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Zwischenlager

Radioaktive Abfälle entstehen beim Betrieb kerntechnischer Anlagen (z.B. Brennelementfabriken, Kernkraftwerke, Wiederaufarbeitungsanlagen) und bei der Anwendung radioaktiver Stoffe in Industrie, Forschung und Medizin. Zur längerfristigen Zwischenlagerung und insbesondere zur Endlagerung müssen die Abfälle behandelt (= konditioniert) und in Transport- und Lagerbehältern verpackt werden.

Hochradioaktive Abfälle (High Active Waste) fallen in Kernkraftwerken als abgebrannte Brennelemente bzw. verglaste Spaltprodukte aus der Wiederaufarbeitung im Ausland (Frankreich und England) an. Der HAW enthält etwa 95 % der Radioaktivität aller radioaktiven Abfälle, macht aber volumenmäßig nur etwa 5% aus. Die weitaus größten Mengen an radioaktiven Abfällen sind schwach (Low Active Waste) und mittelradioaktiv (Middle Active Waste).

Die Aufbewahrung von Kernbrennstoffen in Form von hochradioaktiven Abfällen bedarf einer Genehmigung nach § 6 AtG, die vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als zuständige atomrechtliche Genehmigungsbehörde erteilt wird. Die atomrechtliche Aufsicht für diese Aufbewahrung in Zwischenlagern vollziehen gemäß § 24 AtG die Obersten Landesbehörden, in Niedersachsen ist es das Umweltministerium. Weitere Informationen zu den Zwischenlagerstandorten - auch außerhalb Niedersachsens - bietet die Homepage des BfS.

In Niedersachsen wird seit 1995 ein zentrales Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle am Standort Gorleben betrieben - das Transportbehälterlager (TBL-G) Gorleben. Zwei weitere zentrale Zwischenlager werden in Nordrhein-Westfalen ( Transportbehälterlager Ahaus; TBL-A) sowie in Mecklenburg-Vorpommern (Zwischenlager Nord; ZLN) betrieben. Die Zwischenlager in Gorleben und Ahaus werden von der Gesellschaft für Nuklear Service mbH (GNS), das ZLN von den Energiewerken Nord GmbH (EWN) betrieben.

In der sog. Konsensvereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen (EVU's) vom 14.06.2000/ 11.06.2001 hatten sich die EVU's verpflichtet, an den Standorten der Kernkraftwerke oder in deren Nähe so zügig wie möglich dezentrale Zwischenlager zu errichten, um damit Transporte von abgebrannten Brennelementen aus Kernkraftwerken in die zentralen Zwischenlager zu vermeiden. Die Pflicht zur Errichtung von Standort-Zwischenlagern sowie das Verbot, bestrahlte Kernbrennstoffe ab dem 01.07.2005 an eine Wiederaufarbeitungsanlage abzugeben, sind gesetzlich geregelt (§ 9a AtG).

In Niedersachsen wird schwach und mittelradioaktiver Abfall im Abfalllager Gorleben (ALG) der Gesellschaft für Nuklearservice GmbH (GNS), im externen Zwischenlager am Kernkraftwerk Unterweser der Firma E.ON Kernkraft GmbH, im Lager für radioaktive Abfälle (LARA) auf dem Gelände des in Stilllegung befindlichen Kernkraftwerkes Stade der Firma E.ON Kernkraft GmbH, in Leese in einem betrieblichen Lager der Firma Eckert + Ziegler Nuclitec GmbH sowie in der Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB) zwischengelagert.

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