Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Umweltminister Stefan Wenzel: Mehr Weißstörche - aber immer noch sehr geringe Bestände – „Naturschutz als Geburtshelfer für die Vogelwelt stärken“

Eine „positive Entwicklung der Weißstorchbestände in Niedersachsen" hat Umweltminister Stefan Wenzel anlässlich seiner Teilnahme an der Veranstaltung zum 25-jährigen Bestehen der „Stork Foundation - Störche für unsere Kinder" im Juni in Amt Neuhaus im Landkreis Lüneburg bilan­ziert. Nach einem Tiefpunkt mit nur noch knapp 250 brütenden Paaren im Jahr 1988 seien heute wieder über 800 Paare in Niedersachsen zu verzeichnen. Allerdings liegt der Brutbestand damit immer noch weit hinter den Zahlen von Anfang des 20. Jahrhunderts, wo über 4.500 Paare in Niedersachsen gebrütet haben.

"Problematisch ist es weiterhin, dass immer noch Feuchtwiesen trockengelegt werden und dadurch Nahrungsgebiete schwinden", sagte der Minister am Sonntag (heute) in Hannover. Auch das Insektensterben dürfte sich negativ auf Weißstörche auswirken, da sich die Vögel nicht nur von Wirbeltieren sondern auch von Regenwürmern und größeren Insekten ernähren.

Unklar ist auch, welche Folgen der Klimawandel auf den niedersächsischen Weißstorchbestand hat. Angesichts der prognostizierten Klimaänderungen ist davon auszugehen, dass alle einhei­mischen Brutvogelarten im Laufe des 21. Jahrhunderts mit erheblich veränderten Lebens­bedingungen konfrontiert sein werden. Studien zu Folge wird sich die Brutverbreitung vieler europäischer Vogelarten bis zum Ende dieses Jahrhunderts deutlich verschieben. Auch müsse davon ausgegangen werden, dass schon jetzt starke und längere Schlechtwetterperioden zu teils hohen Brutverlusten beim Weißstorch führen können. Wenzel: „Diese starken Regenereignisse und die damit verbundenen Verlustraten sind jedoch nicht gleichmäßig über Niedersachsen verteilt; somit muss für eine Gesamtbilanz das Ende der Brutperiode 2017 abgewartet werden."

Der Minister dankte der Stiftung, die durch Flächenankauf, Wiederherstellung von Feuchtwiesen und das Anlegen von Nahrungsgewässern einen wesentlichen Beitrag zur Erholung der Weiß­storch­bestände in Niedersachsen leistet. „Auch den Verbänden, Naturschutzstationen und allen niedersächsischen Weißstorchbeauftragten gebührt größter Dank für das Engagement", sagte Wenzel.

Die Feier zum 70-jährigen Jubiläum der Staatlichen Vogelschutzwarte am 1. September in Hannover werde zudem erneut die große Bedeutung der behördlichen Arbeit bei der Dokumen­tation von Grundlagendaten und der Entwicklung von Strategien zum Vogelschutz verdeutlichen. „Das Erfolgsrezept für mehr Artenvielfalt liegt im unermüdlichen Handeln und in der Kombination von Behörde und Ehrenamt. Wir wollen in Niedersachsen den Naturschutz weiter als Geburts­helfer für den Storch und die übrige Vogelwelt stärken", sagte Wenzel.

In Niedersachsen liegen die größten Weißstorchvorkommen in den Flussniederungen der Elbe, Weser und Aller sowie ihren Nebenflüssen.

Artikel-Informationen

30.07.2017

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