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Lies: „Niedersachsen wird Wasserstoffland Nummer Eins!“

- Neues Netzwerk stärkt und bündelt vorhandene Kompetenzen -


PI 78/2020


Niedersachsen ist schon jetzt Energieland Nummer eins, „Niedersachsen hat aber auch allergrößte Chancen, Wasserstoffland Nummer eins zu werden“, ist sich Niedersachsens Energie- und Umweltminister Olaf Lies sicher. Nur eine klare Botschaft, mit der er am heutigen (Donnerstag) das neue „Niedersächsische Wasserstoff-Netzwerk“ ins Leben gerufen hat. Fast 90 Beteiligte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden waren sich beim ersten Treffen in Hannover aber auch einig: Jetzt müssen Entscheidungen getroffen und die wichtigsten Weichen gestellt werden. „Wir haben keine Zeit mehr“, so Lies. „Wenn alle Klimaschutz und grünen Wasserstoff wollen, führt aber auch kein Weg am konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien vorbei.“

Warum Niedersachsen das Potenzial hat, Wasserstoffland Nummer Eins zu werden? „Wir erzeugen schon jetzt jede Menge erneuerbare Energien an Land. Und wir generieren große Mengen erneuerbarer Energien über den Offshore-Bereich, aus denen am Ende grüner Wasserstoff entstehen kann“, so Lies. Aber: „Den bundesweiten Bedarf werden wir nicht komplett selbst decken können, wir müssen also importieren. Und dafür ist Niedersachsen mit seiner Küsten- und Hafeninfrastruktur bestens geeignet. Diese Jahrhundertchance dürfen wir nicht an uns vorbeiziehen lassen.“ Erklärtes Ziel der Landesregierung sei es, Niedersachsen zur Drehscheibe und zum Hauptproduzenten für grünen Wasserstoff in Deutschland zu machen und weitere industrielle Produktions- und Veredelungsschritte anzusiedeln, um Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Land zu sichern und auszubauen.

Dafür stehen aus den Haushalten im Rahmen der Corona-Krise und für das Jahr 2021 rund 100 Millionen Euro aus zur Verfügung. Und auch die rund neun Milliarden Euro, die der Bund in den Ausbau der Wasserstofftechnologie stecken will, „sind ein unglaublicher Schub“, so Lies. „Und das muss auch so sein: Wir können nach der Krise nicht einen Schritt zurück und einfach weitermachen wie noch vor zehn Jahren! Sonst kommen wir aus der Klimakrise nicht raus. Das ist beim Thema Wasserstoff zum Glück auch endlich in Berlin angekommen, darüber bin ich sehr froh. Denn über allem muss der Klimaschutz stehen. Und darum brauchen wir – über die Wasserstoffstrategie des Bundes hinaus – intelligente, innovative und zukunftsweisende Wasserstoffprojekte“, so der Umwelt- und Energieminister. „Denn es geht nicht nur um die große Stahl- oder Chemieindustrie, wir haben auch viele kleine und mittelständische Betriebe und den Mobilitätssektor, die wir beim Umstieg auf Wasserstofftechnologie unterstützen müssen.“

Das neu gegründete „Wasserstoff-Netzwerk“ wird die Marschroute des Landes unterstützen, indem es die bereits vorhandenen Kompetenzen bündelt und stärkt. Es wird sich künftig regelmäßig treffen, um gemeinsam die Wasserstoffwirtschaft und -technologie voranzutreiben. Gemeinsam mit dem Netzwerk will Lies dann auch die Weichenstellungen auf der Bundesebene beeinflussen. „Über den Bundesrat, aber auch in meiner neuen Funktion als Vorsitzender des Beirates der Bundesnetzagentur, werden jetzt zügig die Weichen stellen. Die EEG-Umlage für Wasserstroff muss fallen, die Regulierung für Wasserstoffnetze geschaffen und sinnvolle Quoten zur Sicherstellung eines Marktes eingeführt werden“, so Lies.


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