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Naturschutz

Sander: Auerochsen, Wildpferde und Wisente schützen Cuxhavener Küstenheiden


Pressemitteilung Nr. 124/2005

Lüneburg / Cuxhaven – Ein ungewohnter Anblick könnte sich in Zukunft den Besuchern des ehemaligen Truppenübungsplatzes Altenwalde bei Cuxhaven bieten: Um den offenen Charakter der ökologisch wertvollen Wald- und Heideflächen von Holter-, Altenwalder- und Berenscher Heide zu erhalten, sollen dort künftig Auerochsen, Wildpferde und Wisente weiden. "Die Tiere sollen helfen, die Büsche in diesem Gelände kurz zu halten. Die insgesamt 39 Tiere sind sozusagen im staatlichen Auftrag unterwegs", sagte Umweltminister Hans-Heinrich Sander dazu.

Die Kosten des Life-Natur-Projektes belaufen sich voraussichtlich auf 930.000 Euro, von denen die Europäische Union 465.000 Euro übernimmt. 435.698 Euro steuert das Umweltministerium bei, 28.800 Euro stammen aus Bundesmitteln. Das Projekt läuft bis zum Jahr 2009.

"Das 600 Hektar große Areal bildet eine einzigartige Küstenlandschaft mit vielfältigen Biotopen", erklärte Umweltminister Hans-Heinrich Sander. Charakteristisch für die Landschaft ist das Mosaik aus großflächigen, gehölzarmen Magerrasen, Krähenbeerheiden, Feuchtheiden, Heidemooren, Krattwäldern sowie sonstigen lichten Wäldern mit Heide in der Krautschicht. Ebenso vielfältig wie die Landschaft stellen sich auch Flora und Fauna dar: Bisher wurden in den Küstenheiden zirka 80 gefährdete Pflanzen- und rund 150 gefährdete Tierarten nachgewiesen.

Die Verantwortung für das Projekt vor Ort hat die Betriebsstelle Lüneburg des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) übernommen. "Ich freue mich, dass mit der Bundesforst-Hauptstelle Wense bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben der Eigentümer der Flächen als ein weiterer wichtiger Life-Projektpartner gewonnen werden konnte", so der Umweltminister weiter.

Die Vielfalt an Lebensräumen und wildlebenden Arten zu bewahren – das ist das Ziel des Projektes für die als FFH-Gebiet von der Europäischen Union anerkannte Cuxhavener Küstenheide. Um den offenen Charakter der Heidelandschaft zu erhalten, sollen 24 Auerochsen und 10 Konik-Wildpferde auf einer Fläche von 300 Hektar ganzjährig einer Verbuschung des Geländes entgegenwirken. In den Waldgebieten sollen fünf Wisente ihren Beitrag zum Schutz bzw. zur Entwicklung lichter, standorttypischer Laubmisch- und Eichen-Krattwälder auf insgesamt 20 Hektar leisten. "Dort, wo die Verbuschung bereits zu weit fortgeschritten ist, werden wir einmalig Maschinen einsetzen", erläuterte Danny Wolff von der Betriebsstelle Lüneburg des NLWKN. "Ansonsten kommen die Wildtiere zum Einsatz – dies ist eine ökologische und kostengünstige Form der Unterhaltung." Eine Umzäunung des Gebietes sorgt dafür, dass die vierbeinigen Rasenmäher ihren Tatendrang auch nur auf den dafür vorgesehenen Flächen ausleben können. "Ein abgestimmtes Reit- und Wanderwegekonzept, ein Beobachtungsturm, ein Naturlehr- und Erlebnispfad und Informationstafeln sollen vor Ort dafür sorgen, dass die vielfältige Landschaft und die attraktiven Tiere erlebbar sind", ergänzte Wolfgang Löwe von der Bundesforst-Hauptstelle Wense.

Artikel-Informationen

erstellt am:
23.12.2005
zuletzt aktualisiert am:
16.03.2010

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