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Verhalten bei einer Wolfsbegegnung

Der Fall einer Spaziergängerin, die mit ihrem Hund über mehrere Minuten von einem Wolf verfolgt wird, hat Mitte April für viel Aufmerksamkeit in den Medien und im Netz gesorgt. Wir nehmen das zum Anlass, dieses Ereignis noch einmal einzuordnen und vor allem auch auf die Verhaltens-Empfehlungen von NLWKN und DBBW hinzuweisen.

Solche Nahbegegnungen sind keine Einzelfälle. Sie werden aber nur in wenigen Fällen so dokumentiert, wie das hier der Fall war.

In diesem konkreten Fall scheint es sich augenscheinlich um einen jungen Wolf zu handeln. Ein solches Verhalten ist nach Einschätzung unserer Experten gerade zu dieser Jahreszeit nicht unnormal. Das ändert allerdings nichts an dem Umstand, dass ein solches Zusammentreffen zwischen Wolf und Mensch als sehr bedrohlich wahrgenommen werden kann.


Immer bedenken: der Wolf ist ein Wildtier

Diese Begegnung zeigt sehr deutlich: Wölfe sind keine Kuscheltiere! Es handelt sich um Raubtiere, deren natürliches Verhalten gerade für Nicht-Experten große Verunsicherung auslösen und in solchen, für die Betroffenen äußerst unangenehmen Situationen resultieren kann.

Die richtige Reaktion gerade in solchen Stress-Situationen ist nachvollziehbarerweise gerade für Nicht-Experten herausfordernd und kann man von bspw. Waldspaziergängern im konkreten Zusammenhang wohl kaum verlangen. Umso mehr wollen wir hier noch mehr Aufklärung. Die offiziellen Verhaltens-Hinweise haben wir analog zu den Hinweisen der DBBW auf den Homepages von Land und NLWKN veröffentlicht.


Richtiges Verhalten bei Nahbegegnungen:

Wenn Sie einem Wolf begegnen, bewahren Sie Ruhe. Beobachten Sie ihn und fotografieren ihn, wenn es die Situation zulässt. Sobald er Sie bemerkt, zieht er sich in der Regel zurück, Wölfe sind vorsichtige Tiere. Nähern Sie sich auf keinen Fall einem Wolf, der ein Tier gerissen hat. Junge Wölfe sind allerdings neugierig und agieren oft weniger vorsichtig als erwachsene Tiere, manchmal sogar dreist. Sollten Sie sich in der Anwesenheit eines Wolfs unwohl fühlen, können Sie Folgendes tun:

· Machen Sie sich bemerkbar durch Reden, Rufen und/oder In-die-Hände-Klatschen.

· Zeigen Sie dem Wolf durch beherztes Auftreten, dass Sie die Situation unter Kontrolle haben.

· Entfernen Sie sich dabei langsam und ruhig, immer mit dem Gesicht zum Wolf.

· Laufen Sie nicht weg, denn das kann Verfolgung auslösen!

· Sollte sich Ihnen der Wolf dennoch nähern, gehen Sie mit Bestimmtheit auf ihn zu, machen Sie Lärm und werfen Sie nach Möglichkeit mit Steinen oder Stöcken nach ihm.

· Der Einsatz von Pfefferspray ist zur Abwehr ebenfalls sehr wirksam.

· Sind Sie mit einem Hund unterwegs, lassen Sie ihn zu seinem eigenen Schutz nicht von der Leine, sondern behalten Sie ihn nahe bei sich.

Anschließend melden Sie den Vorfall so zeitnah wie möglich der nächsten Wolfsberaterin bzw. dem nächsten Wolfsberater oder direkt an die Landesjägerschaft Niedersachsen: Telefon: 0511-530430.

Sie können die Verhaltenshinweise auch noch einmal im Detail auf unserer Webseite unter folgendem Link nachlesen:

https://www.nlwkn.niedersachsen.de/wolfsburo/verhaltenstipps/verhaltenstipps-152435.html



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