Artikel-Informationen
erstellt am:
12.03.2026
PI 015/2026
Die erfolgreiche Energiewende ist entscheidend für Niedersachsens wirtschaftliche Stärke und seinen Beitrag zum Klimaschutz. Doch wie steht es um die Akzeptanz von Windrädern und Solaranlagen vor Ort? Und welche Maßnahmen könnten die öffentliche Zustimmung und Beteiligungsbereitschaft weiter erhöhen? Diesen Fragen geht ein Forschungsprojekt am Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover nach. Ziel ist es, den Ausbau der Erneuerbaren Energien noch effizienter und sozial verträglicher zu gestalten. Das Vorhaben wird vom Land für drei Jahre mit rund 280.000 Euro aus Mitteln des Wirtschaftsförderfonds des Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz gefördert.
„Forschung liefert die Grundlagen, auf denen wir in Niedersachsen kluge energiepolitische Entscheidungen treffen können. Deshalb unterstützen wir Studien, die die Perspektiven der Menschen vor Ort ernst nehmen und wissenschaftlich fundierte Lösungen für die Herausforderungen der Energiewende entwickeln. Dieses Projekt zeigt beispielhaft, wie Wissenschaft und Politik gemeinsam dazu beitragen können, den Ausbau der Erneuerbaren nachhaltig und gemeinschaftlich zu gestalten“, sagt Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs.
Um die Akzeptanz der Energiewende zu stärken, hat Niedersachsen im April 2024 das „Niedersächsische Gesetz über die Beteiligung von Kommunen und Bevölkerung am wirtschaftlichen Überschuss von Windenergie- und Photovoltaikanlagen“ (NWindPVBetG) verabschiedet. Seitdem profitieren Anwohnende und Kommunen in der unmittelbaren Nachbarschaft regelmäßig finanziell von der Wertschöpfung neu errichteter Windkraftanlagen und Freiflächen-Photovoltaikanlagen. „Es freut mich, dass das noch junge Beteiligungsgesetz so schnell Forschungsinteresse hervorgerufen hat“, so Niedersachsens Energieminister Christian Meyer. „Das Interesse und der gute Forschungsansatz haben uns bewogen, die Mittel bereitzustellen. Das Projekt wird in den kommenden drei Jahren zeigen, wie sich die Beteiligungsinstrumente in den unterschiedlichen Regionen unter jeweils spezifischen geografischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen auswirken. Mit diesen Erkenntnissen können wir unsere akzeptanzfördernden Maßnahmen gezielt weiterentwickeln und die bereits hohe Akzeptanz der Energiewende in Niedersachsen erhalten – und wenn möglich weiter steigern. Beteiligung und Wertschöpfung vor Ort sind der Game Changer für die Akzeptanz der Erneuerbaren Energien.“
In Niedersachsen wurde 2025 eine Rekordzahl von 807 Windkraftanlagen nach dem neuen Beteiligungsgesetz von den Kommunen genehmigt. Das sind mehr Anlagen als in den vier Jahren davor.
Das nun geförderte Forschungsprojekt untersucht systematisch, wie sich die Akzeptanz vor Ort beim Ausbau erneuerbarer Energien entwickelt und welche Rolle das NWindPVBetG dabei spielt. Gerade vor diesem Hintergrund ist es entscheidend zu verstehen, welche Faktoren die Veränderungsbereitschaft der Bevölkerung fördern oder auch hemmen. Das Vorhaben schließt damit eine zentrale Wissenslücke zur Wirkung finanzieller Beteiligungsmodelle auf Akzeptanzprozesse, um langfristig Vertrauen und Akzeptanz in die Energiewende zu stärken. Die Forschenden erheben eigene Daten und greifen auf bestehende Informationen zurück, die anschließend evaluiert werden. Analysiert werden sowohl kurzfristige Effekte als auch langfristige Einflussfaktoren mit dem Ziel, fundierte Erkenntnisse für die Weiterentwicklung politischer Maßnahmen zu gewinnen. Die Förderung erfolgt aus dem Sondervermögen Wirtschaftsförderung des Umweltministeriums.
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erstellt am:
12.03.2026

