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Umweltminister Stefan Wenzel fordert Kennzeichnungspflicht bei Pestizideinsatz

Wo Glyphosat drin ist, muss auch Glyphosat draufstehen


Pressemitteilung Nr. 201/2017


Nach der erneuten Vertagung der Entscheidung der EU-Mitgliedstaaten über das Auslaufen der Zulassung des Totalherbizids Glyphosat kommt scharfer Protest vom niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel. „Ursache für diese Hängepartie ist auch die Unentschiedenheit der deutschen Bundesregierung", sagte Wenzel am Sonntag am Rande der Veranstaltung zur Verleihung des Deutschen Umweltpreises in Braunschweig. "Notwendig wäre ein klares Nein anstelle der Enthaltung".
Angesichts der andauernden Anwendung von Glyphosat und der in Nahrungsmitteln, in Böden, im Grundwasser und in Gesundheitsuntersuchungen der Bevölkerung nachgewiesenen Rückstände forderte Wenzel eine „Kennzeichnungspflicht bei der Anwendung von Pestiziden und Transparenz bei den Aufzeichnungen über die Anwendung." Auch der offensichtliche Zusammenhang zwischen dem Einsatz des Mittels und dem massiven Rückgang der Insektenpopulation sei alarmierend. Bürgerinnen und Bürger müssten sich ein Bild von Art, Menge, Zeitpunkt, Grund und Ort der Anwendung von Pestiziden machen können. Die Aufzeichnung sei ohnehin vorgeschrieben, werde aber bislang nicht veröffentlicht. Bislang könnten sich die Bürger daher nicht davon überzeugen, ob die gesetzlichen Regeln eingehalten werden.
„Wo Glyphosat drin ist, muss auch Glyphosat draufstehen", sagte der Minister. "Unsere Bürgerinnen und Bürger haben das Recht zu erfahren, wie, wo und warum das Pflanzengift zum Einsatz kommt."
Die Kennzeichnungspflicht könne er sich durchaus auch in Form von Hinweisschildern an Feldern und in der Nähe von Gewässern vorstellen, sagte Wenzel. „Wenn die Natur und die Gesundheit bedroht sind, darf man nicht auf Warnhinweise verzichten!"


Artikel-Informationen

30.10.2017

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