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Nach schweren Schäden durch die Wintersturmfluten - Ministerpräsident Weil und Umweltminister Lies besuchen Wangerooge und Langeoog: Weil: „Wir stehen eng an der Seite der Inseln“

PI 39/2022

Meterhohe Abbruchkanten an den Sandkörpern, Sandverluste an allen Inselstränden: Die aktuelle winterliche Sturmflutsaison hat sichtbare Spuren auf den Ostfriesischen Inseln hinterlassen und für besorgniserregende Bilder gesorgt. Im Rahmen einer Bereisung der Inseln Langeoog und Wangerooge machten sich der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil und Umweltminister Olaf Lies am Mittwoch (16.03.) persönlich ein Bild von der aktuellen Situation.

So sind auf Wangerooge im Bereich der Nord-Ost-Dünen starke Erosionen an dem zum Schutz der Düne aufgebauten Sanddepot aufgetreten. Das Depot muss nun mit ca. 30.000 m³ Sand wieder aufgefüllt werden. Außerdem wurde der bedarfsweise immer wieder durch die Gemeinde- und Kurverwaltung künstlich aufgefüllte Badestrand zu großen Teilen abgetragen. Auf Langeoog ist vor allem die Schutzdüne im Bereich des „Pirolatals“ betroffen, die die dahinterliegende Süßwasserlinse sichert. Das hier zur Sicherung der Dünen aufgespülte Sanddepot ist auf Teilstrecken bis an die Substanz der Düne abgetragen und muss mit mindestens 350.000 m³ wieder aufgefüllt werden.

”Die Inseln mit ihren Dünen und Stränden sind ein Bollwerk gegen die Naturgewalten und damit ein Schutz unseres Festlandes. Und sie sind von unschätzbarem touristischen Wert für Niedersachsen“, so Ministerpräsident Stephan Weil auf der Reise. „Wir stehen eng an der Seite der Inseln. Wir werden uns sowohl bei den Schäden, die im Bereich des Küstenschutzes entstanden sind, als auch am Badestrand von Wangerooge tatkräftig als Land beteiligen. Wir kümmern uns darum, dass es den Inseln gut geht.“

„Die Küstenschutzanlagen wie Schutzdünen und Sanddepots haben die Belastungsproben des Winters insgesamt zwar planmäßig bewältigt. Gleichzeitig sind aber die Bilder von Abbruchkanten besorgniserregend. Es ist unübersehbar, dass wir hier in diesem Jahr zusätzlichen Handlungsbedarf haben“, betont der für den Küstenschutz zuständige Umweltminister Olaf Lies. „Mit diesen Investitionen erhöhen wir auch die Sicherheit auf dem Festland, denn die Inseln erfüllen eine wichtige Wellenbrecherfunktion bei der Abwehr von Sturmfluten und entlasten so Deiche und andere Schutzwerke“, betonte der Minister. Weitere Maßnahmen werde man darüber hinaus auf der für Ende des Monats angesetzten Inselkonferenz mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Inselgemeinden besprechen.

Der gemeinsame Termin mit Vertretern der Inselgemeinden und des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) führte unter anderem zum Langeooger Pirolatal. Über 20 Sturmflutereignisse hatten hier in diesem Winter für deutlich sichtbare Sandverluste am zuletzt 2020 vor der Düne eingebauten Verschleißkörper gesorgt. Da die Abbruchkante inzwischen an einzelnen Stellen die eigentliche Düne erreicht hat, die Langeoog und seine Süßwasserlinse vor der Nordsee schützt, bereiten die Küstenschützer des NLWKN hier eine erneute Strandaufspülung noch in diesem Sommer vor.

Die Wangerooger Nordostdünen waren eine weitere Station der Reise über die Inseln. Hier wird der Küstenschutz noch in diesem Sommer im Rahmen einer Dünenverstärkung aktiv werden müssen, um Wangerooge auch für die kommenden Sturmfluten im Winterhalbjahr 2022/23 zu wappnen. Ein drittes größeres Küstenschutzvorhaben plant der NLWKN zudem für den Strandbereich an der Norderneyer Kugelbake.

Neben den reinen für den Schutz der Insel erforderlichen Maßnahmen standen im Rahmen des Ortstermins auch Sandverluste im Fokus, die vor allem aus wirtschaftlicher Sicht schmerzhaft sind. Dabei geht es vor allem um die Verluste, wie sie über den Winter unter anderem am Wangerooger Hauptbadestrand eingetreten sind.

„Die Inseln sind Heimat und wertvoller Naturraum, mit ihrer touristischen Anziehungskraft aber auch ein wichtiger Wirtschaftsstandort für Niedersachsen“, zeigte Ministerpräsident Weil Verständnis für die Nöte der Inselgemeinden. „Die Gemeinden sehen sich derzeit mit enormen finanziellen Herausforderungen konfrontiert, um den Küstenschutz auszubessern und die Strände wieder für die kommende Saison herzurichten. Das Land wird ihnen dabei helfen und wird dafür zusätzlich insgesamt 7 Millionen Euro zur Verfügung stellen.“

Damit stehen in diesem Jahr bis zu 5 Millionen Euro zusätzlich aus Landesmitteln für Vorhaben des Küstenschutzes auf den Ostfriesischen Inseln zur Verfügung. Außerdem wurden bis zu 2 Millionen Euro für sofortige Unterstützungen der Inselgemeinden mobilisiert.

  Bildrechte: MU

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erstellt am:
16.03.2022

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