Munitionsaltlasten | Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
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Munitionsaltlasten

Nach dem 2. Weltkrieg wurden große Mengen an Munition im Meer versenkt (Abb.14). Schätzungen zufolge liegen bis zu 1,6 Mio. t konventionelle Munition auf dem Grund der deutschen Meeresgewässer, ein Großteil davon vor der niedersächsischen Küste. Auch wenn die Strände hier überwiegend als munitionsfrei anzusehen sind, treten in einzelnen Strandabschnitten, z.B. auf der Insel Wangerooge, regelmäßig Munitionsfunde auf und können dort eine Gefahr darstellen. Neben dem munitionstypischen Gefahrenpotential durch Explosivwirkungen können von versenkter Munition auch Gefahren für die Meeresumwelt ausgehen. Schadstoffe wie Sprengstoffverbindungen und deren Abbauprodukte oder auch Schwermetalle können schleichend freigesetzt werden und sich in der Umwelt anreichern. Ein von den Küstenländern gemeinsam mit dem Bund erstellter aktueller Lagebericht zu Munitionsbelastungen im Meer kommt allerdings zu dem Ergebnis, dass eine großräumige Gefährdung der marinen Umwelt über den lokalen Bereich der munitionsbelasteten Flächen hinaus nicht erkennbar oder zu erwarten ist. Eine Gefährdung besteht jedoch punktuell dort, wo besondere Personengruppen wie z.B. Taucher oder Fischer mit Grundberührung tätig sind.

Dementgegen sind chemische Kampfstoffe in niedersächsischen Gewässern nicht versenkt worden. In seltenen Fällen aufgetretene Einzelfunde konnten Transportverlusten und ähnlichen Ursachen zugeordnet werden.

Infolge dieser weltweit auftretenden Thematik sind Munitionsversenkungen und ihre Folgen auch Gegenstand verschiedener internationaler Vereinbarungen und Regelungen. Im Zusammenhang mit den Tätigkeiten nach der OSPAR-Konvention (Oslo-Paris-Abkommen) zum Schutz der Meeresumwelt im Nordost-Atlantik werden von den Mitgliedsstaaten jährlich Angaben über Munitionsfunde, Versenkungsge­biete und diesbezügliche Maßnahmen an die OSPAR-Kommission gemeldet. Ziel ist die Erstellung einer möglichst vollständigen Situationsübersicht bezüglich versenkter Munition im gesamten Konventionsgebiet. Vergleichbares gilt auch für die Meeres­strategie-Rahmenrichtlinie der EG. Die Mitgliedsstaaten haben u.a. für die Nord- und Ostsee regionale Meeresstrategien zu entwickeln und Überwachungspro­gramme zur Bewertung des Umweltzustands zu erstellen. Dabei sind auch Fragestellungen und eventueller Handlungsbedarf im Zusammenhang mit Belastungen aus versenkter Munition zu berücksichtigen.

Abb-14-Munitionsverdachtsflächen  
Abb. 14 Munitionsverdachtsflächen
Artikel-Informationen

12.06.2012

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