Niedersachen klar Logo

Umweltminister Olaf Lies zum vor Wangerooge auf Grund gelaufenen Frachter: „Beobachten Situation mit großer Sorge – brauchen Maßnahmen für mehr Sicherheit an der Küste“

PI 022/2022

Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies kommentiert die Havarie der Mumbai Maersk in der vergangenen Nacht am Rande des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer wie folgt:

„Die Havarie der Mumbai Maersk beobachten wir mit großer Sorge. Denn unser Wattenmeer ist ein äußerst sensibler und besonders wertvoller Naturraum. Hier hat man sofort wieder die unschönen Erinnerungen und Bilder an die Havarie der MSC Zoe vor Augen.

Eigentlich hatte der 400m lange und erst vier Jahre alte Containerfrachter das von Niedersachsen für Schiffe dieser Größenordnung geforderten nördliche Verkehrstrennungsgebiet German Bight Western Approach genutzt. Warum er dann beim Ansteuern des Fahrwassers der Weser nach einem unklaren Manöver auf Grund lief, muss jetzt dringend geklärt werden. Ich bin zuversichtlich, dass es das Havariekommando schafft, auch diese Lage mit Erfolg zu meistern. Es zeigt aber auch, dass wir ständig daran arbeiten müssen, den Schutz unserer Küsten vor Schadstoffunfällen zu verbessern.

Was mich dabei aber besonders ärgert ist, dass sich das Gefühl aufdrängt, dass immer erst etwas geschehen muss, bevor die politische Debatte zur Verminderung des Risikos unserer Küsten wieder in Gang kommt. Seit Jahren drängen wir Küstenanrainer massiv beim Bund darauf sich der Thematiken anzunehmen, die für mehr Sicherheit an unseren Küsten sorgen können.

Wir brauchen eine bessere Sicherung und Ortung insbesondere von Gefahrgut-Containern und insbesondere bei Sturmlagen müssen die großen Schiffe weg von unserer Küste, sprich sie müssen auf Routen ausweichen, die weiter von der Küste entfernt verlaufen.

Allen bisherigen Vorschlägen und auch möglichen Kompromissen insbesondere im Hinblick auf die Ortung von Gefahrgut-Containern hat sich der alte Bundesverkehrsminister Scheuer verweigert. Das ist für mich unverständlich. Hier liegt nun aber eine große Chance in der neuen Bundesregierung und Verkehrsminister Wissing. Hier haben wir uns bereits bei Amtsantritt an den neuen Minister gewandt. Ich werde dieses Unglück zum Anlass nehmen, unsere Anliegen erneut zu adressieren. Ich bin guter Dinge, hier gemeinsam Lösungen zu finden.“


  Bildrechte: MU

Artikel-Informationen

erstellt am:
03.02.2022

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln