Artikel-Informationen
erstellt am:
02.07.2026
zuletzt aktualisiert am:
05.07.2026
Niedersachsens Umwelt- und Klimaschutzminister Christian Meyer hat am ersten Tag seiner dreitätigen Sommerreise am Nachmittag das Altwarmbüchener Moor bei Hannover besichtigt und sich über das dort geplante großflächige Wiedervernässungsprojekt LIFE „RePeat“ mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 34 Millionen Euro informiert. Zehn Millionen Euro stammen aus EU-Mitteln, jeweils zwölf Millionen Euro tragen das Land Niedersachsen und die Region Hannover. Meyer: „Niedersachsen ist Moorland Nr. 1 und trägt für geschützte Hochmoore eine besondere Verantwortung. Mit der neuen Moor-Renaturierungsoffensive wollen wir Moore durch gezielte Maßnahmen wieder vernässen und dauerhaft entwickeln. Moore sind Superhelden des Klimaschutzes, speichern CO2 in großen Mengen. Sie kühlen vor allem an heißen Sommertagen wie eine natürliche Klimaanlage, halten Wasser zurück und sind einzigartige Ökosysteme im Biotopverbund. Naturnahe Moore sind Hotspots der Artenvielfalt und Lebensraum hochspezialisierter Tier- und Pflanzenarten. Davon profitiert auch das Umland. Die Wiedervernässung von Mooren ist damit auch wertvoll für den Hitzeschutz. Zudem trägt das Vorhaben zur Stabilisierung des Wasserhaushalts bei.“
Das neue Projektgebiet umfasst die drei FFH-Gebiete: Altwarmbüchener Moor, Rehburger Moor und Trunnenmoor in der Region Hannover. Mit 1.221 Hektar (ungefähr so groß wie 1.700 Fußballfelder) macht das Altwarmbüchener Moor rund zwei Drittel der Projektfläche aus. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) koordiniert die Umsetzung. Dafür sollen Flächen erworben, getauscht oder über Gestattungsverträge gesichert werden. Der NLWKN rechnet damit, den Wasserstand in Moorflächen auf insgesamt ca. 1.000 Hektar positiv beeinflussen zu können. Profitieren werden insbesondere seltene Lebensraumtypen und Arten, die nach der FFH-Richtlinie geschützt sind, „der Beitrag zum Klimaschutz und zur Stabilisierung des Landschafts-wasserhaushaltes ist ein willkommener Nebeneffekt“, so der Minister.
Wie gut das funktionieren kann, zeigt das bereits fast abgeschlossene LIFE+-Projekt „Hannoversche Moorgeest“. Hier werden seit 2021 vier Hochmoore in der Wedemark wiedervernässt, das Projekt steht erfolgreich vor dem Abschluss. 17,5 Millionen Euro standen in der Moorgeest für die Herstellung der Flächenverfügbarkeit, die Planung und Umsetzung der umfangreichen Baumaßnahmen auf 2.243 Hektar zur Verfügung. Der Großteil der Mittel ist bereits abgeflossen, die Flurbereinigung beendet. „Mit den Flächeneigentümern wurden über die Optionen Verkauf, Tausch und Gestattung sehr gute Lösungen gefunden“, so Susanne Brosch, Projektmanagerin beim NLWKN. 200 Hektar Tauschflächen standen außerhalb des Projektgebietes für Tauschzwecke bereit und wurden insbesondere von den Landwirtinnen und Landwirten genutzt.
95 Prozent der Maßnahmen sind an diesem Standort bereits abgeschlossen. „Dank des großen Engagements des Projektteams und der beteiligten Baufirmen liegen wir gut im Zeitplan und rechnen mit einem erfolgreichen Projektabschluss im Herbst 2027“, so Brosch. Dann soll das geplante, ungefähr 75 Kilometer lange Poldersystem aus Dämmen in den vier Projektmooren, vollständig gebaut sein. Zusätzlich verhindert der Verschluss von zahlreichen Entwässerungsgräben auf einer Länge von mehr als 40 Kilometern den Regenwasserabfluss und somit das weitere „Ausbluten“ der Moore. Dann werden in der Hannoverschen Moorgeest die Torfböden wieder wachsen und als natürliche CO2-Speicher erheblich zum Klimaschutz beitragen.
Zum Abschluss des Tages diskutierte Umwelt- und Klimaschutzminister Meyer im Moorinformationszentrum in Resse mit Holger Buschmann (Vorsitzender des NABU Niedersachsen), Michael Rode (stellvertretender Vorsitzender des BUND Niedersachsen), NLWKN-Expertinnen und -experten sowie Bürgerinnen und Bürgern über das Thema „Moore: Superhelden des Klimaschutzes“. Dabei betonte der Minister erneut die Bedeutung der Moore für Klima und Biodiversität: „Moore sind die Superhelden des Klimaschutzes. Obwohl sie nur rund acht Prozent der Landesfläche Niedersachsens bedecken, speichern sie fast die Hälfte des gesamten Kohlenstoffs in den Böden des Landes. Aus entwässerten Mooren und kohlenstoffreichen Böden stammen derzeit knapp 18 Prozent der Treibhausgasemissionen Niedersachsens. Durch einen höheren Wasserstand können diese Emissionen deutlich reduziert werden und unser Klima noch besser schützen“, so Meyer.
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02.07.2026
zuletzt aktualisiert am:
05.07.2026
