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Die Schachtanlage Asse II - Der Zustand des Grubengebäudes

Der Zustand des Grubengebäudes der Schachtanlage Asse II ist aus bergtechnischer und geotektonischer Sicht infolge seines hohen Durchbauungsgrades (große Hohlräume auf engem Raum) sehr problematisch. Sowohl die Tragelemente als auch das umgebende Gebirge verlieren fortlaufend an Stabilität („Entfestigung").

Die ursprüngliche Annahme früherer Betreiber, die Stilllegung der Asse bereits ca. bis zum Jahre 2014 abschließen zu können, führte zu einer Vernachlässigung bis hin zu einem Stillstand von notwendigen Arbeiten zur Stabilisierung und Sicherung des Grubengebäudes sowie zur Verbesserung der untertägigen Infrastruktur. Nunmehr werden nach den derzeitigen Rahmenplanungen und Prognosen für die geplante Rückholung noch mehrere Jahrzehnte Offenhaltungsbetrieb erforderlich sein.

Die geplante Rückholung stellt daher neben radiologischen und organisatorischen auch aus bergtechnischen Gründen eine beispiellose Herausforderung an den Betreiber der Asse dar. Diese wird dabei zusätzlich belastet durch die schwierigen Randbedingungen der Asse wie
  • eine schlechte Gebrauchstauglichkeit des Grubengebäudes

  • notwendige Vorsorge- und Notfallmaßnahmen der Notfallplanung

  • die Gefahr eines nicht mehr beherrschbaren Zuflusses von kontaminierten und nicht kontaminierten Lösungen (Gefahr des Absaufens der Grube)

  • eine unzureichende und geotektonisch gefährdete Infrastruktur in vielen Bereichen des Grubengebäudes (z.B. Wendelstrecke, Speicherbecken, Werkstätten)

  • der für die geplante Rückholung unzureichende Einschachtbetrieb einschließlich der damit verbundenen Einschränkungen in der Wetterführung

Der vorhandene Infrastrukturbereich (Werkstätten, Lager etc.) auf den oberen Sohlen wird nach den aktuellen Standsicherheitsprognosen längerfristig nicht mehr oder nur noch eingeschränkt nutzbar sein. Es müssen daher neue Hohlräume in tieferen und/oder stabilen Gebirgsbereichen aufgefahren werden, um einen sicheren und geordneten Bergwerksbetrieb weiterhin möglich zu machen.

Zur Stabilisierung der ehemaligen Abbaue in der Südflanke der Asse waren bereits in den Jahren 1995 - 2003 insgesamt 2,15 Millionen Tonnen Versatzmaterial pneumatisch eingefördert worden. Die Verfüllarbeiten werden derzeit und auch weiterhin über sog. Firstspaltverfüllungen bereits versetzter, aber noch zugänglicher Abbaukammern sowie über das Verfüllen bzw. Abwerfen gefährdeter Grubenbaue fortgesetzt.

Täglich fallen etwa 10 m³ nicht kontaminierte Salzlösungen an, deren Entsorgung vom Betreiber sicherzustellen ist. Darüber hinaus ist Entsorgungssicherheit auch im Falle erhöhter Zuflussmengen zu gewährleisten. Kontaminierte Lösungen unterhalb des 10 fachen der Freigrenze nach Strahlenschutzrecht können aufgrund gesetzlicher Spezialregelungen („Lex Asse“) als Zuschlagstoff bei der Herstellung von Sorelbeton zu Versatzzwecken in der Asse eingesetzt werden. Sie werden dauerhaft in einer festen Matrix eingebunden in der Grube verbleiben.

Die gebirgsmechanischen Einwirkungen und Ereignisse werden fortlaufend vom Betreiber mikroseismisch überwacht.


Zugang Kammer 7
Artikel-Informationen

20.02.2018

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