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Harz

Im Harz verläuft der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen mitten durch den bundesländerübergreifenden Nationalpark Harz. Am Grünen Band unterwegs sein – das heißt im Harz also vor allem, in der Waldwildnis des Nationalparks unterwegs sein.

In dem großen Bergwaldgebiet erwartet Besucher tiefe Stille, ein raues Klima und das Erlebnis ausgedehnter Fichtenwälder und Hainsimsen-Buchenwälder.

Artenvielfalt großer Wälder

Die Wälder des Nationalparks sind groß und vergleichsweise unzerschnitten – zwei Gründe dafür, dass hier gefährdete und störungsempfindliche Arten mit großen Raumansprüchen einen Lebensraum finden, wie zum Beispiel der Schwarzstorch. Der typische Bewohner großer, störungsarmer Wälder hat hier sein niedersachsenweit zweitwichtigstes Vorkommen. Daneben sind besonders die älteren Nadel- und Mischwälder des Nationalparks für den Rauhfußkauz und den Sperlingskauz niedersachsenweit bedeutend.

Auch Wildkatzen bilden im Nationalpark eine stabile Population. Den ehemaligen Grenzstreifen nutzen die einzelgängerischen Waldbewohner vor allem als Wanderkorridor.

Raubtier mit Pinselohren

Der Luchs ist vielleicht die bekannteste Tierart des Nationalparks Harz. Für den nachtaktiven Waldbewohner ist der Nationalpark das bedeutendste Gebiet in Niedersachsen, seit Luchse hier im Jahr 2000 wieder angesiedelt wurden. Ungefähr 30 bis 40 Tiere durchstreifen mittlerweile den Wald, und schon mehrfach hat sich bei den Großkatzen Nachwuchs eingestellt.

Allein begrenzt auf den Harz könnte die Luchspopulation allerdings nicht überleben, denn dazu ist das Gebiet zu klein Für den langfristigen Erhalt von Arten ist genetische Vielfalt notwendig. Der ehemalige Grenzstreifen und sein Umfeld können als Wanderkorridor dazu beitragen, die Ausbreitung der Harzer Luchse und den genetischen Austausch von Vorkommen verschiedener Gebiete zu ermöglichen.

Bergfichtenwälder und Hochmoore

Vor allem die ausgedehnten Fichten- und Buchenwälder geben dem Nationalpark sein Gesicht. Eine Besonderheit sind die Bergfichtenwälder in den Hochlagen, die hier die natürliche Waldvegetation bilden; niedersachsenweit sind sie nur im Nationalpark Harz zu finden. Die großen Bestände nicht heimischer Fichten dagegen, die in niedrigeren Lagen häufig den Landschaftseindruck bestimmen, werden nach und nach in naturnahe Buchenwälder umgewandelt, bis die Wälder gänzlich sich selber überlassen werden können – wie es sich für einen Nationalpark gehört.

Zum Tafelsilber des Nationalparks gehören außerdem seine sehr naturnahen Hochmoore. Die größten und bedeutendsten niedersächsischen Vorkommen dieses Lebensraums befinden sich immerhin hier im Nationalpark – und können zum Teil auch besucht werden.

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