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Luftqualität in Niedersachsen (09/2008)
PDF, 518 KB
Luftqualität

Die Luft gehört zu den unverzichtbaren Medien unseres Lebens, doch neben der Natur selbst, die durch Fäulnisprozesse, Waldbrände oder Vulkanausbrüche die Qualität der Luft beeinträchtigt, schickt auch der Mensch Gase, Dämpfe, Stäube und Geruchsstoffe in die Atmosphäre.

Luftschadstoffe können beim Menschen zu akuten oder chronischen Erkrankungen der Atemwege und anderer Organe führen, sie schädigen Ökosysteme und beeinträchtigen Bau- und Kunstwerke. Zu einer erfolgreichen Luftreinhaltepolitik mit dem Ziel, für Mensch und Umwelt eine akzeptable Luftgüte zu sichern, gehört neben der Durchsetzung von emissionsmindernden Maßnahmen die kontinuierliche Luftqualitätsüberwachung. Sie kann nachweisen, mit welcher Häufigkeit Grenz- oder Richtwerte, die in der Regel wirkungsbezogen definiert sind, überschritten werden. Die Angaben bestätigen eingeschlagene Wege der Umweltpolitik oder weisen auf Handlungsbedarf hin: Auf diese Weise wurden z.B. Entschwefelungsanlagen Pflicht, der (geregelte) Katalysator in Autos zum Abbau von Stickoxiden üblich und Blei und Benzol aus dem Benzin weitgehend verbannt.

Die Schwerpunkte der flächendeckenden Luftgüteüberwachung haben sich seit Beginn der Messungen deutlich gewandelt. Die Belastung durch die industriell verursachten klassischen Luftschadstoffe Staub, Schwefeldioxid und Stickoxide ist Ende des 20. Jahrhunderts bedingt durch emissionsmindernde Maßnahmen und Betriebsstilllegungen erheblich zurückgegangen.

Neue Probleme verursachen hingegen die Emissionen des Verkehrs, der Landwirtschaft und in zunehmenden Maße auch der Festbrennstoffheizungen. Die Belastung durch bodennahes Ozon mit seinen Vorläuferstoffen stellt ein weiteres Problemfeld dar, auch wenn die entsprechenden Informations- und Warnschwellen selbst in heißen Sommern deutlich seltener als früher überschritten werden.

Das Lufthygienische Überwachungssystem Niedersachsen (LÜN) ermittelt und dokumentiert seit Januar 1978 kontinuierlich die Luftqualität in Niedersachsen. Beginnend mit Messungen in drei Regionen wurde in den neunziger Jahren eine flächendeckende Immissionsüberwachung für Niedersachsen  erreicht. Ab 2003 wurde die Messung des UV-Index in das LÜN integriert und seit 2004 wird aus den Messdaten der wichtigsten Luftschadstoffe ein stündlich aktualisierter Luftqualitätsindex für alle Stationen ermittelt. Zur Information der Bevölkerung werden alle Daten stündlich im Internet veröffentlicht.

Die Niedersachsenkarte zeigt die Standorte der LÜN-Messstationen.

LÜN-Messnetz
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