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Energiewendebericht 2020 belegt starken Aufwärtstrend bei den Erneuerbaren

PI 092/2021

Der Niedersächsische Energie- und Klimaschutzminister Olaf Lies hat jetzt den Energiewendebericht für das Jahr 2020 vorgelegt. Dem Bericht zufolge zeigen aktuelle Prognosen zum Fortschritt der Energiewende in Niedersachsen, dass der bilanzielle Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch im Land 2020 auf rund 96 Prozent gestiegen ist. Bundesweit lag dieser Anteil bei rund 45 Prozent.

Umwelt- und Energieminister Olaf Lies mahnte anlässlich der Veröffentlichung des diesjährigen Berichts für Niedersachsen aber an, diese Entwicklung nicht zu positiv zu bewerten: „Die Zahlen wirken erstmal so, als würde beim Thema Klimaschutz im Energiesektor voll im Plan liegen. Und im Ländervergleich ist Niedersachsen spitze, wenn wir auf den Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch blicken. Was hier aber jenseits des Bundesvergleichs deutlich Einfluss nimmt, ist der Corona-Effekt. Durch die Lockdown-Phasen wurde weniger produziert, konsumiert und gereist.“ Das habe einen niedrigeren Energiebedarf bewirkt und damit steige im Verhältnis der Anteil der Erneuerbaren, ordnet Lies ein.

Lies betont zugleich, dass Niedersachsen als Energieland Nr. 1 einen zentralen Beitrag für die bundesweite Umsetzung der Energiewende leistet: „Jede fünfte in Deutschland erzeugte Kilowattstunde aus regenerativen Quellen ist ‚Made in Niedersachsen‘ und eine Schlüsselrolle kommt dabei der Windenergie zu.“ Deshalb bereitet der Einbruch beim Ausbau der Windenergie an Land dem Minister weiterhin Sorgen: „Wir benötigen nach wie vor eine schnellere und deutlichere Wiederbelebung des Ausbaus. Denn mit der Energiewende schützen wir nicht nur das Klima. Sie bedeutet auch eine riesen Chance für den Industriestandort Niedersachsen und den damit verbundenen Industriearbeitsplätzen.“

Die aktuellen Beschlüsse auf Bundesebene wiesen dabei laut Lies in die richtige Richtung, erforderlich sei aber weiterhin eine deutliche Anhebung der bundesweiten Ausbaupfade für die erneuerbaren Energien. „Gleichzeitig tragen wir als Land unseren Teil bei, um den Ausbau bei Wind- und Solarenergie zu beschleunigen.“ So unterstütze der neue Windenergieerlass demnächst die Landkreise dabei, das Ziel von 2,1 Prozent Vorrangfläche für den Windenergieausbau zu erreichen. Außerdem soll über eine verpflichtende Berücksichtigung von Photovoltaikanlagen auf Neubauten der Ausbau vorangetrieben werden. Durch Fördermöglichkeiten für PV-Batteriespeicher wird der Ausbau in diesem Sektor derzeit schon landesseitig vorangetrieben.

Im Bereich Photovoltaik zeichnet sich für die nächsten zwei Jahre mit Zubauleistungen, die in Niedersachsen jeweils um die 350 MW liegen werden, ein deutlicher Aufwärtstrend ab, der mit der aktuellen PV-Batteriespeicherrichtlinie des Landes zum richtigen Zeitpunkt zusätzlichen Anschub bekommt. „Aber auch hier müssen wir noch schneller werden, wenn wir unsere selbst gesetzten Ziele für eine CO2-freie Stromversorgung halten wollen“, so Lies.

Auf den bisherigen Ergebnissen werde sich Niedersachsen nicht ausruhen, sondern konsequent den niedersächsischen Klima-Weg gehen: „Wir wollen spätestens bis zum Jahr 2040 den Energiebedarf in Niedersachsen bilanziell zu 100 Prozent durch Erneuerbare Energien abdecken. Dafür müssen wir massiv und schneller als bisher ausbauen. Und wir müssen den Strom aus erneuerbaren Energien zunehmend auch für die Wärmeerzeugung und die Mobilität nutzen“, betont Lies.

Hintergrund

Der Energiewendebericht des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz erscheint inzwischen zum vierten Mal und ergänzt erneut die amtlich erhobenen Energiekennzahlen durch aktuelle Prognosen. Im Energiewendebericht 2020 findet sich neben detaillierten Auswertungen zur Energieversorgung in Niedersachsen auch wieder ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.


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