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Antwort auf die mündliche Anfrage zu: Wolfsaktivität im Landkreis Harburg

Der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel hat namens der Landesregierung auf eine mündliche Anfrage der Abgeordneten Horst Kortlang, Dr. Gero Hocker, Jan-Christoph Oetjen, Jörg Bode, Christian Dürr und Dr. Marco Genthe (FDP) geantwortet.

Vorbemerkung der Abgeordneten

In der Nähe der Gemeinde Handeloh wurden in den vergangenen Wochen vermehrt Wolfsaktivitäten gesichtet. Letzter Vorfall ereignete sich am 3. Mai 2017 gegen 10 Uhr an einem Randgebiet der Heideäcker zum Wald. Ein einzelner, auffällig großer Wolf näherte sich einer Heidschnuckenherde, die in jenem Moment von ihrem Besitzer und zwei angeleinten Schutzhunden begleitet wurde, und versuchte sich an einem Riss der Weidetiere. Erst nach abruptem und direktem Eingreifen des Schäfers ließ der Wolf von den Tieren ab. Es liegt nahe, dass dieser Wolf eine geringere Scheu gegenüber dem Menschen besitzen könnte, was auch mehrere Sichtungen in angrenzenden Gemeinden belegen, in denen sich dieses Tier wiederholt in direkten Kontakt zu Menschen begeben hat.

Vorbemerkung der Landesregierung

Der geschilderte Vorfall am 3.5.2017 ist aus Sicht der Betroffenen ein besonderes Ereignis. Nach der Beschreibung der Augenzeugen näherte sich ein vermutlich erwachsener Wolf der gehüteten Schafherde und versuchte zunächst nacheinander zwei erwachsene Schafe zu greifen, packte dann ein Lamm und entfernte sich mit diesem. Daraufhin verfolgte der Schäfer den Wolf mit dem Auto über die Heide. Vor Erreichen des Waldes ließ der Wolf das Lamm fallen und entfloh in den Wald.

1. Ist der Landesregierung ein „Problemwolf" in dieser Region bekannt, wenn ja seit wann?

Das Verhalten des Wolfs im hier geschilderten Vorfall ist fachlich nicht als problematisch zu bezeichnen, gleichwohl wird festgestellt, dass das aus Sicht der Betroffenen eine andere Wahrnehmung haben kann. Grundsätzlich werden alle gesichteten Begegnungen im Wolfsbüro gesammelt und ausgewertet. Es sind in der Region aktuell keine Anzeichen zu erkennen, die auf die Entwicklung eines problematischen Verhaltens einzelner Wölfe hindeuten.

2. Die Einzäunung der Weidegebiete in der Lüneburger Heide sind nicht komplett umsetzbar und der Schutz durch Hütehunde unterbunden; welche Möglichkeiten des Schutzes sieht die Landesregierung in dieser Region?

Es kann und soll nicht die gesamte Heide eingezäunt werden. Grundsätzlich müssen die möglichen Präventionsmaßnahmen auf die örtlichen Bedingungen und den Einzelfall zugeschnitten werden. Als Präventionsmaßnahme sehr bewährt und gängige Praxis in der Lüneburger Heide ist z.B. die Behirtung der Schafherden durch Schäfer mit Hütehunden und nächtlicher Aufstallung der Schafe. Auch der Einsatz von Herdenschutzhunden ist in gehüteten Herden grundsätzlich möglich.

3. Welche Veränderungen lassen sich im Wildtierbestand dieser Region beobachten?

Daten, die einen Rückschluss über eine Veränderung im Wildtierbestand durch die Rückkehr der Wölfe erlauben, liegen bisher nicht vor. Die Bestände des heimischen Schalenwildes in der Lüneburger Heide sind unvermindert hoch. Einbrüche oder auch nur Absenkungen bei den Schalenwildstrecken sind nicht zu verzeichnen.

Artikel-Informationen

15.06.2017

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