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erstellt am:
09.03.2026
PI 014/2026
„Die Klimakrise verändert unseren Wasserhaushalt spürbar – mit längeren Trockenphasen, häufigeren Starkregenereignissen und steigendem Nutzungsdruck auf die Ressource Wasser. Wir müssen daher die Klimaresilienz unserer Wasserwirtschaft stärken, um jederzeit ausreichend sauberes Wasser für Mensch, Umwelt und Wirtschaft zu haben“, betonte Umweltminister Christian Meyer.
Das Umweltministerium unterstützt mit dem vierten Antragsstichtag der Förderrichtlinie "Klimafolgenanpassung der Wasserwirtschaft" insgesamt 20 Projekte mit circa 3.862.000 Euro. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf investiven Maßnahmen zur konkreten Umsetzung klimaangepasster Lösungen in Städten, Gemeinden und Wasserverbänden.
Meyer: „Wir investieren gezielt in moderne Infrastruktur, innovative Technik und belastbare Datengrundlagen. So machen wir die Wasserwirtschaft in Niedersachsen klimaresilient und zukunftsfest.“
Zugleich unterstrich Meyer die Rolle der Kommunen:
„Gerade Städte, Gemeinden und Wasserverbände stehen bei der Anpassung an die Klimafolgen unter erheblichem Druck. Sie sichern die Trinkwasserversorgung, steuern Niederschlagswasser und tragen Verantwortung für Hochwasserschutz und Gewässerentwicklung. Mit unserer Förderung unterstützen wir die Kommunen dabei, diese Aufgaben langfristig, vorausschauend und auf wissenschaftlicher Grundlage zu bewältigen.“
Seit Einführung der Richtlinie wurden – einschließlich der aktuellen Bewilligungen – rund 18,6 Millionen Euro bereitgestellt. Gefördert werden sowohl Grundlagenarbeiten und Konzepte als auch konkrete Investitionen zur Umsetzung klimaangepasster Maßnahmen.
Wie vielfältig die Ansätze sind, zeigen beispielhaft Projekte aus dem aktuellen Antragsstichtag:
Beispiele aus dem vierten Antragsstichtag
Regenwasser für die Industrie: Pilotanlage in Damme (Landkreis Vechta)
Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) errichtet in Damme eine Pilotanlage zur Aufbereitung von Regenwasser für die industrielle Nutzung. Regenwasser aus Rückhaltebecken soll zu Brauchwasser aufbereitet werden. Ziel ist es, Grundwasserressourcen zu schonen, Versorgungssicherheit zu erhöhen und neue Wege der gewerblichen Regenwassernutzung zu erproben.
Landeszuwendung: 315.000 Euro
Klimafestes Wassermengenmanagement in der Samtgemeinde Elbmarsch (Landkreis Harburg)
Die Samtgemeinde Elbmarsch richtet ihr Wassermengenmanagement klimafolgenangepasst neu aus. Geplant sind die Digitalisierung des Grabennetzes, Abflussmessungen sowie der Aufbau eines gekoppelten hydrologisch-hydrogeologischen Modells. Auf dieser Grundlage sollen zukünftige Steuerungs- und Bewirtschaftungsmaßnahmen strategisch weiterentwickelt werden.
Landeszuwendung: 266.679 Euro
Neues Messnetz im Grinderwald (Landkreis Nienburg)
Der Kreisverband für Wasserwirtschaft Nienburg richtet im Vorranggebiet Grinderwald ein Messnetz aus Grundwassermessstellen und Gewässerpegeln ein. Ziel ist es, klimarelevante wasserwirtschaftliche Daten systematisch zu erfassen und die Infrastruktur datenbasiert zu optimieren.
Landeszuwendung: 150.000 Euro
Investitionen in kommunale Infrastruktur
Auch Städte, Landkreise und Gemeinden profitieren von der Förderung:
Die Stadt Wolfsburg erhält jeweils 500.000 Euro für klimaangepasste Außenanlagen am Ratsgymnasium sowie an der Grundschule Leonardo da Vinci.
Der Landkreis Peine wird mit 266.130 Euro für ein integrales Wassermengenmanagement unterstützt.
Der Landkreis Cuxhaven erhält 193.851 Euro für die Klimaanpassung des Gewässersystems rund um die Rohrniederung.
Förderstruktur der Förderrichtlinie Klimafolgenanpassung Wasserwirtschaft:
Die Richtlinie umfasst drei Förderbereiche:
Für Grundlagen und Konzepte beträgt die Förderquote 90 Prozent (bis zu 300.000 Euro je Projekt), für Investitionen 50 Prozent (bis zu 500.000 Euro je Projekt).
Übersicht der geförderten Projekte im 4. Antragsstichtag:
|
Antragsteller |
Projekttitel |
Landes-zuwendung |
|
Beregnungsverband Niedernstöcken-Stöckendrebber |
Wassermengenmanagement Neustädter Land / Wassersparende Beregnungstechnik |
162.500,00 € |
|
Gemeinde Goldenstedt |
Optimierungspotenziale der örtlichen Regenrückhaltebecker |
28.404,00 € |
|
Gemeinde Groß Oesingen |
Wasser bleibt in der Region |
270.000,00 € |
|
Gemeinde Groß Oesingen |
Landwirtschaft |
171.360,00 € |
|
Gemeinde Groß Oesingen |
Wasserrückhalt |
163.625,00 € |
|
Gemeinde Wahrenholz |
Aufbereitung wasserwirtschaftlicher Daten am Apfelgraben |
26.775,00 € |
|
Gemeinde Wedemark |
Kommunales Wassermanagement im Dialogprozess (Gemeinde Wedemark) |
52.000,00 € |
|
Kreisverband für Wasserwirtschaft |
Einrichtung eines Messnetzes im Vorranggebiet Grinderwald |
150.000,00 € |
|
Landkreis Cuxhaven |
Klimaanpassung des Gewässersystem rund um die Rohrniederung |
193.851,00 € |
|
Landkreis Peine |
Integrales Wassermengenmanagement Landkreis Peine |
266.130,00 € |
|
Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband (OOWV) |
Brauchwasser Damme - Bau Pilotanlage zur Aufbereitung von Regenwasser |
315.000,00 € |
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erstellt am:
09.03.2026