klar

Zusammenfassende Beurteilung der Luftqualität

Im Jahr 2016 wurde für Feinstaub (PM10) landesweit keine Grenzwertüberschreitung beobachtet. Die Belastung durch Feinstaub ist gegenüber der des Vorjahres an den meisten Stationen leicht gesunken. Überschreitungen des nach Bundes-Immissionsschutzgesetz gültigen Grenzwertes für den PM10-Tagesmittelwert wurden in Niedersachsen zuletzt im Jahr 2006 registriert. Der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Hinblick auf die mittlere tägliche Feinstaubbelastung von max. 3 Tagen mit > 50 µg/m³ wurde 2016 allerdings nur an 52 Prozent aller niedersächsischen Probenahmestellen entsprochen, in Bezug auf die WHO-Empfehlung zur mittleren jährlichen PM10-Belastung waren es 90 Prozent. Im Hinblick auf Stickstoffdioxid (NO2) wurden Überschreitungen der maximal zulässigen mittleren jährlichen Belastung von 40 μg/m³ im Jahr 2016 nur an verkehrsnahen Standorten registriert und zwar an 29 Prozent der NO2-Probenahmestellen. Im Vergleich zum Vorjahr wurde an 30 Prozent der Standorte ein leichter Anstieg der Stickstoffdioxid-Konzentration verzeichnet. Der Grenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit vor einer kurzzeitigen Belastung durch Stickstoffdioxid von max. 18 h mit Stundenmittelwerten > 200 μg/m³ wurde an allen automatischen Probenahmestellen eingehalten. Die entsprechende WHO-Empfehlung (kein Stundenmittelwert > 200 μg/m³) wurde dagegen an einer dieser Probenahmestellen überschritten. Bei der Belastung durch Ozon (O3) kann festgestellt werden, dass die mittlere Jahresbelastung 2016 landesweit geringfügig gefallen ist. In der langjährigen Entwicklung ist die mittlere Belastung jedoch relativ gleichbleibend. Im Jahr 2016 wurde die Alarmschwelle von 240 μg/m³ an keinem Standort überschritten. Die Informationsschwelle von 180 μg/m³ wurde an 19 Prozent aller Probenahmestellen überschritten. Der Ozon-Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit von max. 25 Tagen mit gleitendem 8h-MW >120 μg/m³ gemittelt über 3 Jahre wurde an 95 Prozent der Probenahmestellen eingehalten. Das langfristige Ziel zum Schutz der menschlichen Gesundheit gemäß Bundes-Immissionsschutz-gesetz von 120 µg/m³ sowie die Empfehlung der WHO wurden hingegen überall über-schritten. Während der Zielwert zum Schutz der Vegetation eingehalten wurde, gelang dies im Jahr 2016 in Bezug auf das langfristige Ziel zum Schutz der Vegetation lediglich an einem Standort.

Die vorläufige Auswertung des Umweltbundesamtes zur Luftqualität 2016 für Deutschland ist als Vergleich den Daten des Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen in der Abbildung unten gegenübergestellt. Während der rechtsgültige Grenzwert für den Feinstaub (PM10) -Tagesmittelwert deutschlandweit an 99 Prozent aller Probenahmestellen eingehalten wurde, war das in Niedersachsen 2016 überall der Fall. Der Grenzwert für den PM10-Jahresmittelwert wurde in ganz Deutschland eingehalten. Die Belastung durch Stickstoffdioxid (NO2) an verkehrsreichen Standorten in Niedersachsen unterschreitet an 38 Prozent dieser Probenahmestellen den Grenzwert, während bundesweit nach Schätzung des Umweltbundesamtes 2016 rund 41 Prozent aller verkehrsnahen Probenahmestellen den Grenzwert einhielten. Der NO2-Grenzwert für den Stundenmittelwert wird in Niedersachsen an allen und bundesweit an 99 Prozent der Verkehrs-Probenahmestellen eingehalten. Auch die Belastung durch den Luftschadstoff Ozon (O3) stellt sich in Niedersachsen etwas günstiger dar als bundesweit. An 81 Prozent der Probenahmestellen wurden keine Überschreitungen der Informationsschwelle von 180 µg/m3 beobachtet, bundesweit waren es 67 Prozent. Ein günstigeres Bild zeigt sich auch im Hinblick auf die Einhaltung der O3-Zielwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit bzw. der Vegetation. Während in Niedersachsen 95 Prozent der Ozon-Probenahmestellen den Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit einhielten, waren es mit 79 Prozent bundesweit geringfügig weniger. Beim Zielwert zum Schutz der Vegetation beträgt die Grenzwerteinhaltung im Niedersachsen 100 Prozent und bundesweit lediglich 93 Prozent.


Umweltbericht 2015
Artikel-Informationen

17.10.2017

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