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Nachhaltiges Nutzungszyklusmanagement

Projekttitel

Nachhaltiges Nutzungszyklusmanagement

Handlungsansatz

Aktivierungsstrategie zur nachhaltigen Nutzung bestehender Quartiere

Schlagworte für Suchfunktion (intern)

Stadtplanung

Innenentwicklung

Prozessmanagement

Aktivierungsstrategie

Nutzungszyklus

Nutzungszyklusmanagement

Maßnahmenebene

Regionen, Kommunen, Quartiere

Projektträger / Projektmotor

HafenCity Universität Hamburg

Projektkurzbeschreibung

- Ausgangslage

Innenstadtquartiere, insbesondere aus den 50er, 60er und 70er Jahren, sind von einem hohen Anteil älterer Bewohner und Leerstand geprägt. Dies entspricht dem „natürlichen“ Nutzungszyklus von Quartieren: Neubau und Wachstum / Erstbezug – Stagnation / Mieterwechsel – Alterung der Immobilie und Leerstand / vermehrter Wegzug von Bewohnern – Erneuerung (Abriss, Umbau, Sanierung, Modernisierung) / erneuter Zuzug.

Um nicht beim Leerstand und Verfall einer Immobilie oder eines ganzen Quartiers stehen zu bleiben, sondern den Kreislauf zur Erneuerung und Inwertsetzung in Gang zu bringen, bedarf es eines geeigneten Management – dem Nutzungszyklusmanagement.

Der Nutzungszyklus eines Quartiers verläuft parallel zum Lebenszyklus der Bewohner und ist mit diesem verbunden: Zuzug junger Familien (Bedarf an Kindergärten, Schulen) - Reifephase (Auszug der Kinder) – Seniorengerechtes Quartier (zunehmende Nachfrage nach betreuten Wohnformen).

- Ziele

Stadtumbau statt neue Flächenausweisung am Stadtrand ist das Credo des Projekts. Das Nutzungszyklusmanagement ist ein neu entwickeltes Instrument zur Förderung der Bestandsentwicklung. Im Fokus des Projekts stehen städtische Quartiere aus den 1950er bis 1970er Jahren.

- Beteiligte Akteure

Georg-August-Universität Göttingen, Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), team ewen, Stadt Göttingen, Stadt Kiel, Stadt Braunschweig

- Vorgehen

Kombination folgender Instrumente:

Monitoring: Handlungsoptionen sollen in Quartieren durch das regelmäßige Beobachten des Quartierzustands anhand des Nutzungszyklus frühzeitig erkannt und bewertet werden. Beispielsweise stellt sich die Frage welche Bevölkerungsstruktur und welche dazugehörige Nachfrage besteht und ob das Quartier diesem gerecht wird.

Zielgruppenmodell: Die Ansprüche und Wünsche der jeweiligen Zielgruppen an innerstädtisches Wohnen sollen ermittelt werden und damit verbunden die Nachfrage insbesondere nach den Quartieren der 50er, 60er und 70er Jahre.

Wanderungsmotivbefragung: Untersuchung und Ermittlung der Gründe für einen möglichen Wegzug aus dem Quartier.

Quartiersszenarien: Hier geht es darum, über Szenarien unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen und daraus Ziele und Maßnahmen für die Quartiersentwicklung abzuleiten. Die Szenarien sollten in einem kommunikativen Prozess gemeinsam mit den Akteuren des Quartiers diskutiert werden.

Scoringmethode: Aufbauend auf einer schriftlichen Befragung der Quartiersbewohnerinnen und -bewohner erfolgt die Bewertung der Maßnahmenvorschläge differenziert nach Bewohnergruppen sowie die Prioritätensetzung. Handelt es sich beispielsweise bei der Hauptzielgruppe der Quartiere um potenzielle Familien, spielt die Vergrößerung der Wohnfläche eine wichtige Rolle.

Institutionsanalyse: Bei der Institutionsanalyse werden Steuerungspotenziale der Kommunen analysiert werden, um das Nutzungszyklusmanagement in das vorhandene kommunale Instrumentarium zu integrieren.

- Ergebnisse / Produkte / Instrumente

„Nutzungszyklus-Management“ ist eine Strategie für ein nachhaltiges Flächenmanagement in der Stadt- und Regionalentwicklung. Durch die Verbindung der Instrumente Monitoring, Zielgruppenanalysen, Wanderungsmotivbefragung, Quartiersszenarien, Scoring und Institutionsanalyse wird das geeignete Nutzungszyklusmanagement für das jeweilige Quartier entwickelt. Es handelt sich somit um die Erstellung einer differenzierten Informations- und Diskussionsgrundlage für die Entscheidungsvorbereitung und –findung.

Damit steht den Kommunen sowie Wohnungs- und Immobilienwirtschaft ein „neues“ Informations-, Analyse- und Steuerungsinstrument zur Verfügung, welches bereits in einigen Quartieren der Kommunen Kiel und Göttingen erfolgreich getestet wurde.

Weitere Informationen

Kilian Bizer, Christoph Ewen, Jörg Knieling, Immanuel Stiess (Hg.) (2009): Zukunftsvorsorge in Stadtquartieren durch Nutzungszyklus-Management. Qualitäten entwickeln und Flächensparen in Stadt und Region. (ISBN 978-3-939486-31-2, Broschüre mit CD)

www.nutzungszyklusmanagement.hcu-hamburg.de

AnsprechpartnerInnen

Projektkoordination

HafenCity Universität Hamburg
Fachgebiet Stadtplanung und Regionalentwicklung

- Prof. Dr. Jörg Knieling (Projektleitung)
Telefon: (040) 428 27-45 19
E-Mail

- Thomas Zimmermann
Telefon: (040) 428 27-45 25
E-Mail

Wissenschaftliche Kooperation

Georg-August-Universität Göttingen
Wirtschaftswissenschaftliches Institut
Prof. Dr. Kilian Bizer
Telefon: (0551) 39-4626
E-Mail

Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE)
Dr. Immanuel Stieß
Telefon: (069) 707-691919
E-Mail

team ewen
Dr.-Ing. Christoph Ewen
Telefon: (06151) 66 32 27
E-Mail

Praxispartner

Landeshauptstadt Kiel
Stadtplanungsamt
Michael Ferner
Telefon: (0431 / 901-2620
E-Mail

Landeshauptstadt Kiel
Amt für Wohnen und Grundsicherung
Emilie Sittel
Telefon: (0431) 901-1155
E-Mail

Stadt Göttingen

- Dezernat Planen und Bauen
Thomas Dienberg
Telefon: (0551) 400-2530
E-Mail

- FD Stadt- und Verkehrsplanung
Hans-Dieter Ohlow
Telefon: (055) 400-25 54
E-Mail

Stadt Braunschweig
Referat für Stadtentwicklung und Statistik
Hermann Klein
Telefon: (0531) 470-41 00
E-Mail


Nuzungszyklusmanagement
Artikel-Informationen

01.07.2014

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