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Transportbehälterlager Gorleben (TBL-G)

Im TBL-G dürfen nach aktueller Gesetzeslage ( AtG §9a (2a) neben den dort schon in Transport- und Lagerbehältern unterschiedlichen Typs (z.B. CASTOR® V/19 für Brennelemente, CASTOR® HAW 20/28 CG, CASTOR® HAW 28M sowie der französische TN85 für verglaste Abfälle) lagernden 113 Transport- und Lagerbehälter keine zusätzlichen kernbrennstoffhaltigen Abfälle in Form von radioaktiven verglasten Spaltproduktlösungen aus der Wiederaufarbeitung (hierunter fallen auch die verglasten Reinigungsschlämme aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich) in Transport- und Lagerbehältern aufbewahrt werden. Die Lagerung abgebrannter Brennelemente muss nach den Regelungen des § 9a (2) des AtG in Zwischenlagern an den Standorten der jeweiligen Kernkraftwerke erfolgen.

Alle Behälter sind mit dem Behälterüberwachungssystem verbunden, das die Dichtheit der Doppeldeckelbarriere überwacht.

Die Aufnahme weiterer Behälter ist atomgesetzlich ausgeschlossen.

Hintergründe

Das TBL-G wurde 1983 baulich fertig gestellt und erhielt 1983 erstmalig eine atomrechtliche Genehmigung von der seinerzeit hierfür zuständigen Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB). Nachträge wurden 1988 sowie 1994 nach dem Übergang der Zuständigkeit vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) teilweise genehmigt. In den Jahren 1992/1993 hat die BLG beim BfS einen über die bisherigen Genehmigungsanträge hinausgehenden und die genehmigten Sachverhalte einschließenden Antrag gestellt. Am 02.06.1995 erteilte das BfS darauf hin die Genehmigung, auf maximal 420 Stellplätzen der Lagerhalle kernbrennstoffhaltige Abfälle mit insgesamt maximal 3800 Mg Schwermetallmasse und einer maximalen Gesamtaktivität von 2 x 1020 Bq sowie einer maximalen Gesamtwärmeleistung von 16 MW in Form bestrahlter Leichtwasserreaktor- Brennelemente in Transport- und Lagerbehältern der Bauarten CASTOR® Ia, Ib, Ic, IIa, und V/19 sowie Kernbrennstoffe in Form verglaster hochradioaktiver Abfälle aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich in Transport- und Lagerbehälter der Bauart CASTOR® HAW 20/28 CG und TS 28V für den Zeitraum von maximal 40 Jahren aufzubewahren. Die Inbetriebnahme des TBL-G erfolgte im Jahr der Genehmigungserteilung mit der ersten Einlagerung. Mit dem Genehmigungsbescheid nach § 6 AtG von 1995 sowie den vier ebenfalls nach § 6 AtG erteilten Änderungsgenehmigungen von 2000, 2002, 2007 und 2010 wurden neue Behältertypen für die Aufbewahrung von Kernbrennstoffen zugelassen.

Transportbehälterlager
Transportbehälterlager in Gorleben

Transportbehälterlager in Gorleben

Die Lagerhalle ist 182 m lang, 38 m breit und 20 m hoch. Mit Hilfe eines 140 t-Brückenkrans werden die Transport- und Lagerbehälter in Empfang genommen und auf ihre Stellplätze transportiert. Die 0,5 m starken Wände aus Stahlbeton bewirken zusätzlich zum Behälter selbst und im Zusammenwirken mit einem das Anlagengelände umschließenden ca. 3 m hohen Erdwall eine Abschirmung zur sicheren Einhaltung des genehmigten Dosisgrenzwertes am ungünstigsten Aufpunkt am Zaun der Anlage in Höhe von 0,3 mSv/Kalenderjahr für Einzelpersonen der Bevölkerung.


Abladen
Abladen eines CASTOR® HAW20/28 - Behälters im TBL-G

In der Ortslage Gorleben sind am dortigen Messpunkt nur Beiträge natürlicher Strahlung nachweisbar.

Die erste Einlagerung abgebrannter Brennelemente (BE) erfolgte1995 mit BE aus dem Kernkraftwerk Philippsburg. In zwei weiteren Transporten wurden 1996 und 1997 drei Behälter mit verglasten Spaltproduktlösungen von der AREVA NC in La Hague und vier BE-Behälter aus den Kernkraftwerken in Gundremmingen und Neckarwestheim eingelagert. Die sechs Behälter des Typs CASTOR® HAW 20/28 CG, die 1997/98 in La Hague beladen wurden, durften aufgrund eines Transportstops erst im März 2001 nach Gorleben transportiert werden. Vor dem Transport nach Deutschland wurden alle sechs Behälter erneut im Beisein der deutschen Aufsichtsbehörde sowie Sachverständiger auf ihre Dichtheit überprüft. Mitte November 2001 traf ein weiterer Transport mit sechs CASTOR® HAW 20/28CG- Behältern aus La Hague in Gorleben ein.

Im November 2002 wurde erstmalig ein Transport mit zwölf CASTOR® HAW 20/28 CG- Behältern von Frankreich nach Gorleben durchgeführt. In den Jahren 2003 bis 2006 erfolgten weitere Transporte mit je zwölf CASTOR® HAW 20/28 CG- Behältern aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich. Im Jahr 2008 wurden 11 CASTOR® HAW 20/28 CG Behälter, dann im Jahr 2010 10 CASTOR® HAW 28M- Behälter und im Jahr 2011 dann letztmalig 11 CASTOR® HAW 28M- Behälter eingelagert. Weitere Einlagerungen sind seit Ende 2013 atomgesetzlich unzulässig.


Transportbehälterlager
Blick ins Transportbehälterlager Gorleben
Werksgelände  

Werksgelände der BLG

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