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Luftreinhalteplan Osnabrück

1. Erstellung

In der Stadt Osnabrück wurde im Jahr 2006 an der Messstation Osnabrück-Verkehr des Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen (LÜN) der zulässige Immissionsgrenzwert (Tagesmittelwert) für Feinstaub (PM10) und auch der für 2006 geltende Immissionsgrenzwert incl. Toleranzmarge für Stickstoffdioxid (NO2) überschritten. Der Rat der Stadt Osnabrück hatte daher einen Luftreinhalte- und Aktionsplan Osnabrück aufzustellen und im Dezember 2008 beschlossen.

2. Sachstand bis 2010

In der Stadt Osnabrück wurden im Jahr 2010 immer noch NO2-Jahresmittelwerte über dem Grenzwert von 40 µg/m³ registriert. Für das Stadtgebiet von Osnabrück wurde durch das GAA Hildesheim der Bericht „Modellgestützte Voruntersuchung zur Fortschreibung des Luftreinhalteplanes im Rahmen der NO2-Notifizierung - Osnabrück –“ erstellt. Er diente u.a. auch zur Ermittlung der Luftschadstoffbelastungen im Hauptstraßennetz für das Bezugsjahr 2010 unter Berücksichtigung der 1. Stufe der Umweltzone. Für den im Jahr 2010 geltenden Grenzwert für PM10 von 40 µg/m³ wurde im Stadtgebiet Osnabrück mit PM10-Jahresmittelwerten bis zu 29 µg/m³ nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine Überschreitung ermittelt. Zwei Abschnitte in der Lotter Straße und der Martinistraße mit PM10-Jahresmittelwerten von 29 µg/m³ wiesen mit einer geringen Wahrscheinlichkeit auf die Überschreitung des Tagesgrenzwertkriteriums hin. Die Berechnung des NO2-Jahresmittelwertes ergab für mehrere Straßenabschnitte Überschreitungen des Grenzwertes.

3. Fristverlängerung zur Einhaltung des NO2-Jahresgrenzwertes

Die Stadt hat daher gegenüber dem Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz zur Weiterleitung an das Bundesumweltministerium und die Europäische Kommission mitgeteilt, von der Möglichkeit der Inanspruchnahme einer Fristverlängerung für NO2 bis 2015 zur Einhaltung des NO2-Grenzwertes Gebrauch machen zu wollen. Gegen die Verlängerung der Frist für die Einhaltung des in Anhang XI der Richtlinie 2008/50/EG festgesetzten NO2-Jahresgrenzwerts wurden keine Einwände erhoben. Die Verlängerung galt bis zum 1. Januar 2015 (Beschluss der Europäischen Kommission vom 20.2.2013 (C(2013) 900 final)).

4. Entwicklung der Luftqualität

In Osnabrück wird in einem Abschnitt im Schlosswall kontinuierlich die Luftschadstoffbelastung gemessen. Während im Jahre 2015 an dieser Verkehrsmessstation eine NO2-Immission von 50 µg/m³ gemessen wurde, konnte 2019 erstmals mit 38 µg/m³ eine Einhaltung des Jahresgrenzwert von 40 µg/m³ messtechnisch festgestellt werden. Zusätzlich wird die NO2-Immission in Osnabrück an einem weiteren Standort mittels Passivsammler verkehrsnah bestimmt. Die NO2-Immission betrug 2015 an diesem Standort 43 µg/m³ und lag bis 2019 dauerhaft über dem Jahresgrenzwert für NO2 von 40 µg/m³. Die NO2-Konzentration ist an beiden Standorten abhängig von der wechselnden Verkehrsführung am Neuer Graben bzw. am Neumarkt.

Zusätzlich wurde im Nahbereich der Wohnbebauung mit einer Kombination aus Messung und Modellierung eine Beurteilung der Belastung der Wohnbevölkerung durchgeführt. Zur differenzierteren Betrachtung der Belastung wurde dabei die mittlere NO2-Konzentration des Straßenabschnittes abhängig von der Nutzung für Wohnzwecke in der ersten Etage in einer Höhe von 3,9 m im Abstand von 2,5 m von der Baufluchtlinie ermittelt. Anhand der vorliegenden Messergebnisse erfolgte dann eine Kalibrierung der berechneten Konzentrationen. Für die berechnete Jahresbelastung wird dann – einem konservativen Ansatz folgend – die höchst belastete Etage der Wohnbebauung des untersuchten Straßenabschnittes herangezogen. Für die Station "Osnabrück, Neuer Graben“ ergab sich mit dieser Vorgehensweise wohngebäudenah eine mittlere NO2-Jahresbelastung von 48 µg/m³ bei einem verkehrsnahen Messwert in 2018 in Höhe von 50 µg/m³.

Im Jahr 2019 liegt damit lediglich für die Straße Neuer Graben verkehrsnah eine Überschreitung des NO2-Jahresgrenzwertes vor. Anfang des Jahres 2020 wurde in der Straße Neuer Graben wohngebäudenah ein NO2-Passivsammler installiert. Die Messwerte an der Baufluchtlinie sind daher abzuwarten um damit im Jahre 2020 den Nachweis durch Messungen zu führen, dass in Osnabrück die Wohnbevölkerung in keinem Straßenabschnitt mehr NO2-Jahresgrenzwerten von 40 µg/m³ und mehr ausgesetzt sein wird. Die validierten Werte für 2020 liegen erfahrungsgemäß im Zeitraum Februar/März 2021 vor. Die Entwicklung des schwierig zu gestaltenden und zusätzlich beim OVG Lüneburg anhängigen Verfahrens hinsichtlich des Bereichs Neumarkt/Neuer Graben bleibt abzuwarten.



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