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Nachhaltigkeit

Auf UN-Ebene war 1992 die Verabschiedung der Agenda 21 der Ausgangspunkt für eine globale Nachhaltigkeitsstrategie, zunächst bezogen auf entwicklungs- und umweltpolitische Zielsetzungen. Der Agenda 21 folgten im Jahr 2000 die acht sogenannten Millenniumsziele, die bis 2015 erreicht werden sollten. Sie bezogen sich auf die Bekämpfung von Armut und Hunger, Schulbildung, Gleichstellung, Verringerung der Kindersterblichkeit, Gesundheit der Mütter, übertragbare Krankheiten, Umweltschutz und eine weltweite Entwicklungs-partnerschaft. Im September 2015 hat die UN-Vollversammlung nunmehr erstmals 17 umfassende Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) sowie 169 detaillierte sog. Unterziele beschlossen, welche die Millenniumsziele ablösen und nicht nur für Entwicklungsländer, sondern weltweit gelten. Zielhorizont ist das Jahr 2030.

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Abbildung 1: 17 umfassende Nachhaltigkeitsziele Quelle: https://www.undp.org/content/undp/en/home/sustainable-development-goals.html

Die Bundesregierung hat die SDGs bei der Neuauflage 2016 der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie strukturell und inhaltlich herausgehoben berücksichtigt. Durch seine Nachhaltigkeitsstrategie hat sich auch Niedersachsen diese Ziele – wo zweckmäßig und sinnvoll – zu Eigen gemacht und berücksichtigt sie im weiteren Strategieprozess.



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Nachhaltigkeitsstrategie der Landesregierung

Die niedersächsische Landesregierung sieht sich in ihrem Regierungs- und Verwaltungshandeln dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet und hat dabei das übergeordnete Ziel, die sozialen und wirtschaftlichen Interessen in Einklang zu bringen mit der langfristigen Sicherung unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Hierfür hat die Landesregierung im Mai 2017 ihre „Nachhaltigkeitsstrategie für Niedersachsen“ beschlossen. Die für Niedersachsen als nachhaltigkeitsrelevant bestimmten Handlungsfelder und -ziele sowie Indikatoren stellen landesbezogene Konkretisierungen der SDGs dar und lassen sich in deren Systematik einordnen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die SDGs aufgrund ihres völkerrechtlichen Charakters für eine Landesstrategie – etwa im Gegensatz zur Bundesstrategie – weniger als ein festes Zielschema, sondern vielmehr als regional zu gewichtende und zu akzentuierende Orientierungsgrößen zu verstehen sind. Auch das Orientierungsjahr 2030 dieser Strategie leitet sich aus dem Zielhorizont der Vereinten Nationen ab.

Die Nachhaltigkeitsstrategie 2017 finden Sie hier .

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Fortschrittbericht zur Nachhaltigkeitsstrategie

Im September 2020 hat die Landesregierung den ersten Fortschrittsbericht zur Nachhaltigkeitsstrategie vorgelegt. Der Bericht konzentriert sich auf die Fortschreibung und Aktualisierung der Nachhaltigkeitsindikatoren und auf eine noch stärkere und systematischere Integration der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in das Indikatorenset des Landes. Der Fortschrittsbericht folgt im Aufbau der Nachhaltigkeitsstrategie und in der Auswahl der Indikatoren inhaltlich der Agenda 2030 und den zugehörigen Nachhaltigkeitszielen.

Den Fortschrittsbericht zur Nachhaltigkeitsstrategie finden Sie hier .

Die wesentlichen Erkenntnisse des Fortschrittsberichts sind hier für Sie zusammengefasst.

Nachhaltige Kommune Niedersachen (NKN)

Parallel zur Erarbeitung des Fortschrittsberichts wurde die Phase der gesellschaftlichen Öffnung und Erweiterung der Regierungsposition eingeleitet. Bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie Niedersachsen ist seit 2020 der Fokus auf die kommunale Ebene gerichtet mit dem Ziel, die Handlungsempfehlungen der Nachhaltigkeitsstrategie auf der kommunalen Ebene zu operationalisieren. Gemeinsam mit der kommunalen Umwelt-AktionN (UAN) des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebunds, der Leuphana Universität Lüneburg sowie der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) werden kommunalen Nachhaltigkeits-Modellprojekte realisiert, um gezielt integrierte Nachhaltigkeitsstrategien auf kommunaler Ebene umzusetzen.

Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit (NAN)
Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele im Bereich der Wirtschaft erfolgt im Rahmen der „Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit“. Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, der Deutsche Gewerkschaftsbund Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt (DGB), die Unternehmerverbände Niedersachsen e.V. (UVN), die Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen (LHN) und die Industrie- und Handelskammer Niedersachen haben sich im Rahmen Allianz darauf verständigt zu zeigen, wie Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz einhergehen mit der Wahrung der sozialen Gerechtigkeit und der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der niedersächsischen Wirtschaft.

Das Ziel der Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit ist die Unterstützung der Unternehmen auf dem Weg der nachhaltigen Entwicklung und die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Niedersachsen. So sollen Impulse gegeben werden, die Anreize für eine nachhaltige Entwicklung auf freiwilliger Basis schaffen.


Die Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit organisiert den jährlich vom Umweltministerium ausgelobten „Klima-Innovationspreis Niedersachsen". Aus­ge­zeich­net wer­den Unter­neh­men, die mit ihren Inno­va­tio­nen für Kli­ma­schutz und Nach­hal­tig­keit eine Vor­rei­ter­rol­le ein­neh­men und den Wirt­schafts­stand­ort Nie­der­sach­sen in beson­de­rem Maße prägen.


RENN.nord

Die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeit Nord ist das Netzwerk für Nachhaltigkeit aus den Ländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

RENN.nord vernetzt Akteur*innen in den norddeutschen Bundesländern, um neue Impulse für mehr Nachhaltigkeit zu setzen mit dem Ziel, Ideen, Kompetenzen und Konzepte engagierter Personen und Einrichtungen zusammenführen, um die „Sustainables Development Goals“ (SDGs) der UN-Agenda 2030 in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Die länderübergreifende Kooperation bildet den Kern der Arbeit, um die vielen exzellenten, regionalen Projekte überregional zu erproben und fest zu implementieren.


Umweltbezogene Nachhaltigkeitsindikatoren

Die Umweltindikatoren für Niedersachsen veranschaulichen Erfolge und Defizite sowie längerfristige Entwicklungen in komprimierter Form und tragen zu einer verlässlichen und transparenten Erfolgskontrolle bei. Indikatoren fördern das notwendige gemeinsame Verständnis über Nachhaltigkeit und sie erleichtern die Information und Kommunikation.

Diese Indikatoren werden seit dem Jahr 2000 von der „Länderinitiative Kernindikatoren“ (LIKI), einer Arbeitsgemeinschaft von Umweltfachbehörden, entwickelt, dokumentiert und kontinuierlich aktualisiert. Den aktuellen Stand der Indikatoren für Niedersachsen finden Sie in der Datenbank der Länderinitiative Kernindikatoren.

Weiterführende Links

Wenn Sie sich darüber hinaus über das Thema informieren möchten, könnten die hier aufgeführten Links für Sie von Interesse sein:


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