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Gefährliche Abfälle

Da Abfälle sehr unterschiedliche chemisch-physikalische Eigenschaften besitzen und dementsprechend auch ihr Gefährdungspotenzial für die Umwelt stark differiert, werden sie für die Entsorgung und Überwachung klassifiziert. Grundlage dafür ist das Europäische Abfallverzeichnis, das mit der Abfallverzeichnis-Verordnung in deutsches Recht umgesetzt ist. Darin sind 839 Abfallarten aufgelistet und als gefährlich oder nicht gefährlich eingestuft. Für die 405 als gefährlich klassifizierten Abfallarten gelten besondere Nachweispflichten für die Entsorgung.

Nach dem Niedersächsischen Abfallgesetz werden die gefährlichen Abfälle, die aufgrund ihrer Art, Beschaffenheit und Menge das Wohl der Allgemeinheit beeinträchtigen können, als Sonderabfall bezeichnet. Der Niedersächsischen Gesellschaft zur Endablagerung von Sonderabfällen (NGS) obliegt als „zentraler Stelle" die Organisation der Entsorgung gefährlicher Abfälle in Niedersachsen. Der Sonderabfall stammt fast ausschließlich aus Gewerbe und Industrie.

Es wird unterschieden zwischen primär erzeugten Sonderabfällen, die überwiegend als unvermeidbare Nebenprodukte bei Produktionsprozessen anfallen, und sekundär erzeugten Sonderabfällen, die erst bei der Behandlung von Sonderabfällen neu entstehen. Das Aufkommen gefährlicher Abfälle ist seit 2002 um ca. 1,5 Millionen Mg gestiegen und betrug im Jahr 2012 insgesamt 2,7 Millionen Mg. Den größten Anteil am Aufkommen gefährlicher Abfälle haben belastete mineralische Abfälle, welche z. B. bei der Altlastensanierung anfallen.

Die in Niedersachsen erzeugten gefährlichen Abfälle werden zum Teil innerhalb Niedersachsens, zum Teil in anderen Bundesländern entsorgt. Dies hängt auch damit zusammen, dass in Niedersachsen nicht für jede spezifische Abfallart geeignete Anlagen vorgehalten werden können. Umgekehrt werden gefährliche Abfälle auch aus anderen Ländern in Niedersachsen beseitigt oder verwertet. Dabei sind Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt die Länder, die den größten Anteil der außerhalb Niedersachsens entsorgten gefährlichen Abfälle aufnehmen; gleichzeitig wird aus Nordrhein-Westfalen auch die größte Abfallmasse nach Niedersachsen verbracht. Bei der gesetzlich vorgeschriebenen Nachweisführung der Entsorgung von gefährlichen Abfällen fallen große Datenmengen an, die den Aufbau eines Informationsnetzwerkes erforderlich gemacht haben. Zu diesem Zweck betreibt Niedersachsen in Kooperation mit den anderen Ländern das EDV-System ASYS (Abfall-Überwachungssystem). Es überwacht effektiv auf ausschließlich elektronischem Wege bundesweit die Entsorgung der gefährlichen Abfälle vom Beginn der Entsorgung beim Abfallerzeuger über den Transport bis zum Verbleib.

Weitere Informationen finden sich unter www.umwelt.niedersachsen.de > Themen > Abfall > Bilanzen & Pläne > Abfallwirtschaftsplan > Teilplan Sonderabfälle


Umweltbericht 2015  
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Artikel-Informationen

16.02.2016

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