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Mehr als 22 Millionen Euro für den Trinkwasserschutz

Niedersachsen fördert mit 17 neuen Trinkwasserschutzverträgen den vorsorgenden Grund- und Trinkwasserschutz


Grundwasser ist die Hauptquelle für Trinkwasser in Niedersachsen. Zugleich ist es durch die intensive Bodennutzung im Land belastet. Mit insgesamt 17 neuen Trinkwasserschutzverträgen im Gesamtwert von 22,7 Millionen Euro fördert das Land Niedersachsen in den kommenden fünf Jahren erneut und kontinuierlich regionale Bemühungen um einen vorsorgenden Grund- und Trinkwasserschutz. Vertragspartner sind der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und Wasserversorgungsunternehmen in ganz Niedersachsen.

„Wasser ist Leben! Sauberes Trinkwasser für alle ist gerade in der Klimakrise existentiell. Dazu bauen wir die Trinkwasserschutzmaßnahmen in Wasserschutzgebieten in Kooperation mit den Wasserversorgern und der Landwirtschaft deutlich aus, um jetzt und in Zukunft unsere Grundwasserkörper zu sichern. 85 Prozent des Trinkwassers im Flächen- und Agrarland Niedersachsen werden aus Grundwasser gewonnen. Landwirtschaft, Land und Wasserversorger stehen gemeinsam in der Verantwortung, diese wichtige Ressource zu schützen und für die Zukunft zu sichern. Mit der erneuten millionenschweren Förderung im Rahmen der Trinkwasserschutzverträge bekennt sich das Land klar dazu, diese Herausforderung gemeinsam und kooperativ anzugehen“, kommentiert Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer den Abschluss der neuen Vereinbarungen.

Im Rahmen des „Niedersächsischen Kooperationsmodells Trinkwasserschutz“ arbeiten Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und weitere Akteure seit Anfang der neunziger Jahre gemeinsam daran, die Qualität der wichtigen Ressource Wasser zu verbessern. Trinkwasserschutzverträge sind ein wesentliches Instrument. Dabei werden regionalen Trinkwasserschutzkooperationen über die Verträge Fördermittel für einen jeweils fünfjährigen Zeitraum zur Verfügung gestellt. „Die Förderung basiert auf sogenannten Schutzkonzepten. Diese Konzepte stellen die fachliche Grundlage für die im Projektzeitraum umzusetzenden Maßnahmen dar. Es geht dabei vorrangig um die Reduzierung von landwirtschaftlichen Nitrat- und Pflanzenschutzmitteleinträgen ins Grund- und Trinkwasser“, erklärt Thorsten Hartung, Aufgabenbereichsleiter Grundwasser beim NLWKN in Braunschweig. Laufend durchgeführte Untersuchungen des Bodens und der Grundwassergüte zeigen immer wieder: die landwirtschaftliche Nutzung ist eine Hauptquelle für Nitratbelastungen des Grundwassers in Niedersachsen.

59 Trinkwassereinzugsgebiete im Fokus

In den jetzt neu abgeschlossenen Verträgen stehen die Gewässerschutzberatung der Landwirtschaft und der Abschluss von freiwilligen Vereinbarungen zum Vertragsgewässerschutz im Fokus. Das umfassende Beratungsangebot im Rahmen der Gewässerschutzberatung richtet sich an einzelne oder mehrere landwirtschaftliche Betriebe. Dabei werden zum Beispiel vielfältige Boden- und Pflanzenanalysen aufbereitet und kostenlos zur Verfügung gestellt. Ziel ist eine möglichst gewässerschonende Landbewirtschaftung. Der Abschluss von freiwilligen Vereinbarungen etwa zum Anbau bestimmter Feldfrüchte, zur Etablierung von Brachen oder Zwischenfrüchten oder zur reduzierten Stickstoff-Düngung ergänzt das Beratungsangebot. Es ermöglicht die Umsetzung von Maßnahmen, die für die landwirtschaftlichen Betriebe mit wirtschaftlichen Nachteilen verbunden wären.

Von den 17 neuen Verträgen betroffen sind insgesamt 59 Trinkwassereinzugsgebiete mit rund 2.200 landwirtschaftlichen Betrieben und 67.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. Und damit nicht genug: „Die jetzt vertraglich gesicherte Fördersumme wird mit großer Wahrscheinlichkeit 2029 und 2030 noch einmal aufgestockt, so dass am Ende eine Fördersumme von fast 25 Millionen Euro für den vorsorgenden Grund- und Trinkwasserschutz bereitgestellt werden kann“, so Hartung. Neben den jetzt ab 2026 neu abgeschlossenen Verträgen existieren landesweit bereits 51 weitere laufende Verträge, die sich derzeit in unterschiedlichen Projektphasen befinden.

Über ganz Niedersachsen verteilt liegen die Trinkwassergewinnungsgebiete des Niedersächsischen Kooperationsmodells (Bild 1: Grafik NLWKN).


Grafik Übersicht Trinkwassergewinnungsgebiete in Niedersachsen   Bildrechte: NLWKN

Mit diesen Wasserversorgern wurden 2026 neue Trinkwasserschutzverträge geschlossen:

  1. Hamburger Wasserwerke GmbH
  1. Wasserverband Hümmling
  1. TAV Bourtanger Moor
  1. Wasserverband Weddel-Lehre
  1. Salzgitter Flachstahl GmbH
  1. LSW Netz GmbH & Co. KG
  1. Stadtwerke Delmenhorst GmbH
  1. Verkehr und Wasser GmbH
  1. Wasser- und Abwasserverband Osterholz
  1. Wesernetz Bremen GmbH
  1. Wasserversorgungsverband Rotenburg-Land
  1. Stadtwerke Soltau GmbH & Co KG
  1. Stadtwerke Böhmetal GmbH
  1. Wasserverband Nordschaumburg
  1. Wasserverband Bremervörde
  1. Wesernetz Bremerhaven GmbH
  1. Trinkwasserverband Stader Land

Bildzeile für Bild 2 im Anhang:

Ein typisches Angebot im Rahmen der Gewässerschutzberatung ist der sogenannte Düngerstreuer-Check, bei dem die Optimierung der Streugenauigkeit von Mineraldünger im Fokus steht. Ziel ist eine bessere Nährstoffversorgung bei geringeren negativen Umwelteffekten (Bild: Ingus).

Bildzeile für Bild 3 im Anhang:

Durch eine Begrünung von Ackerflächen auch im Winter kann ein Auswaschen überschüssiger Nährstoffe ins Grundwasser verhindert werden (Bild: Ingus).

Ein typisches Angebot im Rahmen der Gewässerschutzberatung ist der sogenannte Düngerstreuer-Check, bei dem die Optimierung der Streugenauigkeit von Mineraldünger im Fokus steht.   Bildrechte: Ingus
Durch eine Begrünung von Ackerflächen auch im Winter kann ein Auswaschen überschüssiger Nährstoffe ins Grundwasser verhindert werden (Bild: Ingus).   Bildrechte: Ingus
Durch eine Begrünung von Ackerflächen auch im Winter kann ein Auswaschen überschüssiger Nährstoffe ins Grundwasser verhindert werden (Bild: Ingus).

Artikel-Informationen

erstellt am:
17.04.2026

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