gilt auch für das Elbästuar, das ausgedehnteste der vier großen Ästuarien in Deutschland.
Ziel des Naturschutzgroßprojekts ist es, Priele wieder an die Tide anzubinden und ästuartypische Lebensräume wie Flachwasserzonen, Wattflächen, Röhrichte und Grünland-Wasser-Landschaften zu erhalten, aufzuwerten und wiederherzustellen. „Das Naturschutzgroßprojekt Krautsand ist damit nicht nur ein Leuchtturmprojekt für den Naturschutz“, so der Minister, „auch mit Blick auf die Zusammenarbeit setzt es Maßstäbe.“ Zur Umsetzung der Projektziele arbeiten der WWF und NABU-Stiftung eng mit weiteren Organisationen zusammen. Durch Kooperationen – beispielsweise mit der Bundeswasserstraßenverwaltung, dem Deichverband Kehdingen-Oste und landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort – können wichtige Synergien geschaffen werden. So wird geeigneter Bodenaushub, der bei der Neuanlage von Gewässern anfällt, für den Deichbau genutzt.
Hintergrund:
Das Naturschutzgroßprojekt Krautsand wird über „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ gefördert, das zentrale Förderinstrument des Bundes für Naturschutzgroßprojekte von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung. Die Umsetzung soll bis Ende 2035 erfolgen. Die Finanzierung erfolgt zu 75 Prozent durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums, zu 12,5 Prozent durch das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz sowie zu 12,5 Prozent durch den WWF Deutschland und die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Die Bewilligungsbehörde ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).
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erstellt am:
28.08.2026
