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Bund und Land erhöhen Förderung für SALCOS-Ausbaustufe 1 auf 1,322 Milliarden Euro

Minister Meyer und Tonne begrüßen weitere Planungssicherheit für zentrales Klimaschutz- und Zukunftsvorhaben der Salzgitter AG


PI 011/2026

Die niedersächsische Stahlproduktion trägt mit fast acht Millionen Tonnen CO2-Ausstoß jährlich zu mehr als zehn Prozent zu den Treibhausgasemissionen in Niedersachsen bei. Mit dem zentralen Zukunftsprojekt SALCOS (Salzgitter Low CO2 Steelmaking) der Salzgitter AG sollen diese Emissionen erheblich gesenkt und mit nahezu klimaneutralem Stahl auf Basis erneuerbaren Stroms und Wasserstoffs ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Bund und Land Niedersachsen erhöhen die Zuwendung für das Zukunftsvorhaben SALCOS-Ausbaustufe 1 der Salzgitter AG um rund 322 Millionen Euro.

Bereits im Rahmen der ursprünglichen beihilferechtlichen Genehmigung im Oktober 2022 war festgestellt worden, dass die unter Berücksichtigung des Eigenbeitrags der Salzgitter AG berechnete Finanzierungslücke die seinerzeit notifizierte und bewilligte Beihilfe in Höhe von rund einer Milliarde Euro überstieg. Zum Zeitpunkt der Genehmigung dieses ersten großen Primärstahlprojektes aus dem europäischen IPCEI Wasserstoff -Programm war noch von einer Kombinationsmöglichkeit mit weiteren Instrumenten ausgegangen worden, die sich als nicht umsetzbar erwiesen hat. Mit der nun bewilligten Aufstockung, die innerhalb der 2022 festgestellten Finanzierungslücke liegt, wird die planmäßige Umsetzung des Projekts weiter abgesichert. Die Europäische Kommission hatte am 6. Februar 2026 die beihilferechtliche Genehmigung zu den ergänzenden Mitteln erteilt. Der Bund zahlt bei diesem klimaschutzbezogenen Transformations-Projekt von europäischer Bedeutung zwei Drittel der Förderung, das Land ein Drittel. Niedersachsen hatte zusätzliche Mittel von 96 Millionen Euro bereits mit dem Investitionsprogramm des Landes bereitgestellt.

„Mit der jetzt bewilligen Aufstockung auf insgesamt rund 1,322 Milliarden Euro wird das grüne Stahl-Projekt weiter abgesichert. Das ist ein gutes und wichtiges Signal für den Klimaschutz und die Zukunftsentwicklung unserer Wirtschaft. Klimaschonender grüner Stahl hat Zukunft mit der Salzgitter AG als Vorreiterin“, so Niedersachsens Energieminister Christian Meyer, der die Baustelle des Projektes in den letzten Jahren mehrfach besichtigt hat. „Bund und Land geben jetzt aber einem für unsere Stahlindustrie zentralen Zukunftsprojekt die notwendige Planungssicherheit“, so Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne. „Damit wird unsere Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt gestärkt und wir profitieren weiter von der industriellen Wertschöpfung – bei uns in Niedersachsen und bundesweit.“

Das Vorhaben SALCOS gehört zu den IPCEI Wasserstoff-Vorhaben. Dabei werden große, wertschöpfungskettenübergreifende Bund-Länder-Vorhaben im Bereich Wasserstofftechnologien und -systeme gefördert. SALCOS ist ein umfassendes Transformationsprogramm zur nahezu klimaneutralen Stahlproduktion. Es setzt auf die Direktreduktion von Eisenerz mit grünem Wasserstoff, wodurch der bisher eingesetzte Kohlenstoff vollständig ersetzt und die CO2-Emissionen um bis zu 95 Prozent gesenkt werden können. Die erste Ausbaustufe umfasst eine 100-Megawatt-Elektrolyseanlage, eine Direktreduktionsanlage und einen Elektrolichtbogenofen, die ab 2027 in Betrieb gehen sollen. SALCOS verfolgt die Strategie der Carbon Direct Avoidance, also der direkten Vermeidung von CO2 statt dessen Speicherung oder Nutzung. Das Projekt gilt als Vorreiter der industriellen Dekarbonisierung und als zentraler Baustein für den Wasserstoffhochlauf in Niedersachsen und Deutschland.


Artikel-Informationen

erstellt am:
23.02.2026

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