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Lies: „Jegliche Form von Tankwaschungen auf See verbieten“

- Neue Anlandungen auf Niedersächsischen Nordseeinseln werden analysiert -


PI 090/2021

An den Stränden von Wangerooge und weiteren Inseln im niedersächsischen Teil der Nordsee sind am (heutigen) Dienstag erneut Paraffine oder paraffinähnliche Stoffe gefunden worden. Die Funde sind über weite Strecken verteilt und können dadurch zum Teil nicht bekämpft werden. „Wie üblich werden jetzt Proben der Anlandungen sehr zügig analysiert damit wir genau wissen, womit wir es zu tun haben“, so Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies. „So etwas darf es nicht geben. Die Verursacher müssen besser ermittelt und entsprechend hart bestraft werden!“

Die Gemeinde Wangerooge hatte den zuständigen Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) über die Funde informiert. Der NLWKN hatte daraufhin in seinem Zuständigkeitsbereich auf den Inseln weitere Anlandungen überprüft. Oftmals sind Anlandungen von Paraffin oder ähnlichen Stoffen auf den Inseln und unseren Festlandsküsten das Ergebnis von Tankwaschungen auf See. „Das ist natürlich absolut inakzeptabel“, so Umweltminister Lies. Seit Jahresbeginn sind aufgrund von MARPOL II-Änderungen Vorwäschen nach Entladungen von bestimmten hochviskosen Stoffen in Häfen grundsätzlich erforderlich. Für einige Stoffe (wie zum Beispiel Fettalkohole, die Ende April an der niedersächsischen Küste angelandet sind, gilt diese Vorwaschregelung allerdings nicht. „Das ist nicht akzeptabel, es führt zu Umweltschäden und schadet dem Tourismus. Wir müssen daher jegliche Form von Tankwaschungen auf See verbieten.“

Vonseiten der Umweltministerien der Küstenländer werden für ein Pilotprojekt aktuell 60.000 Euro eingesetzt um festzustellen, ob die MARPOL II-Änderung zu sichtbaren Erfolgen führt, das heißt zu geringeren Anlandungen an den Deutschlands Küsten und geringeren schwimmenden Mengen auf See. Das Niedersächsische Umweltministerium hat im April 2021 dafür in Zusammenarbeit mit dem NLWKN die niedersächsischen Küstenlandkreise und -Städte sowie die Nationalparkverwaltung gebeten, an dem Pilotprojekt mitzuwirken. Durch die standardisierte Erfassung und zum Teil auch Beprobung der Anlandungen ist es nun möglich, einen Überblick zu Anlandungen zu erhalten. „Dieses Monitoring ist wichtig, um Daten zu ermitteln, auszuwerten und in der Folge dann eventuell Regelungsänderungen zu erwirken“, so Umweltminister Lies.


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