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Transport- und Lagerbehälter

Abhängig von der Art des radioaktiven Abfalls werden an den Transport und die Lagerung unterschiedlich hohe Anforderungen gestellt. So können schwach radioaktive Abfälle unter weitaus geringeren Anforderungen verpackt und transportiert werden als hochradioaktive und wärmeentwickelnde Abfälle aus Kernkraftwerken.

Die Beförderungsbedingungen bzw. Anforderungen an einen Transportbehälter für radioaktive Stoffe sind in den internationalen und nationalen Vorschriften zur Beförderung gefährlicher Güter (sog. "Verkehrsrecht") festgelegt. Diese werden von der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung – BAM sowie vom Bundesamt für Strahlenschutz – BfS überwacht.

Die höchsten Anforderungen verbunden mit einer Vielzahl von Prüfungen im Zulassungsverfahren werden an Transport- und Lagerbehälter für hochradioaktive und wärmeentwickelnde Abfälle gestellt. Der bekannteste Behälter für diese Art von Abfall ist unter dem Namen CASTOR® geläufig, wobei die Bezeichnung für "Cask for Storage and Transport of Radioactive Material" steht und daraus bereits hervorgeht, wofür der Behälter bestimmt ist. CASTOR® ist eine Markenbezeichnung für Transport- und Lagerbehälter die von der Gesellschaft für Nuklear Service mbH (GNS) gefertigt werden. Auch andere Behälterhersteller wie die TN International (in Frankreich) oder Mitsubishi Heavy Industries (in Japan) produzieren vergleichbare Behälterbauarten, die für den Transport und die Lagerung von hochradioaktiven Abfällen geeignet sind.

Castor  
CASTOR®HAW 20/28 CG-Behälter in sog. Lagerkonfiguration, d. h. mit allen Details, mit denen er im Lager ausgerüstet steht

Bevor eine Behälterbauart für die Zwischenlagerung verwendet werden darf, ist zum einen eine "verkehrsrechtliche" Zulassung erforderlich, die das BfS erteilt. Des Weiteren muss der Betreiber eines Zwischenlagers über eine Genehmigung des BfS für die Aufbewahrung von hochradioaktiven Abfällen in einer bestimmten Behälterbauart verfügen. Dabei sind vier wesentliche Schutzziele zu berücksichtigen: der sichere Einschluss, Unterkritikalität, Abschirmung und Wärmeabfuhr.

Beispiel: Sollen in einem Kernkraftwerk abgebrannte Brennelemente in dem benachbarten Standort-Zwischenlager zwischengelagert werden, so ist zunächst ein Antrag des Kraftwerkbetreibers auf Beladung bei der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde mit entsprechenden Unterlagen für den Behältertyp sowie die Brennelemente zu beantragen. Der Behältertyp muss vom BfS für das Zwischenlager, in dem er aufbewahrt werden soll, genehmigt sein.

Die Transport- und Lagerbehälter verfügen über ein sog. Doppeldeckeldichtsystem, d.h. über einen mit zwei Dichtungen ausgestatteten Primär- und Sekundärdeckel. Der Behälter wird nach der Beladung mit Helium befüllt, im Behälter herrscht außerdem ein leichter Unterdruck. Der Sperrraum zwischen den beiden Deckeln steht unter einem Überdruck von 6 bar und wird über einen sog. Druckschalter überwacht, der an ein Behälterüberwachungssystem angeschlossen ist. Sollte es in den Behälterbarrieren (Primär- oder Sekundärdeckeldichtungen) zu Leckagen kommen, d.h. einen Druckabfall im Sperrraum geben, wird dies über den Druckschalter am Behälterüberwachungssystem angezeigt. Außerdem könnte über Messungen ermittelt werden, welche der Dichtungen ursächlich für die Leckage ist.

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