Moore | Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
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Moore

Zirka acht Prozent der Landfläche Niedersachsens sind von Mooren bedeckt. Das sind 390.000 Hektar. Davon sind etwa 200.000 Hektar Hochmoorflächen und 190.000 Hektar Niedermoorflächen. Drei Viertel der gesamten Moorfläche werden landwirtschaftlich genutzt, davon 80 Prozent als Grünland und 20 Prozent als Acker. Durch die Umwandlung in landwirtschaftliche Nutzflächen, durch Torfabbau und Entwässerung sind Morphologie und Hydrologie aller großen Hochmoore in Niedersachsen in weiten Teilen irreversibel geschädigt worden. Einige Moorstandorte sind durch Tiefumbruch oder Kuhlen komplett verloren gegangen. Der Wasserhaushalt der Niedermoore wurde durch großflächige Grundwasserabsenkungen gestört. Hohe Stickstoffeinträge gefährden nährstoffarme Hochmoore. Diese Beeinträchtigungen führen zu einer vielfach starken Bewaldungstendenz ungenutzter offener Moorflächen. Durch die Wiedervernässung ehemaliger Torfabbauflächen gibt es allerdings Flächenzuwächse bei sekundären Hochmoorbiotopen.

Durch intensive Landwirtschaft, in geringerem Umfang jedoch auch durch das Aufgeben der Nutzung hat ein starker Verlust von artenreichem Feuchtgrünland auf Moorstandorten stattgefunden; Pfeifengraswiesen und Kleinseggenriede sind bis auf kleinflächige Reste verschwunden. Zugleich haben Gebüsche, Landröhrichte und Großseggenriede stellenweise durch die Nutzungsaufgabe von Nasswiesen zugenommen. Ein großer Teil der typischen in Mooren vorkommenden Arten ist nach den Roten Listen gefährdet. Am stärksten gefährdet sind Arten in intakten Hochmooren, nährstoffarmen Nieder- und Übergangsmooren sowie im extensiv genutzten Moorgrünland, von denen einige regional oder sogar landesweit ausgestorben sind.

Die Ziele des Moorschutzes ergeben sich aus dem schlechten Zustand unserer Moore und der Herausforderung des Erhalts und der Entwicklung von Hoch- und Niedermooren als Kohlenstoffspeicher. Mit dem Programm „Niedersächsische Moorlandschaften" sollen die bisherigen Anstrengungen zum Erhalt der Moore zielstrebiger vorangebracht und der Moorschutz in Niedersachsen konzeptionell neu aufgestellt werden. Die für einen nachhaltigen Moorschutz erforderlichen Datengrundlagen werden aktuell geschaffen. So finden derzeit eine Erfassung des Zustandes der Hoch- und Niedermoore und damit eine Ermittlung der für den Biotop-, Arten-, Klima- und Bodenschutz vorrangig bedeutsamen Moore statt.

Eine Reihe rechtlicher und freiwilliger Maßnahmen soll den Verlust weiterer Hoch- und Niedermoorstandorte verhindern und die Torfzehrung minimieren. Alle größeren naturnahen Hoch- und Niedermoore sollen als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden, vorrangig in den Natura-2000-Gebieten, sofern sie nicht bereits entsprechend gesichert sind. Schließlich soll für alle Torfabbauflächen als Folgenutzung die Renaturierung sichergestellt werden. Dabei soll der Abbau für eine erfolgreiche Renaturierung ausreichende Resttorfschichten belassen. Denn nur wenn sich auf renaturierten Standorten torfbildende Pflanzengesellschaften etablieren, kann die Speicherfunktion der Moore für Kohlenstoff wiederhergestellt werden. Aus diesem Grund soll die Finanzierung von Moorschutzprojekten, die zugleich dem Klimaschutz dienen, künftig mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Klimaschutz durch Moorentwicklung" erfolgen.

Zu den konkreten Entwicklungsmaßnahmen im Rahmen des Programms „Niedersächsische Moorlandschaften" zählen:

  • gezielte Flächenankäufe
  • die Durchführung von Flurbereinigungsverfahren zur Vorbereitung der Wiedervernässung möglichst großer Anteile der entwässerten Hoch- und Niedermoore,
  • die Erprobung von Maßnahmen zur klimaschonenden Bewirtschaftung von landwirtschaftlich genutzten Flächen (gesteuerte Dränung zur Optimierung der Wasserstände),
  • die vorrangige Renaturierung von Fließgewässern in Moorgebieten zur Reduzierung der entwässernden Wirkung,
  • die Durchführung notwendiger Herrichtungs- und Dauerpflegemaßnahmen wie Entkusseln, Mahd und Beweidung auf Moorflächen mit vorrangiger Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz, sowie
  • die Etablierung von klimaschonenden Nutzungsformen auf organischen Böden (Paludikulturen).

Artikel-Informationen

16.02.2016

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