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Umweltminister Meyer und Agrarministerin Staudte: „Müssen Weidetierhaltung und Wolf besser in Einklang bringen, Herdenschutz fördern und regionale Handlungsmöglichkeiten stärken“

- Dialogforum Weidetierhaltung und Wolf: Arbeitsgruppen präsentieren wesentliche Ergebnisse -


PI 088/2023


Welche Lösungen kann es geben für ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Weidetierhaltung und Wolf? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit Anfang des Jahres das Dialogforum „Weidetierhaltung und Wolf“, initiiert von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer und Niedersachsens Agrarministerin Miriam Staudte. Zum zweiten Mal haben sich am (heutigen) Dienstag in großer Runde etwa 25 Naturschutz- und Landwirtschaftsverbände getroffen und über ihre Arbeit mit Vertreterinnen und Vertretern des Umwelt- sowie des Landwirtschaftsministeriums in den vier Arbeitsgruppen „Förderung und Herdenschutz in der Weidetierhaltung“, „Information und Transparenz“, „Wolfsmanagement“ und „Deiche und Herdenschutz“ berichtet. „Wir haben wesentliche Punkte und erste gemeinsame Ergebnisse erarbeitet und ich bedanke mich sehr bei allen Arbeitsgruppen“, so Umweltminister Meyer. Und Agrarministerin Staudte ergänzt: „Die einhellige Meinung war: Bis hierhin hat sich die Arbeit bereits gelohnt, sie ist aber lange nicht zu Ende. Der Herdenschutz bleibt eine Daueraufgabe. Wir wollen zudem ein regional differenziertes, europarechtskonformes Bestandsmanagement.“

Zwei Themenblöcke haben dieses Mal das Dialogforum bestimmt: Möglichkeiten des Wolfsmanagements und der Herdenschutz. „Eine Frage beschäftigt nicht nur mich intensiv“, so Umweltminister Meyer: „Was können wir tun, um in Regionen mit hohen Nutztierschäden, die trotz gutem Herdenschutz passieren, schneller und unbürokratischer zu handeln? Fakt ist: Wir wollen den Wolf nicht wieder ausrotten, wir wollen aber auch der Weidetierhaltung

helfen, die massiv unter Nutztierschäden leidet.“ Darum setze sich Niedersachsen beim Bund und bei der EU mit Nachdruck für ein regional differenziertes Wolfsbestandsmanagement ein, wie es im Koalitionsvertrag auf Bundesebene vereinbart ist. „Wir werden niedersächsische Vorschläge aus unseren Erfahrungen in den Prozess beim Bund intensiv einbringen“, so Meyer, „und ich bin Bundesministerin Steffi Lemke sehr dankbar, dass sie ebenfalls Bedarf für erleichterte Handlungsmöglichkeiten sieht.“

Die von Bundesumweltministerin Steffi Lemke für Ende September angekündigten Vorschläge für ein derartiges Bestandsmanagement sollen in der entsprechenden Dialogforum-Arbeitsgruppe diskutiert werden – und zwar bis zur nächsten Umweltministerkonferenz im November. „Dann“, so Minister Meyer, „sollen einstimmige Beschlüsse gefasst werden, wie wir ein lernendes System umsetzen können in Regionen, die trotz weitreichendem Herdenschutz unter hohen Nutztierschäden leiden, und dort schneller und besser handeln können.“

Der zweite Schwerpunkt der Debatte im Dialogforum war der Anstieg der Nutztierschäden und die Förderung des Herdenschutzes durch das Land. Hierzu Ministerin Staudte: „Wir möchten als Landesregierung neue Lösungsansätze prüfen, um Bürokratie abzubauen und Verfahren zu vereinfachen. Die niedersächsischen Schafzuchtverbände haben einen Vorschlag für eine grundlegende Änderung der Förderung in den Arbeitsgruppen eingebracht. Statt aufwändiger Verfahren zur Finanzierung von Zäunen mit Einholung mehrerer Kostenvoranschläge soll eine Kopfprämie pro Tier gezahlt werden. Die Ministerien wollen den Vorschlag in Bezug auf Schaf-, Ziegen- und Gatterwild wohlwollend prüfen. Eine Entschädigung für vom Wolf gerissene Tiere wird es weiterhin geben, wenn ausreichende Herdenschutzmaßnahmen vorhanden waren.“

Einig sind sich Agrarministerin Staudte und Umweltminister Meyer am Ende auch, was ihr gemeinsames Ziel angeht: „Wir müssen den Herdenschutz weiter stärken – unabhängig von möglichen Wolfsabschüssen. Denn eine Ausrottung des Wolfes steht nicht zur Diskussion. Daher müssen wir den auch für den Naturschutz und die Deichpflege wichtigen Weidetierhalterinnen und -haltern weiterhin beiseite stehen und sie bestmöglich unterstützen.“



Artikel-Informationen

erstellt am:
12.09.2023

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